Panorama

"Friederike" sorgt für Chaos Zugverkehr in NRW und Niedersachsen gestoppt

Heftige Windböen, Regen oder Schnee und glatte Straßen - das Sturmtief "Friederike" sorgt für gefährliche Bedingungen. Um kein Risiko einzugehen, stellt die Bahn den Zugverkehr in mehreren Bundesländern komplett ein.

Wegen des Sturmtiefs "Friederike" hat die Deutsche Bahn den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gestoppt. Sämtliche Verbindungen für den Regional- und auch für den Fernverkehr sind betroffen. In NRW waren auf einzelnen Strecken Bäume auf die Gleise gestürzt. Die Strecken sollen voraussichtlich den ganzen Tag gesperrt bleiben, heißt es auf der Internetseite der Bahn.

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Auch in Rheinland-Pfalz hatte die Bahn am Vormittag den Zugverkehr komplett eingestellt, inzwischen rollt es dort auf einigen Strecken wieder. Die Züge fahren allerdings langsamer als sonst. Auch in anderen Bundesländern fallen etliche  Verbindungen aus. Dazu zählt die Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main. Auch die Strecke Hamburg-Berlin sei dicht, sagte ein Bahnsprecher. Außerdem fahren unter anderem keine Fernzüge mehr von Hamburg sowie Berlin/Hannover Richtung Ruhrgebiet.

"Friederike" wird voraussichtlich in einem breiten Streifen von Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Niedersachsen über Nord- und Mittelhessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und am Nachmittag bis nach Sachsen und Südbrandenburg ziehen. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Orkanböen von örtlich bis zu 130 km/h.

Unfälle "im Minutentakt"

Durch Schnee und überfrierende Nässe kam es zu etlichen wetterbedingten Unfällen. Von Niedersachsen über Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg und Thüringen meldete die Polizei Unfälle mit rutschenden und schleudernden Autos. Vielfach blieb es bei Blechschäden, aber es gab mitunter auch Schwerverletzte.

Bereits in der Nacht kam es unter anderem auf Autobahnen im nordwestlichen Niedersachsen zu Unfällen "im Minutentakt", wie die Polizei in Oldenburg mitteilte. Auf der A28 und der A29 in der Region Wilhelmshaven krachte des bei Regen, Schnee und tückischer Straßenglätte insgesamt zehnmal. Die Räumdienste der Straßenmeistereien waren im Dauereinsatz.

Im baden-württembergischen Heidenheim kam in der Nacht laut Polizei ein mit zwei Frauen besetztes Auto auf schneebedeckter Straße ins Schleudern. Es prallte gegen eine Leitplanke sowie einen entgegenkommenden Wagen. Eine 34-Jährige wurde dabei schwer verletzt.

In der Region Aachen riet die Polizei davon ab, Fahrräder zu benutzen. Radfahrer seien durch die Böen besonders gefährdet und könnten stürzen. In Städten von Köln bis Hannover schlossen die Behörden vorsorglich öffentliche Parks. Zugleich meldeten die Feuerwehren im Westen Deutschlands eine zunehmende Zahl von Einsätzen. Allein in Duisburg gab es am Vormittag hundert Einsätze. "Nahezu alle Kräfte der Feuerwehr Duisburg sind im Einsatz", hieß es bei der Stadt.

Stromausfälle, Schule fällt aus, Flüge gestrichen

In Nordrhein-Westfalen gab es am Vormittag außerdem größere Stromausfälle. Bis zu 100.000 Menschen seien ohne Strom gewesen, meldet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Grund dafür seien auf Leitungen gestürzte Bäume.

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Schneeräumen auf dem Feldberg im Schwarzwald.

(Foto: dpa)

  Nach heftigem Schnellfall und glatten Straßen wurde mancherorts der Unterricht abgesagt: Der Landkreis Goslar ordnete für den Oberharz den Ausfall des Unterrichts für alle Schulen im Bereich der Städte Braunlage und Clausthal-Zellerfeld sowie die Einstellung der Schülerbeförderung an. In Oberfranken endet der Unterricht heute schon früher. Schüler, die am Nachmittag keine Betreuung haben, können aber in ihren Schulen weiter beaufsichtigt werden. In Düsseldorf und Essen forderte die Stadtverwaltung Eltern auf, Kinder abzuholen. Andernfalls sollten die Schüler bis zum Ende des Unwetters in der Schule bleiben.

Derweil mussten im Zusammenhang mit "Friederike" am Flughafen München 17 Starts und Landungen abgesagt werden. Es handle sich um innerdeutsche Flüge der Lufthansa und Flüge der niederländischen KLM, sagte ein Flughafensprecher. Der Flughafen in Düsseldorf strich zehn Flüge.  Auf dem Airport Köln/Bonn wurde der am Mittag Flugbetrieb für "vorerst eine Stunde" unterbrochen", wie der Flughafen mitteilte. Auch am Hamburger Airport kam es zu Einschränkungen.

Am Flughafen Schiphol in Amsterdam war der Flugverkehr zeitweise komplett unterbrochen - mindestens 260 Flüge seien gestrichen worden, twitterte der Flughafen. Inzwischen ist der Flugverkehr wieder angelaufen. Es gibt aber noch etliche Verspätungen. Der Airport ist eines der größten Drehkreuze in Europa. Auch der Bahnverkehr in den Niederlanden kam vollständig zum Erliegen. Der Sturm erreichte dort in Böen Spitzengeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde.

Sicherheitsvorkehrungen gibt es auch in Köln: Wegen der heftigen Windstöße riet die Stadt dringend, neben Parks und Wäldern auch windanfällige Flächen wie die Umgebung des Kölner Doms zu meiden. Die Domplatte wurde zur Hälfte abgesperrt, um Passanten vor eventuell vom Dom herabstürzenden Steinen zu schützen. Durch Windböen seien auf der Domplatte mehrere Menschen erfasst und zu Boden gerissen worden, teilte die Stadt mit.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP