Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 15:31 Putin stimmt online ab – andere Russen klagen über Probleme +++

18.09.2026, 00:01 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin gibt seine Stimme für die Parlamentswahl am Computer ab. Ein Video zeigt ihn beim Mausklick im Kreml. Derweil gibt es in einigen Teilen Russlands Berichte, dass die Abstimmung über das Internet nicht funktionierte. Menschenrechtler kritisieren immer wieder bei Urnengängen in Russland, dass die Online-Abstimmung anfällig für Manipulationen sei. Außerdem gibt es zahlreiche Klagen von Menschen in Moskau, die in Wahllokalen abgewiesen wurden, weil sie ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung automatisch für die Online-Stimmabgabe von zu Hause aus registriert worden seien. Demnach war kein Wahlschein für sie vorgesehen. 

+++ 15:07 Bereits Hunderte Wahlverstöße in Russland kurz nach Beginn beklagt +++

Zu Beginn der dreitägigen Parlamentswahl in Russland melden die vom Urnengang ausgeschlossene Anti-Kriegspartei Jabloko und andere Kräfte erste Wahlrechtsverstöße. Jabloko-Chef Nikolai Rybakow beklagt massiven Druck auf Wahlbeobachter der Partei, die in 20 Regionen mit 1000 Leuten im Einsatz seien. In Moskau, in St. Petersburg und anderen Städten sei Beobachtern der Zugang zu den Wahllokalen verwehrt worden, obwohl sie das Recht hätten, die Stimmabgabe zu kontrollieren, kritisiert Rybakow. In Tambow seien alle Beobachter von Jabloko von der Polizei zu Gesprächen einbestellt und grundlos vor unrechtmäßigen Aktionen gewarnt worden. Auch die Kommunistische Partei beklagt, dass viele ihrer Beobachter abgewiesen worden seien. Die in Russland verbotene Plattform "ovdinfo" meldet insgesamt mehrere Hundert solcher Vorkommnisse. Sowohl laut dem Portal als auch nach Darstellung von Jabloko gab es wie bei früheren Abstimmungen viele Fälle, in denen Arbeitskollektive von staatlichen Einrichtungen und Betrieben massenhaft in Bussen zur Abstimmung gefahren wurden. Beklagt wird, dass Druck auf die Staatsangestellten ausgeübt werde, der Kremlpartei Geeintes Russland die Stimme zu geben. 

+++ 14:48 Moskau bestellt britische Diplomatin ein +++

Das russische Außenministerium bestellt die britische Geschäftsträgerin in Moskau, Danae Dholakia, ein, um formell gegen die Ausweitung der Waffenlieferungen der Regierung in London an die Ukraine zu protestieren. Mit der Lieferung weiterer Waffen mache sich Großbritannien zum Mitschuldigen an den Gräueltaten der Kiewer Führung, die als Terrorismus und Kriegsverbrechen einzustufen seien, teilt das Ministerium mit. Großbritannien betont dagegen, fest an der Seite der Ukraine zu stehen und das Land mit der nötigen Militärausrüstung zu versorgen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind zerrüttet; Russland hat derzeit keinen Botschafter in London. 

+++ 14:26 Bundesregierung nennt Wahlen in Russland "inszeniert" +++

In Russland läuft die erste Parlamentswahl seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 – die Bundesregierung hält die dreitägige Abstimmung für eine Inszenierung. "Ich glaube, wir müssen uns leider wieder auf Ergebnisse eines inszenierten Wahlrituals einstellen, über das wir uns dann in der kommenden Woche austauschen müssen", sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Neben der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin sind nur andere Kreml-treue Parteien zugelassen. Die Anti-Kriegspartei Jabloko von der Wahl ausgeschlossen.  Auch in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine wird der Urnengang abgehalten. 

+++ 13:59 Drohnenalarm behindert Abstimmung in Sotschi +++

Bei der Parlamentswahl in Russland müssen die Wahllokale in der Schwarzmeermetropole Sotschi kurzzeitig wegen Drohnenalarms schließen. Aus Sicherheitsgründen hätten Mitglieder der Wahlkommission, Wahlberechtigte und Beobachter vorübergehend in Schutzräumen Zuflucht gesucht, sagt Bürgermeister Andrej Proschunin. Schon wenig später gibt er wieder Entwarnung. Die Ukraine greift Sotschi und andere Regionen im russischen Hinterland immer wieder mit Drohnen an - als Teil ihres Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg.  Wegen Drohnenalarms war auch zeitweilig der Flugbetrieb in der bei Touristen beliebten Region unterbrochen.

+++ 13:30 Putins inoffizieller Schwiegervater soll im Ölgeschäft mitmischen +++

Eines gestehen auch Gegner Kremlchef Wladimir Putin zu: Familiensinn hat er. Wie die "Moscow Times" unter Berufung auf investigative Medienbericht schreibt, kann Marat Kabaew Anteile an einem großen Logistikunternehmen erwerben, das am Flaggschiff-Projekt des russischen Staatsölkonzerns Rosneft in der Arktis mitwirkt. So soll sich Kabaew im Frühjahr 2026 einen Anteil von 25 Prozent an "Taimyr Invest" gesichert haben. Kabaew gilt gemeinhin als der inoffizielle Schwiegervater von Putin, ist er doch der Vater der ehemaligen olympischen Turnerin Alina Kabaewa. Diese ist Medienberichten zufolge Putins Lebensgefährtin und Mutter seiner jüngsten Kinder, auch wenn weder Putin noch Kabaewa diese Beziehung öffentlich bestätigt haben. 

+++ 13:09 Tote auch im Gebiet Schytomyr +++

Durch russische Angriffe sind im Gebiet Schytomyr westlich von Kiew mindestens zwei Menschen getötet worden. Zwei weitere seien verletzt worden, teilt der Chef der Militärverwaltung der Region, Witalij Bunetschko, mit. Den Angaben zufolge wurde ein ziviles Unternehmen auf einem Industriegelände im Landkreis Korosten angegriffen. Brände in Lagerhallen und Produktionsstätten seien gelöscht. Korosten liegt etwa 125 Kilometer westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Am Donnerstagabend warnte die ukrainische Luftwaffe jedoch vor anfliegenden Marschflugkörpern des Typs "Banderol" in dieser Region.

+++ 12:43 UN-Bericht zu sexueller Gewalt und Folter - Schon Vierjährige betroffen +++

Das UN-Menschenrechtsbüro hat schockierende sexuelle Gewalt und Folter auf dem Territorium der Ukraine dokumentiert. 89 Prozent der untersuchten Fälle seien von russischen Streitkräften, Polizisten und Wachen verübt worden, berichtet Danielle Bell, Leiterin der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine. Das jüngste und älteste Opfer russischer Verbrechen seien ein vierjähriges Mädchen und eine 82 Jahre alte Frau gewesen. Ihr Team hat 1.004 Fälle seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 dokumentiert, konnte allerdings nur einen Bruchteil der möglichen Betroffenen sprechen. "Die 1.004 Fälle sind nur ein Bruchteil der Realität", sagt Bell. Die Angaben beruhen auf vertraulichen Gesprächen mit Hunderten Betroffenen sowie auf Gerichtsunterlagen und amtlichen Dokumenten. 

+++ 12:12 Warum gehen Russen zur Wahl? "Es gibt vier Gruppen" +++

In den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine ziehen bewaffnete Soldaten mit mobilen Urnen los. Russland-Korrespondent Rainer Munz erklärt, wie der Kreml die Wahl unter Kriegsbedingungen organisiert.

+++ 11:50 Russland beklagt Tote in Kursk und Enerhodar +++

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die russische Region Kursk wird ein Mann getötet und drei weitere werden verletzt, sagt Regionalgouverneur Alexander Chinschtein. Zudem wird eine Person bei Beschuss in der von Russland kontrollierten Stadt Enerhodar in der ukrainischen Region Saporischschja getötet, teilen die russischen Behörden mit.

+++ 11:22 Russischer Ausspähversuch? Bundesanwaltschaft prüft nach Drohnenfund Verbindung zu Leipzig +++

Nach dem Fund von Drohnenteilen nahe dem Bundeswehr-Fliegerhorst Wunstorf Anfang der Woche prüft die Bundesanwaltschaft einen möglichen Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig. "Wenn ein Zusammenhang bestehen könnte, schauen wir uns das an", sagt eine Sprecherin der Karlsruher Behörde. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handelte es sich nicht um eine handelsübliche Drohne, sondern um ein mit eigenen Bauteilen versehenes Flugobjekt. Sprengstoffspuren seien nicht entdeckt worden, dennoch sei eine gewisse Ähnlichkeit mit der Sprengstoff-Drohne vom Flughafen Leipzig/Halle festzustellen. Dies und der Fundort, rund zwei Kilometer vom Fliegerhorst Wunstorf entfernt, legten den Verdacht nahe, dass es sich um einen russischen Ausspähversuch gehandelt haben könnte. Die Drohne, die zufällig gefunden wurde, lag dort den Angaben zufolge womöglich schon etwas länger am Boden.

+++ 11:07 Analystin: Für Putin ist die Wahl "persönlich, emotional und politisch sehr wichtig" +++

In einer Fernsehansprache stellt Kremlchef Wladimir Putin die erste Parlamentswahl seit der Vollinvasion 2022 als Zeichen der nationalen Geschlossenheit angesichts des Drucks von außen dar. Die Bürger sollten ihre Stimme abgeben, um der russischen Armee zu zeigen, dass "hinter unseren Kämpfern Millionen von Menschen stehen" und eine "gemeinsame Antwort an diejenigen zu geben, die Russland schwächen wollen". Tatsächlich haben Wähler kaum eine Möglichkeit, ihren Unmut über den Krieg auszudrücken. Die meisten Antikriegskandidaten wurden von der Wahl, die mit einer demokratischen Abstimmung nicht zu tun hat, ausgeschlossen. Die liberale Jabloko-Partei, die für eine Waffenruhe eintritt, hat laut dem Obersten Gericht gegen die Wahlregeln verstoßen. Einige Jabloko-Kandidaten treten dennoch in einzelnen Wahlkreisen an. Für Putin sei die Wahl "persönlich, emotional und politisch sehr wichtig", sagt Tatjana Stanowaja vom Carnegie Russia Eurasia Center. Der Kreml-Chef vergleiche die politische Lage in Russland gerne mit der in europäischen Ländern. "So kann er immer sagen: 'Seht her, wir hatten eine Wahl. Ich erhalte so eine erhebliche Unterstützung durch die Russen'". Wie groß diese ist, dürfte angesichts der Repressionen schwer messbar sein. Klar aber ist, dass der Krieg aufgrund der steigenden personellen und finanziellen Belastungen immer mehr die russische Bevölkerung belastet.

+++ 10:35 Ukrainische Berichte: Wieder Angriff auf russischen Luftwaffenstützpunkt in Rostow +++

Ukraine startete in der Nacht laut "Kyiv Post" einen groß angelegten Drohnenangriff auf das russische Gebiet Rostow. Nach Angaben des Gouverneurs des Gebiets, Juri Sljusar, seien mehr als 50 Drohnen über Rostow am Don, Taganrog, Batajsk und fünf weiteren Bezirken abgefangen worden. És gebe keine Verletzten, doch herabfallende Trümmerteile der Drohnen hätten Häuser, Autos, Gasinfrastruktur und Stromleitungen beschädigt. Der ukrainische Nachrichtenkanal "Supernova" berichtet, dass möglicherweise ein Luftwaffenstützpunkt in Rostow angegriffen worden sei. Ähnlich klingt offenbar auch der Kanal "Crimean Wind". Der nächtliche Angriff erfolgt einen Tag, nachdem die Ukraine mitgeteilt hatte, dass sie den Militärflugplatz Rostow-Zentral attackiert habe.

+++ 09:59 Ausgehungert und abgeriegelt: Im besetzten Oleshky ist das Leben die "Hölle" +++

Die Ukraine startete in der Nacht laut "Kyiv Post"  zufolge einen groß angelegten Drohnenangriff auf das russische Gebiet Rostow. Nach Angaben des Gouverneurs des Gebiets, Juri Slyusar, seien mehr als 50 Drohnen über Rostow am Don, Taganrog, Batajsk und fünf weiteren Bezirken abgefangen worden. Slyusar erklärte, es gebe keine Verletzten, doch herabfallende Trümmerteile der Drohnen hätten Häuser, Autos, Gasinfrastruktur und Stromleitungen beschädigt.  Ein ukrainischer Nachrichtenkanal, „Supernova“, behaupte, dass möglicherweise ein Luftwaffenstützpunkt in Rostow angegriffen worden sei. Der Kanal „Crimean Wind“ berichtete von einem Brand „im Bereich des Flugplatzes“. Die Berichte konnten nicht unabhängig überprüft werden. 

+++ 09:59 Ausgehungert und abgeriegelt: Im besetzten Oleshky ist das Leben die "Hölle" +++

Die Lage der Bewohner des von Russland besetzten Oleshky im Gebiet Cherson wird immer katastrophaler.  Schon früher sei das Leben dort "schrecklich" gewesen, schreibt "Kyiv Independent", "nun ist es die Hölle". Ständige russische Angriffe machten die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten sowie die Evakuierung der Zivilbevölkerung auf dem Landweg unmöglich. "In der Stadt gibt es absolut kein Fleisch, kein Mehl, kein Öl, keine Butter, kein Fertigbrot und keine anderen Grundnahrungsmittel", sagt eine Bewohnerin dem Portal. Hinzu kommt, dass man die Stadt kaum mehr verlassen kann, da russische Drohnen offenbar auf alles schießen, was sich bewegt. Mit dem Auto ist eine Flucht seit Monaten unmöglich, selbst zu Fuß ist sie lebensgefährlich: "Die Menschen sind verzweifelt und laufen einfach über verminte Straßen", zitiert das Portal einen Einwohner. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets fordert auf X eine Rettungsmission. Ihm zufolge soll die Ukraine eine solche bereits vorbereitet haben, auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz habe seine Bereitschaft zur Teilnahme bekundet. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich darauf vorbereitet, während der Mission einen Waffenstillstand zu gewährleisten. Russland habe jedoch seine Bereitschaft zur Durchführung nicht bestätigt, so Lubinets. "Menschen dürfen nicht als Geiseln der Besatzung gehalten werden."

+++ 09:26 Per Gaming-Controller: Roboter übernehmen Ukraine-Front +++

Der Krieg in der Ukraine fordert auf beiden Seiten zahlreiche Opfer. Doch die Technik entwickelt sich weiter: An der Front kämpfen Maschinen gegen Maschinen. So greift etwa eine Drohne ein Bodenfahrzeug aus der Luft an. Der Angriff der Maschine wird per Gaming-Controller und Discord gesteuert.

+++ 09:01 Meloni: Moskau will mit Provokationen in Europa vom Ukraine-Krieg ablenken +++

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni warnt vor einer Eskalation in Europa durch Russland. Kremlchef Wladimir Putin strebe diese an, um von dem Krieg in der Ukraine abzulenken, der nicht so verlaufe, wie Moskau es versprochen habe. Bei einer Pressekonferenz mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre in Oslo fordert Meloni die europäischen Verbündeten auf, die Motive Moskaus zu hinterfragen, bevor sie auf die zunehmenden russischen Provokationen reagieren. "Ich glaube, niemandem kann die Zunahme der Provokationen entgehen", so Meloni. "Wir haben in den letzten Wochen mehrere davon erlebt." Meloni warnt dabei davor, dass eine Reaktion, die die Konfrontation verschärft, den Interessen Moskaus dienen könnte. "Ich glaube nicht, dass wir auf diese Provokationen reagieren sollten", sagt sie. Eine Reaktion wäre eher im Interesse Moskaus als im Interesse Europas.

+++ 08:37 Bürgermeister: Mehr als 350 Drohnen flogen Richtung Region Moskau +++

In der Nacht steht die Region Moskau russischen Angaben zufolge im Visier Hunderter ukrainischer Drohnen. Dies teilt der Bürgermeister der Hauptstadt, Sergej Sobjanin mit, wie die staatliche russische Agentur Tass berichtet. "Im Zeitraum vom 17. September, 20:00 Uhr, bis zum 18. September, 07:00 Uhr, flogen mehr als 350 Drohnen in Richtung der Region Moskau, wobei der Großteil davon bereits in weiter Entfernung abgeschossen wurde", schreibt er auf einem Messengerdienst. Ihm zufolge wurden 64 Drohnen im Anflug auf Moskau abgeschossen.

+++ 08:19 Russland: Ukrainischen Paketdienst angegriffen +++

Russland hat nach eigenen Angaben mit Drohnen ein Logistikzentrum des ukrainischen Paketdienstes Nova Poshta nahe der Hafenstadt Odessa angegriffen. Zudem sei ein Frachtschiff im nahegelegenen Hafen von Tschornomorsk attackiert worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau auf Telegram mit. Beide Ziele seien von der Ukraine für militärische Zwecke genutzt worden, so die russische Version. Eine Stellungnahme der ukrainischen Seite liegt bislangt nicht vor. Bei einem weiteren russischen Drohnenangriff am Morgen in der Region rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew werden nach Angaben der Behörden indes fünf Menschen verletzt. Darunter seien drei Kinder, teilt der Gouverneur der Region, Tymur Tkatschenko, auf Telegram mit.

+++ 07:48 So stark vertrauen die Ukrainer noch Selenskyj +++

Immer mal wieder steht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich wegen des Krieges derzeit nicht Neuwahlen stellen kann, in der Kritik. Doch wie groß ist der Unmut im eigenen Land tatsächlich? Eine Umfrage, die unmittelbar nach den jüngsten Ermittlungen der unabhängigen ukrainischen Antikorruptionsbehörden durchgeführt wurde, zeigt nun, dass die Zustimmungsrate für Selenskyj bei 54 Prozent liegt, wie das Kiewer Internationale Institut für Soziologie (KIIS) berichtet. 41 Prozent geben an, ihm nicht zu vertrauen. Unter den Befragten, die dem Präsidenten vertrauen, sagen 18 Prozent, sie vertrauten ihm "voll und ganz", während die übrigen 36 Pozent ihm "eher" vertrauten. Die Umfrage wurde zwischen dem 21. August und dem 10. September durchgeführt, während einer Untersuchung durch das Nationale Antikorruptionsbüro und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft. In den groß angelegten Korruptionsskandal waren hochrangige Beamte aus dem Präsidialamt verwickelt, darunter die ehemalige stellvertretende Leiterin Iryna Mudra. 

