Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 01:07 AKW-Betreiber: Reaktor vom Netz genommen +++

Der Betreiber des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja hat nach eigenen Angaben einen der Reaktoren von Europas größtem AKW vom Netz genommen. Demnach wurde zuvor eine Hochspannungsleitung auf dem Kraftwerksgelände durch Artilleriebeschuss beschädigt. Es sei keine Radioaktvität ausgetreten, teilt Energoatom weiter mit. Damit seien nun zwei der sechs Reaktoren in Betrieb. Das AKW ist seit März von Russland besetzt, wird aber weiterhin vom ukrainischen Staatskonzern Energoatom und dessen Belegschaft betrieben. Während Energoatom und die ukrainische Regierung russische Truppen für den Beschuss am Freitag verantwortlich machen, weisen Russland und die örtliche, von Russland eingesetzte Stadtverwaltung dem ukrainischen Militär die Verantwortung zu. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 22:33 Selenskyj spricht nach Angriff auf AKW-Gelände von Terrorakt +++
Nach Angriffen in der Nähe eines Reaktors im Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland auf, die Verantwortung für den "Terrorakt" zu übernehmen. "Heute haben die Besatzer eine weitere äußerst riskante Situation für ganz Europa geschaffen", sagt Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. "Sie haben das Kernkraftwerk Saporischschja zweimal angegriffen." Jede Bombardierung der Anlage sei ein schamloses Verbrechen, "ein Akt des Terrors". Nach Angaben des staatlichen Betreibers Energoatom waren auf dem Gelände des AKW in Saporischschja nahe eines Nuklearreaktors drei Angriffe erfolgt. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

+++ 22:21 UEFA verhängt Strafe für Fenerbahçe-Fans wegen "Putin"-Rufen +++
Nach "Wladimir Putin"-Rufen durch Fans von Fenerbahçe Istanbul beim Spiel gegen Dynamo Kiew hat die UEFA den türkischen Klub bestraft. Fenerbahce muss 50.000 Euro Geldbuße zahlen und wurde zu einer Teil-Aussperrung seiner Fans auf Bewährung verurteilt, teilt die Europäische Fußball-Union mit. Sollte Fenerbahçe in den nächsten zwei Jahren gegen die Auflagen verstoßen, müssen beim nächsten Heimspiel in einem europäischen Wettbewerb mindestens 5000 Plätze leer bleiben.

+++ 21:54 Papst Franziskus trifft hohen Moskauer Kirchenvertreter +++
Papst Franziskus hat einen der höchsten Amtsträger der russisch-orthodoxen Kirche zu einem Gespräch im Vatikan empfangen. Damit nähren sich Hoffnungen, dass sich das durch den Ukraine-Krieg angespannte Verhältnis der zwei wichtigen Kirchen verbessern könnte. Der Heilige Stuhl berichtet von der Audienz von Metropolit Antonij, dem einflussreichen Leiter des Außenamtes des Patriarchats von Moskau. Er gilt als Nummer zwei und Vertrauter von Patriarch Kirill - das Kirchenoberhaupt hatte in den vergangenen Monaten zum großen Missfallen des Papstes für den Krieg geworben. Die russisch-orthodoxe Kirche teilt mit, dass zwischen Franziskus und Antonij "zahlreiche Themen" der orthodox-katholischen Beziehungen zur Sprache gekommen seien, auch "im Zusammenhang mit politischen Prozessen in der Welt".

+++ 21:34 USA planen offenbar weiteres Hilfspaket für die Ukraine +++
Die USA wollen nach Angaben von Insidern die Ukraine mit einem weiteren militärischen Hilfspaket im Volumen von voraussichtlich einer Milliarde US-Dollar unterstützen. Das Paket solle Munition für Langstreckenwaffen sowie gepanzerte Sanitätsfahrzeuge umfassen, sagen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es beinhalte bisherigen Planungen zufolge Munition für die Raketensysteme Himars und Nasams. Die offizielle Bekanntgabe sei für Montag vorgesehen. US-Präsident Joe Biden habe das Vorhaben noch nicht unterzeichnet.

+++ 20:59 Amnesty-Chefin der Ukraine tritt zurück +++
Die Leiterin des Ukraine-Büros von Amnesty International, Oksana Pokaltschuk, ist zurückgetreten. Das schreibt sie auf Facebook. Sie hatte bereits am gestrigen Donnerstag erklärt, dass ihr Team darum gebeten hatte, den umstrittenen Bericht der Menschenrechtsorganisation nicht zu veröffentlichen. In dem Papier ging es um möglicherweise problematische Taktiken der ukrainischen Armee. Kritik warfen dem Papier eine Täter-Opfer-Umkehr vor.

+++ 20:24 13 ukrainische Getreide-Frachter in Wartestellung +++
Nach Angaben des ukrainischen Infrastrukturministers Oleksander Kubrakow warten derzeit 13 Getreide-Frachter auf ihre Fahrt durch das Schwarze Meer. Wie "The Kyiv Independent" berichtet, erwarte der Minister, dass die Ukraine dank des Getreide-Abkommens monatlich rund drei Millionen Tonnen Agrarprodukte von den Häfen in Odessa, Tschornomorsk und Pivdennyi verschiffen könnte.

+++ 20:12 Türkei will Gaslieferungen künftig teils in Rubel zahlen +++
Die Türkei zahlt russischen Angaben zufolge einen Teil der Gaslieferungen aus Russland künftig in Rubel. Darauf hätten sich die beiden Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan bei ihrem Treffen im russischen Sotschi geeinigt, erklärt der russische Vizeministerpräsident Alexander Nowak laut Agentur Interfax. In einer gemeinsamen Erklärung teilten Putin und Erdogan zudem mit, beide Länder würden bei der Bekämpfung von Terrororganisationen in Syrien zusammenarbeiten sowie Handel und Wirtschaftskooperationen ausweiten.

+++ 19:49 "Moskau hat gesehen, was türkische Drohnen anrichten" +++
Kampfdrohnen aus türkischer Herstellung kommen im Ukraine-Krieg bereits zum Einsatz - bislang allerdings gegen die russische Armee. Bei ihrem Treffen in Sotschi könnte nun auch Putins Wunsch an Erdogan auf der Agenda stehen, solche Drohnen selbst zu kaufen. ntv-Reporter Rainer Munz beobachtet das Treffen in Sotschi.

+++ 19:31 Ukraine beschlagnahmt 903 Objekte aus russischem Besitz +++
Die ukrainische Regierung stimmt der Beschlagnahme von 903 Objekten, die sich in russischem Besitz befinden, zu. Das erklärt der ukrainische Premierminister Denys Schmyhal. "Heute hat die Regierung den Erlass des Präsidenten gebilligt, der die Beschlagnahme von 903 Objekten des russischen Staates vorschlägt. Bei 79 Gegenständen handelt es sich um Unternehmensrechte, bei 824 Gegenständen um Eigentum", sagt Schmyhal. Diese Objekte fielen in drei Kategorien: Eigentümer, die dem russischen Staat gehörten, Vermögen sanktionierter russischer Bürger und Unternehmen sowie das Vermögen russischer Banken.

+++ 19:03 Treffen zwischen Putin und Erdogan endet nach vier Stunden +++
Das Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan im russischen Badeort Sotschi ist nach vier Stunden beendet. Die Gespräche zwischen den beiden Staatschefs dauerten vier Stunden, heißt es aus dem türkischen Präsidialpalast. Das bestätigt auch Putins Sprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Eine Pressekonferenz war nicht geplant, allerdings will Vize-Regierungschef Alexander Nowak später am Abend für die russische Seite über Ergebnisse berichten.

+++ 18:47 Russland und Ukraine werfen sich Beschuss von Atomkraftwerk vor +++
Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig den Beschuss des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja vor. Am Nachmittag habe die ukrainische Armee das Werksgelände beschossen, melden mehrere russische Agenturen unter Berufung auf die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar, in der sich das Kraftwerk befindet. Zwei Stromleitungen seien unterbrochen worden und ein Feuer ausgebrochen. Von ukrainischer Seite heißt es hingegen, die Russen hätten das Gelände selbst beschossen. Infolge der russischen Angriffe sei eine Hochspannungsleitung zum benachbarten Wärmekraftwerk beschädigt worden, teilt der ukrainische staatliche Atomkonzern Energoatom mit. Ein Block des Atomkraftwerks sei heruntergefahren worden.

+++ 18:34 Amnesty International hält an umstrittenem Bericht fest +++
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hält trotz scharfer Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an ihrem Bericht zu problematischen Taktiken der ukrainischen Armee fest. Die Organisation stehe "voll und ganz zu unseren Untersuchungen", schreibt die Generalsekretärin Agnes Callamard in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. "Die Ergebnisse beruhen auf Beweisen, die im Rahmen umfangreicher Ermittlungen gesammelt wurden." Kritik an der Menschenrechtsorganisation kommt unter anderem von der britischen Botschafterin in der Ukraine, Melinda Simmons. "Das Einzige, was die (ukrainische) Zivilbevölkerung bedroht, sind Raketen und Gewehre und plündernde russische Truppen", schreibt Simmons auf Twitter.

+++ 18:21 Erster Getreide-Frachter aus der Ukraine soll am Sonntag im Libanon ankommen +++
Für Sonntag wird im libanesischen Hafen Tripoli die Ankunft des ersten Schiffs mit Getreideexporten aus der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieg erwartet. Eine Sprecherin der ukrainischen Botschaft im Libanon sagt, der Frachter "Razoni" solle um 10.00 Uhr Ortszeit (09.00 Uhr MESZ) anlegen. Die "Razoni" hatte am Montag den Hafen im ukrainischen Odessa mit 26.000 Tonnen Mais an Bord in Richtung Libanon verlassen.

+++ 17:56 Italien gewährt Kiew Null-Zins-Kredit über 200 Millionen Euro +++
Italien gewährt der Ukraine nach Angaben des Finanzministeriums in Kiew einen Kredit über 200 Millionen Euro. Italien verlange für den Kredit mit einer Laufzeit von 15 Jahren keine Zinsen und wolle damit zur finanziellen Stabilität des Staates beitragen. Mit dem Geld sollen vor allem Lehrkräfte bezahlt werden, teilt das Ministerium weiter mit.

+++ 17:33 Ukraine: Mindestens 22 Verletzte bei Beschuss von Mykolajiw +++
Bei dem russischen Beschuss der Stadt Mykolajiw wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 22 Menschen verletzt. Das berichtet "The Kyiv Independent" mit Verweis auf die örtlichen Behörden. Demnach hätten die russischen Truppen aus den besetzten Gebieten in der Region Cherson im Süden der Ukraine geschossen.

+++ 17:13 Lettland setzt Visa-Vergabe an Russen fast komplett aus +++
Lettland schränkt die Ausstellung von Visa für Russen auf unbestimmte Zeit weiter ein. Die lettische Botschaft in Moskau werde von nun an nur noch Visa-Anträge von russischen Staatsbürgern entgegennehmen, die an der Beerdigung eines nahen Verwandten in Lettland teilnehmen müssen. Dies teilt die Auslandsvertretung des baltischen EU- und NATO-Landes auf Twitter mit. Lettland hatte zuvor bereits die Ausgabe von Visa für Bürger des Nachbarlandes eingeschränkt - sie wurden nur noch in humanitären Fällen ausgestellt.

+++ 16:54 Journalistin Owsjannikowa nennt Rückkehr nach Moskau "Russisch Roulette" +++
Die durch ihren Live-Protest gegen den russischen Militäreinsatz in der Ukraine bekannt gewordene Fernsehjournalistin Marina Owsjannikowa vergleicht ihre Rückkehr nach Moskau mit einer Partie Russisch Roulette. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagt die 44-Jährige, sie wisse, dass sie jederzeit festgenommen werden könne: "Ich habe mich entschieden, Russisch Roulette zu spielen." Sie sei "eine Kämpferin" und habe "trotz der Einschüchterungen keine Angst". "Man kann ein Gesetz finden, um jede Person zu bestrafen", sagt Owsjannikowa in Anspielung auf einen düsteren Aphorismus aus der Zeit des stalinistischen Terrors. "Wenn sie diese Entscheidung treffen, werden sie mich innerhalb eines Tages festnehmen, es wird nur ein paar Sekunden dauern."

+++ 16:26 Putin wirbt für stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Türkei +++
Russlands Präsident Wladimir Putin spricht sich bei seinem Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan für die Unterzeichnung eines Abkommens zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder aus. "Ich hoffe, dass wir heute ein entsprechendes Memorandum über die Entwicklung unserer Handels- und Wirtschaftsbeziehungen unterzeichnen können", sagt Putin bei dem Treffen in Sotschi. "Ich glaube, dass (das heutige Treffen) eine ganz neue Seite in den türkisch-russischen Beziehungen aufschlagen wird", sagt Erdogan. Er fügt hinzu, dass insbesondere der Konflikt in Syrien zur Sprache kommen werde.

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+++ 16:10 EU-Notfallplan für Gas nimmt letzte Hürde +++
Der europäische Notfallplan zur Vorbereitung auf einen möglichen Stopp russischer Gaslieferungen tritt kommende Woche in Kraft. Am heutigen Freitag nahm das Gesetz die letzte formelle Hürde, teilt die tschechische Ratspräsidentschaft mit. Der Plan sieht vor, dass alle EU-Länder ihren Gaskonsum ab Anfang August bis März nächsten Jahres freiwillig um 15 Prozent senken, verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch der letzten fünf Jahre in dem Zeitraum.

+++ 15:57 Russland weist 14 bulgarische Diplomaten aus +++
Russland hat mehr als einen Monat nach der Abschiebung seiner eigenen Diplomaten aus Sofia 14 bulgarische Botschaftsangehörige ausgewiesen. Der Botschafter sei ins Außenministerium vorgeladen worden, "wo ihm eine Note des Ministeriums übergeben wurde, in der 14 Mitarbeiter des bulgarischen diplomatischen und konsularischen Dienstes in Russland zur 'persona non grata' erklärt wurden", teilt das russische Außenamt in einer Stellungnahme mit. Die Betroffenen müssen Russland verlassen.

+++ 15:38 Putin lobt "störungsfreie" Gaspipeline Turkstream +++
Vor den gemeinsamen Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan lobt der russische Präsident Wladimir Putin die über die Türkei verlaufende Pipeline Turkstream. Die sei nicht nur eine der wichtigsten Versorgungsadern Europas, sondern funktioniere "im Gegensatz zu anderen Richtungen unserer Kohlenstofflieferungen störungsfrei, dynamisch und ohne Ausfälle", so der Kremlchef mit Blick auf die seit Juni zurückgefahrenen Gasliefermengen bei der Pipeline Nord Stream 1. Außerdem bedankt Putin sich bei Erdogan für dessen Vermittlung beim Abschluss des Getreideabkommens.

+++ 15:19 Russischem Experten für Hyperschall-Raketen wird Hochverrat vorgeworfen +++
Ein führender russischer Experte für Hochgeschwindigkeits-Raketen ist wegen des Verdachts des Hochverrats verhaftet worden. Es habe Durchsuchungen in dem Hyperschall-Labor am Nowosibirsker Institut für theoretische und angewandte Mechanik gegeben, meldet die russische Nachrichtenagentur Tass. Der verdächtigte Andrej Schipljuk ist nach Angaben der Internetseite des Instituts verantwortlich für die Entwicklung von Hyperschall-Raketen.

+++ 15:08 EU-Staaten haben bereits 1000 Patienten aus der Ukraine aufgenommen +++
EU-Staaten haben nach Daten der Europäischen Kommission bereits 1000 Patienten aus ukrainischen Krankenhäusern aufgenommen, um das durch den Krieg stark geforderte Gesundheitssystem zu entlasten. Um den Druck auf die örtlichen Krankenhäuser zu lindern, koordiniere die EU bereits seit dem 11. März die Verlegung von Patienten in andere europäische Länder. Insgesamt haben sich nach Angaben der EU-Kommission bereits 18 Staaten an der Hilfsaktion beteiligt.

+++ 14:27 Russland erwägt Kürzung der Getreideexporte +++
Russland, der weltgrößte Weizenexporteur, will seine Getreideausfuhren möglicherweise reduzieren. Das Landwirtschaftsministerium teilt mit, sollte das Ernteziel für die Saison 2022/23 von 130 Millionen Tonnen nicht erreicht werden, würden die bislang geplanten Exporte von 50 Millionen Tonnen gekappt werden. Die Ernte sei derzeit wegen des kalten Frühlings, des Regens und des Mangels an Ersatzteilen für landwirtschaftliche Geräte hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

+++ 14:13 Macron und Putin haben laut Kreml seit Wochen nicht telefoniert +++
Nach Angaben des Kremls haben die Präsidenten Russlands und Frankreichs seit zwei Monaten nicht mehr telefoniert, weil Frankreich für Moskau ein "unfreundlicher" Staat sei. Gespräche seien deshalb nicht notwendig, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Auf die Frage, warum es nun nicht mehr zum Austausch komme, antwortet Peskow: "Nun, zunächst einmal ist Frankreich ein unfreundlicher Staat im Hinblick auf die Maßnahmen, die es in Bezug auf unser Land ergreift." Die beiden Präsidenten hielten die Zeit noch nicht reif für ein Gespräch, fügt er hinzu. Es sei derzeit auch nicht notwendig.

+++ 13:56 Gouverneur: Besatzer greifen zu Zwangsrekrutierungen +++
Offenbar verstärken die russischen Besatzer in der Region Luhansk ihre Rekrutierungsbemühungen. Wie der Gouverneur Serhij Hajdaj auf Telegram schreibt, sollen Lehrer aus der Sommerpause zurückbeordert worden sein, demnach werden sie gezwungen, Vorladungen zu verteilen. In Brjanka seien rund 300 Männer direkt von der Straße, von Bushaltestellen und aus öffentlichen Verkehrsmitteln zwangsverpflichtet worden. "Die gleiche Situation gilt in Kadiivka", so Haidai weiter.

+++ 13:36 "Was ich sehe, macht mich krank" - Ukrainische Moderatorin Ashion wieder in Kiew +++
Vor fünf Monaten floh die ukrainische Moderatorin Karolina Ashion aus Kiew nach Deutschland. In den ersten Wochen des Krieges berichtet die 47-Jährige im "Ukraine Update" für ntv regelmäßig über die Geschehnisse. Jetzt kehrt sie in ihre Heimat zurück - und erlebt Freude und Entsetzen.

+++ 13:26 Moskau erklärt bulgarische Diplomaten zu unerwünschten Personen +++
Russland weist 14 bulgarische Diplomaten aus. Sie seien zu unerwünschten Personen erklärt worden, teilt das Außenministerium in Moskau mit. Ende Juni hatte Bulgarien 70 russische Diplomaten ausgewiesen und dies mit Spionagevorwürfen begründet. Zudem will das bulgarische Außenministerium erreichen, dass genauso viele bulgarische Diplomaten in Moskau wie russische in Sofia tätig sind.

+++ 13:08 Ausgangssperre: Mykolajiw sucht nach Kollaborateuren +++
In der Stadt Mykolajiw nahe der Front im Süden des Landes wird im Kampf gegen Kollaborateure eine Ausgangssperre von Freitagabend bis Montagfrüh verhängt. Es seien Überprüfungen in verschiedenen Stadtteilen geplant, teilt Gouverneur Witalij Kim über Telegram mit. Er beschwichtigt, es gebe keine Anzeichen dafür, dass Mykolajiw von russischen Truppen eingekreist werde.

+++ 12:56 Ukraine erntet bislang erst 17,5 Millionen Tonnen Getreide +++
Der Krieg beeinträchtigt massiv die ukrainische Landwirtschaft. Wie "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Angaben des Ministeriums für Agrarpolitik und Ernährung berichtet, erntet das Land bis Anfang August 17,5 Millionen Tonnen Getreide. Demnach sind Anfang August nur 41 Prozent der ukrainischen Anbauflächen abgeerntet. Im Jahr 2021 belief sich die Getreideernte der Ukraine auf 107 Millionen Tonnen.

+++ 12:39 Kreml will Gefangenenaustausch nicht öffentlich diskutieren +++
Ein möglicher Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA soll nach Angaben des Kremls nicht öffentlich diskutiert werden. "Wenn wir den Gefangenenaustausch über die Presse diskutieren, wird er nie stattfinden", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow einen Tag nach Verhängung der international scharf kritisierten Haftstrafe gegen die US-Basketballspielerin Brittney Griner. Russland hatte den USA bereits im Vorfeld der Verhandlungen vorgeworfen, "Megafon-Diplomatie" zu betreiben.

+++ 12:20 "Ereignisse in Charkiw sind besonders beunruhigend" +++
Das erste Mal seit Wochen steht Charkiw wieder unter Artilleriebeschuss, Bewohner befinden sich nahezu dauerhaft in Luftschutzbunkern. Währenddessen sorgt der Vorwurf von Amnesty International für Zorn aufseiten der Ukrainer. Aus Kiew berichtet ntv-Reporter Jakob Passlick.

+++ 12:00 Institut für Weltwirtschaft: Abtransport von ukrainischem Getreide kaum schaffbar +++
Der Abtransport von Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine mit Schiffen ist nach Angaben des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) kaum zu schaffen. Für die eingelagerten 20 Millionen Tonnen müssten rund 570 Schiffsladungen abgefertigt werden. "Gerade weil die Ernte von Getreide jetzt wieder beginnt und die Lager dafür dringend gebraucht werden, müssen auch andere Transportmöglichkeiten wie Züge und Lkw voll ausgeschöpft werden", teilt Vincent Stamer vom IfW mit.

+++ 11:39 Bericht über brennendes russisches Schiff nahe Sewastopol +++
Im Schwarzen Meer soll ein russisches Schiff brennen. Dies berichtet der Nachrichtenkanal Nexta auf Twitter. Das Schiff soll sich in der Nähe von Sewastopol befinden, einer Hafenstadt in der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Krim. Sewastopol ist der Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte.

+++ 11:31 TASS: Kämpfe im Norden von Donezk +++
Russische und pro-russische Truppen nehmen einer Agenturmeldung zufolge am Rande der ostukrainischen Stadt Donezk in der Ostukraine das befestigte Dorf Pisky ein. Auch in der Industriestadt Bachmut im Norden von Donezk seien Kämpfe ausgebrochen, meldet die russische Nachrichtenagentur TASS. Am Vortag teilte das ukrainische Militär mit, es habe zwei Angriffe der russischen Streitkräfte auf Pisky abgewehrt

+++ 11:14 Kiew: "Der Genozid in Mariupol dauert an" +++
Die Lage im russisch besetzten Mariupol ist ukrainischen Angaben zufolge desolat. "Es gibt praktisch keine Medikamente für die Zivilbevölkerung", schreibt Anton Geraschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, auf Twitter. "Insulinabhängige Menschen bekommen nur einmal in der Woche Insulin, wenn sie Glück haben." Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert würden, würden in den Fluren liegen, ein Viertel von ihnen sterbe, schreibt Geraschenko weiter. "Der Genozid in Mariupol dauert an."

+++ 10:49 Kiew meldet Tod von 150 russischen Soldaten in 24 Stunden +++
Die russische Armee verliert nach offiziellen ukrainischen Angaben in den vergangenen 24 Stunden rund 150 Soldaten. Wie der ukrainische Generalstab berichtet, erhöht sich damit die Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten russischen Soldaten auf 41.650. Die Zahl der zerstörten Panzer gibt Kiew inzwischen mit 1792, die der Luftverteidigungssysteme mit 123 an.

+++ 10:26 Institut: Russland muss Kräfte umschichten +++
Nach Angaben des Institute for the Study of War zwingt die Ukraine Russland zu einer Umverteilung seiner Kräfte. "Die russischen Streitkräfte verlegen zunehmend Personal und Ausrüstung in die Gebiete Cherson und Westsaporischschja", schreibt die Denkfabrik. Dies gehe auf Kosten ihrer Bemühungen, die Orte Slowjansk und Siversk einzunehmen - was Russland offenbar aufgegeben habe. Nach Angaben des Instituts verlegen die russischen Streitkräfte auch militärische Ausrüstung - insbesondere Artillerie und Flugzeuge - aus anderen Teilen der Ukraine auf die Krim. Weiter heißt es: "Die Vorbereitungen der Ukraine auf die Gegenoffensive in Cherson und die ersten Operationen im Rahmen dieser Gegenoffensive, verbunden mit der dramatischen Schwächung der russischen Streitkräfte, scheinen es der Ukraine erstmals zu erlauben, den Verlauf des Krieges aktiv zu gestalten."

+++ 10:02 Gasspeicher zu über 70 Prozent gefüllt +++
Der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher nähert sich trotz der stark reduzierten Liefermengen aus Russland weiter der 75-Prozent-Marke. Wie aus im Internet veröffentlichten Daten der europäischen Gasspeicher-Betreiber hervorging, liegt der Wert am vergangenen Mittwoch bei 70,4 Prozent. Der Füllstand wird immer mit zwei Tagen Verspätung gemeldet. Eine neue Verordnung sieht vor, dass die deutschen Speicher am 1. September zu mindestens 75 Prozent gefüllt sein müssen. Seit Mittwoch vergangener Woche liegen die Liefermengen aus der Ostseepipeline Nord Stream 1 nur noch bei etwa 20 Prozent der Kapazität.

+++ 09:45 Kanada bildet ukrainische Rekruten aus +++
Kanada entsendet bis zu 225 Streitkräfte nach Großbritannien, um ukrainische Rekruten auszubilden. Dies teilt die kanadische Verteidigungsministerin Anita Anand mit. Seit Februar 2022 hat Kanada der Ukraine Militärhilfe im Wert von 626 Millionen US-Dollar zugesagt oder geliefert, darunter Artilleriegeschütze und Munition sowie spezielle Drohnenkameras und gepanzerte Kampfunterstützungsfahrzeuge.

+++ 09:26 Ukraine: Russland startet Offensive im Gebiet Donezk +++
Die russischen Truppen starten nach ukrainischen Angaben im Gebiet Donezk eine größere Offensive. "Im Raum Donezk führt der Feind eine Angriffsoperation Richtung Bachmut und Awdijiwka durch", teilt der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Mit den Gefechten versuchen die russischen Truppen demnach, sich in eine gute Ausgangsposition für die Eroberung der Städte Soledar und Bachmut zu bringen und ihre Kontrolle auf das Gebiet westlich von Donezk zu erweitern. Die Städte Soledar und Bachmut sind Teil der Verteidigungslinie östlich des Ballungsraums um die Großstädte Slowjansk und Kramatorsk. Dort lebten vor dem Krieg mehr als eine halbe Million Menschen. Es ist der letzte Großraum im Donbass, der noch von Kiewer Truppen kontrolliert wird. Die Ukraine hat das Gebiet zu einer Festung ausgebaut.

+++ 09:04 London: Russen nutzen AKW als Schutzschild +++
Nach Monaten der Besetzung beeinträchtigen die russischen Maßnahmen rund um das AKW Saporischschja mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sicherheit des normalen Betriebs des Kraftwerks. Dies berichtet das Verteidigungsministerium in London. "Die russischen Streitkräfte operieren wahrscheinlich in Gegenden, die an das Kraftwerk grenzen, und haben dort stationierte Artillerieeinheiten eingesetzt, um ukrainisches Gebiet am Westufer des Flusses Dnipro zu beschießen", heißt es. Dabei nutzten sie wohl den geschützten Status des Kernkraftwerks, "um das Risiko für ihre Ausrüstung und ihr Personal durch nächtliche ukrainische Angriffe zu verringern".

+++ 08:37 Kiew will Ausweitung des Getreide-Abkommens auf andere Güter +++
Die Ukraine fordert eine Ausweitung des Abkommens für Getreide-Exporte über das Schwarze Meer auch auf andere Güter. Bei dem Abkommen gehe es um Logistik, um eine Bewegung von Schiffen im Schwarzen Meer, sagt der stellvertretende Wirtschaftsminister Taras Katschka der "Financial Times". Unter Vermittlung der Türkei und der UN hat Russland seine Seeblockade gelockert, um den Export von Getreide aus der Ukraine über das Schwarze Meer zu ermöglichen. Damit soll ein Nahrungsmittelmangel vor allem in ärmeren Ländern verhindert werden. Ein erster Getreide-Frachter war in dieser Woche aus dem ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa ausgelaufen, drei weitere verließen am Morgen ukrainische Häfen.

+++ 08:18 Russland zeigt sich offen für Gefangenenaustausch mit USA +++
Russland ist angeblich bereit zu einer Diskussion über den Austausch von Basketball-Star Brittney Griner. Dies erklärt der russische Außenminister Sergej Lawrow. "Wir sind bereit, dieses Thema im Rahmen des von den Präsidenten Putin und Biden vereinbarten Kanals zu diskutieren", sagt Lawrow. Ein russisches Gericht hat die US-Basketballerin am Donnerstag wegen Drogenschmuggels zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. US-Präsident Joe Biden nannte das Urteil in einer umgehenden Reaktion "inakzeptabel" und forderte die "sofortige" Freilassung der Sportlerin.

+++ 07:58 Rüstungskonzern Rheinmetall fährt Rekordgewinn ein +++
Der Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert offenbar vom Ukraine-Krieg. Im ersten Halbjahr fährt er einen Rekordgewinn ein. Bei einem Umsatzplus um 3,5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro legt der operative Gewinn um acht Prozent auf 206 Millionen Euro zu, wie der Düsseldorfer Konzern mitteilt. Im Februar hatte Bundeskanzler Olaf Scholz als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine einen massiven Ausbau der Bundeswehr mit zusätzlichen Ausgaben von 100 Milliarden Euro angekündigt.

+++ 07:58 Lawrow: Allianz mit China ist Pfeiler für "Triumph des Völkerrechts" +++
Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnet Moskaus Allianz mit Peking als Rückhalt des Völkerrechts. "Unsere strategische Partnerschaft ist einer der Stützpfeiler der Bewegung für den Triumph des Völkerrechts", sagt der russische Chefdiplomat der Agentur Interfax zufolge beim Ministertreffen des Verbands Südostasiatischer Nationen. Lawrow präsentiert sich dabei als Bewahrer der UN-Charta, die allen Staaten gleichberechtigt Souveränität gewähre. Die USA verstießen ständig gegen diesen Grundsatz, kritisiert er. "Wir beteiligen uns zusammen mit der Chinesischen Volksrepublik an der kürzlich geschaffenen Gruppe der Freunde zum Schutz der UN-Charta", so Lawrow. Er rechne damit, dass die Gruppe wachsen werde.

+++ 07:42 Minister: Drei weitere Schiffe laufen aus ukrainischen Häfen aus +++
Zwei Wochen nach Abschluss des Abkommens für Agrarexporte aus der Ukraine legen dort drei weitere mit Getreide und Lebensmitteln beladene Schiffe ab. Wie Infrastrukturminister Olexander Kubrakow twittert, haben die "Navi Star", "Rojen" und "Polarnet" ukrainische Häfen verlassen. Die drei Schiffe sollen zusammen rund 58.000 Tonnen Mais an Bord haben. Die drei Frachter lagen in den Häfen Tschornomorsk und Odessa.

+++ 07:16 Auf Mariupols Straßen sollen noch Leichen liegen +++
Auf den Straßen der monatelang heftig umkämpften Stadt Mariupol sollen immer noch Leichen von Zivilisten liegen. Dies berichtet der Nachrichtenkanal Nexta auf Twitter und beruft sich auf einen Berater des Bürgermeisters. Bei den Kämpfen um die südukrainische Hafenmetropole wurden Tausende Menschen getötet. Russland verkündete erst kürzlich Wiederaufbaupläne für die Stadt, die seine Armee zuvor in weiten Teilen zerstört hatte. Danach sollen angeblich erste Wohngebäude und Krankenhäuser im September stehen.

+++ 06:55 "Washington Post": Russland will Spionage-Satelliten für Iran zunächst selbst nutzen +++
Russland will offenbar in der nächsten Woche einen Spionage-Satelliten für den Iran ins All schicken, diesen aber zunächst selbst im Krieg gegen die Ukraine einsetzen. Dies berichtet die "Washington Post". Der Satellit werde Teherans Möglichkeiten, militärische Ziele im gesamten Nahen Osten auszuspionieren, erheblich verbessern. Doch zunächst wolle Moskau diesen nutzen, um seine eigenen Kriegsanstrengungen in der Ukraine zu unterstützen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf westliche Sicherheitsbeamte. Der bevorstehende Start ist demnach der jüngste Hinweis auf eine verstärkte militärische und politische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran. Im vergangenen Monat enthüllten US-Beamte, dass der Iran Russland angeboten hatte, seine erstklassigen Überwachungsdrohnen zu liefern, um es im Krieg in der Ukraine zu unterstützen.

+++ 06:31 Ukraine meldet russische Angriffe in mehreren Regionen +++
Laut ukrainischen Angaben gibt es wieder russische Angriffe in verschiedenen ukrainischen Regionen. Dies berichtet "The Kyiv Independent". Demnach sollen Außenbezirke von Saporischschja von Raketen getroffen worden seien, auch die Region Sumy wird beschossen. Nach Angaben von Jewhen Jewtuschenko, dem Leiter der Militärverwaltung des Bezirks Nikopol, greifen russische Streitkräfte auch Nikopol in der Region Dnipropetrowsk an. Er fordert die Bewohner auf, in den Schutzräumen zu bleiben.

+++ 06:08 Amnesty setzt ukrainische und russische "Trolle" gleich +++
Amnesty International wehrt sich gegen Vorwürfe nach dem jüngsten Ukraine-Bericht. Dabei setzt Generalsekretärin Agnes Callamard ukrainische und russische Kritiker der Berichte gleich. "Ukrainische und russische Social-Media-Mobs und Trolle: Sie alle sind heute dabei, Amnesty-Untersuchungen anzugreifen. Das nennt man Kriegspropaganda, Desinformation, Fehlinformation", twittert sie.

Amnesty International veröffentlichte am Donnerstag einen Bericht, in dem behauptet wurde, dass ukrainische Truppen Zivilisten gefährden, indem sie Waffen in Wohngebieten einsetzen. Kiew spricht von einer Täter-Opfer-Umkehr. Die ukrainische Sektion von Amnesty wurde nicht an dem Bericht beteiligt. Begründete Versuche, eine Veröffentlichung des Berichts zu verhindern, seien ignoriert worden, beklagt die Leiterin der ukrainischen Sektion.

+++ 05:37 Habeck will Gasumlage von Mehrwertsteuer befreien +++
Auf die vom Kabinett beschlossene Gasumlage soll nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums keine Mehrwertsteuer erhoben werden. "Das ist nicht vermittelbar", heißt es aus Kreisen des von Robert Habeck geführten Hauses. Aber hier liege die Zuständigkeit beim FDP-geführten Finanzministerium. Dieses müsse prüfen, wie das funktionieren könne. Die Bundesregierung will mit der Umlage infolge stark gedrosselter russischer Gaslieferungen einen Zusammenbruch von Importeuren verhindern. Sie soll ab Anfang Oktober greifen und Gasversorgern wie Uniper zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende, günstigere Gasmengen aus Russland kaufen müssen.

+++ 04:01 Erdogan trifft Putin in Sotschi +++
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will zu einem Gespräch mit Kreml-Chef Wladimir Putin nach Russland reisen. Putin empfängt Erdogan heute in Sotschi am Schwarzen Meer. Es ist das zweite Treffen der beiden Staatschefs seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar. Es werde um aktuelle globale und regionale Fragen gehen, heißt es in Ankara. Laut Kreml stehen mögliche Drohnenverkäufe des NATO-Mitglieds an Moskau auf der Tagesordnung.

+++ 03:08 Selenskyj beklagt "künstliche Verzögerung" bei Finanzhilfen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagt die verzögerte Auszahlung von EU-Finanzhilfen in Milliardenhöhe für sein Land. Diese "künstliche Verzögerung" sei entweder ein Verbrechen oder ein Fehler, sagt der Staatschef in seiner abendlichen Videoansprache. Jeden Tag erinnere er EU-Politiker daran, dass ukrainische Rentner, Flüchtlinge, Lehrer und andere nicht zu Geiseln von "Unentschlossenheit oder Bürokratie" werden dürften. "Ich möchte nicht sagen, welches europäische Land jetzt bremst", sagte er. Er gehe immer noch davon aus, dass es um einen Fehler gehe, der korrigiert werden könne. Zwei Tage zuvor hatte der Vizechef des ukrainischen Präsidialamtes, Ihor Schowkwa, Deutschland für die schleppende Auszahlung verantwortlich gemacht. Das Bundesfinanzministerium weist den Vorwurf zurück.

+++ 01:44 Drei weitere Getreidefrachter sollen ukrainische Häfen verlassen +++
Zwei Wochen nach Abschluss des Abkommens für Agrarexporte aus der Ukraine sollen dort drei weitere mit Getreide und Lebensmitteln beladene Schiffe ablegen. Die "Navi Star", "Rojen" und "Polarnet" hätten zusammen rund 50.000 Tonnen Mais an Bord, teilt der ukrainische Infrastrukturminister Olexander Kubrakow mit. Die drei Frachter sollten aus den beiden Häfen Tschornomorsk und Odessa zwischen 4.00 und 7.00 Uhr MESZ auslaufen.

+++ 00:49 EU belegt Janukowitsch und Sohn mit Sanktionen +++
Die EU verhängt erneut Sanktionen gegen den früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und dessen Sohn. Die beiden seien verantwortlich für die Unterstützung und Umsetzung von Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine bedrohten, heißt es in dem Beschluss. So sei Viktor Janukowitsch laut verschiedenen Quellen zuletzt Teil einer russischen Sonderoperation gewesen, die das Ziel gehabt habe, ihn während der ersten Phase des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wieder als Präsidenten einzusetzen. Die EU hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach Sanktionen gegen Janukowitsch und dessen Sohn verhängt. Diese wurden zum Teil allerdings wegen Verfahrensfehlern vom EU-Gericht für nichtig erklärt.

+++ 23:56 Bürgermeister meldet Beschuss von Charkiw +++
Russische Artillerie beschießt am Abend nach Behördenangaben die ostukrainische Großstadt Charkiw. Drei Stadtteile seien Ziel der Angriffe gewesen, schreibt der Bürgermeister der Stadt. Nach ersten Erkenntnissen seien drei Menschen verletzt worden. "Ich bitte alle, in Schutzräumen zu bleiben und maximal vorsichtig zu sein", schreibt er. Die ukrainische Armee hat russische Truppen zwar von der zweitgrößten Stadt des Landes abgedrängt; sie ist aber nicht ganz außer Reichweite der russischen Artillerie.

+++ 23:12 Selenskyj: Amnesty wälzt Verantwortung auf das Opfer ab +++
In seiner täglichen Videoansprache geht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einen Bericht von Amnesty International (AI) zu angeblichen Völkerrechtsverstößen seiner Streitkräfte ein. Er wirft der Menschenrechtsorganisation vor, sie wälze die Verantwortung vom Aggressor auf das Opfer ab, indem es beide auf eine Stufe stelle. Wer einen solchen Zusammenhang herstelle, "muss sich eingestehen, dass er damit Terroristen hilft", sagt Selenskyj. Amnesty hält der ukrainischen Armee vor, dass sie häufig von Wohnhäusern, Schulen oder Krankenhäusern aus operiere und damit russisches Feuer auf diese zivilen Objekte herausfordere. Dies sei ein Verstoß gegen humanitäres Völkerrecht.

+++ 22:30 USA unterstellen Russland Fälschung von Beweisen in Gefängnis Oleniwka +++
Die USA gehen davon aus, dass Russland den Angriff auf ein Gefängnis mit ukrainischen Kriegsgefangenen der Ukraine in die Schuhe schieben will. Man rechne damit, dass Vertreter Russlands Beweise fälschen würden, sagt der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby. Russland hat Experten der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes eingeladen, den Beschuss eines Gefängnisses zu untersuchen, bei dem über 50 Kriegsgefangene getötet wurden. Russland macht die Ukrainer für einen Raketenangriff auf das Gefängnis im Ort Olenikowa verantwortlich, der in der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region Donezk liegt.

+++ 22:12 Amnesty-Chefin der Ukraine: Wurden von Bericht ausgeschlossen +++
Die Leiterin von Amnesty in der Ukraine, Oksana Pokaltschuk, kritisiert den durch Amnesty International veröffentlichten Bericht, dass die Ukraine Zivilisten gefährde. Sie schreibt auf Facebook, dass das Amnesty-Team der Ukraine keine Daten zur Verfügung stellen konnte und nicht am Bericht beteiligt wurde. Begründete Versuche, eine Veröffentlichung des Berichts zu verhindern, wurden demnach ignoriert. Das Team in der Ukraine erhielt zudem vor der Veröffentlichung keine Kopie des Berichts. Aus diesem Grund habe sich das ukrainische Amnesty -Team auch geweigert, den Bericht seinerseits zu veröffentlichen oder zu übersetzen.

+++ 21:59 Kanadische Regierung verteidigt Reparatur der deutschen Gasturbine +++
Die kanadische Regierung verteidigt die Lieferung der in Kanada gewarteten Turbine für die Gaspipeline Nord Stream 1 nach Deutschland vor einem Parlamentsausschuss. Bei einer einberufenen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses betonen Außenministerin Mélanie Joly und der Minister für natürliche Ressourcen, Jonathan Wilkinson, dass sie damit den Zusammenhalt mit den Verbündeten in Deutschland und Europa aufrechterhalten hätten. Die Regierung war wegen der Übergabe des Aggregats unter Druck geraten.

+++ 21:36 Finnland verschärft Einreiseregeln für russische Staatsbürger +++
Die finnische Regierung will die Visa-Regelungen für Menschen aus Russland verschärfen. Russischen Staatsbürgern sollen Touristenvisa nicht mehr nach den bisherigen Bestimmungen erteilt werden, wie der finnische Rundfunksender Yle berichtet. Das Außenministerium in Helsinki bereite entsprechende Maßnahmen vor, die auf einem EU-Außenministertreffen Ende August besprochen werden sollen, sagt Außenminister Pekka Haavisto dem Sender. Es reiche nicht aus, wenn Finnland eine solche Entscheidung unabhängig treffe - es müsse dieselben Richtlinien im gesamten Schengenraum geben, sagt er demnach.

+++ 21:04 Angehörige inhaftierter Asow-Kämpfer fordern Sicherheitsgarantien +++
Erneut protestieren Angehörige der inhaftierten Kämpfer des Asow-Regiments in Kiew gegen Russland. Sie werfen dem Kreml Kriegsverbrechen – unter anderem im Gefängnis in Oleniwka - vor und fordern von den Vereinten Nationen und dem Internationalen Roten Kreuz Sicherheitsgarantien für inhaftierte Kämpfer sowie die Anerkennung Russlands als Unterstützer von Terrorismus.

+++ 20:30 Geheimdienst: Drei Ukrainer halfen Russland bei Getreide-Diebstahl +++
Der ukrainische Geheimdienst SBU bezichtigt drei Männer, Russland beim Diebstahl ukrainischen Getreides geholfen zu haben. Demnach hätten sich unter anderem der von Russland eingesetzte Stellvertreter in der besetzten Region Berdjansk und der Verantwortliche für den Hafen der gleichnamigen Stadt der Kollaboration schuldig gemacht. Mit ihrer Hilfe soll Russland mehr als 650.000 Tonnen ukrainisches Getreide außer Landes gebracht haben. Der Wert wird auf 200 Millionen US-Dollar beziffert. Russland habe dafür 15 Schiffe eingesetzt, einige von ihnen seien in Syrien registriert.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Krieges können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, ghö/ino/dpa/rts/AFP

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