+++ 07:15 Riga setzt Putin-Kumpel und "lieben Freund" von Trumps Sohn auf Schwarze Liste +++

Lettland sanktioniert einen kremlfreundlichen Russen und "lieben Freund" von Donald Trump Jr., dem ältesten Sohn des US-Präsidenten. Der Box-Funktionär Umar Kremlew darf auf Beschluss von Außenministerin Baiba Braze auf unbestimmte Zeit nicht mehr einreisen, wie das Außenamt in Riga ohne nähere Angaben zu den Gründen mitteilt. Der Oligarch und Präsident des Boxverbands IBA hat nicht nur gute Beziehungen zum Kreml, er hat auch die Hochzeitsfeier des ältesten Sohns von US-Präsident Donald Trump mitfinanziert. Donald Trump Jr. und seine Frau erklärten bei Instagram, ihr "lieber Freund" Umar Kremlew habe im Mai auf den Bahamas "sehr großzügig zwei unglaubliche Nächte" voller Feierlichkeiten ausgerichtet. "Es war ein außerordentlich großzügiges Hochzeitsgeschenk eines Freundes - etwas, wofür wir unglaublich dankbar waren und weiterhin sind", schrieb das Paar. Auch Eishockey-Star Alexander Owetschkin, der vor wenigen Tagen in einem Wahlkampfvideo der Kremlpartei Geeintes Russland zu sehen war, darf nicht mehr einreisen.

+++ 06:44 Ersatz für alte Tornados: Bundeswehr bekommt ersten F-35-Tarnkappen-Flieger +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nimmt heute im US-Bundesstaat Texas den ersten F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang. Die Bundesregierung plant insgesamt die Anschaffung von bis zu 35 Maschinen, sie sollen die alten Tornado-Jets ersetzen. Hergestellt werden die Hightech-Flieger von der US-Rüstungsschmiede Lockheed Martin. Ihre Entwicklung war das teuerste Rüstungsprogramm in der Geschichte der USA. Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung sind die Maschinen für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Und sie sind immens teuer - sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung. Allein die reinen Produktionskosten für eine Maschine liegen je nach Modell zwischen 82,5 und 109 Millionen Dollar (71,5 bis 95 Millionen Euro).

+++ 06:13 Kommandeur des ukrainischen Ostkommandos tritt zurück +++

Der Kommandeur des Ostkommandos der Ukraine, Generalmajor Viktor Nikoliuk, hat sein Amt niedergelegt. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf einen Facebook-Post Nikoliuks. Der Rücktritt kommt inmitten einer Reihe von Reformen, die der neu ernannte Oberbefehlshaber Mykhailo Drapatyi eingeleitet hat. "Ich kann mit Zuversicht sagen, dass ich meinem Nachfolger eine voll kampfbereite Truppe übergebe, die in der Lage ist, standhaft aktive Verteidigungsoperationen durchzuführen", schreibt er. Während seiner fünfmonatigen Amtszeit befehligte Nikoliuk Truppen in den Sektoren Slowjansk, Kramatorsk, Kostjantyniwka , Ocheretyne und Pokrovsk . Er sagt, die Lage in diesen Gebieten sei zum Zeitpunkt seines Amtsantritts "sehr schwierig" gewesen. "Durch unsere gemeinsamen Anstrengungen haben wir verhindert, dass der Feind Kostiantynivka einnimmt, wo die feindlichen Streitkräfte blockiert wurden. In den Sektoren Slowjansk und Kramatorsk ist es uns gelungen, eine robuste, gestaffelte Verteidigung aufzubauen", schreibt er auf Facebook. Nikoliuk äußert sich nicht dazu, welche Position er in Zukunft übernimmt.

+++ 05:41 Russische Drohnen im Grenzgebiet: Tusk reist in die Ukraine +++

Nach dem russischen Drohnenangriff in der Nähe des ukrainisch-polnischen Grenzübergangs Jahodyn registrierten die polnischen Streitkräfte am späten Abend erneut russische Drohnen über der ukrainischen Grenzregion. Die Flugabwehr sei einsatzbereit gewesen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk kündigt für heutig einen Besuch in der Ukraine an, um mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zu sprechen. Dabei soll es vor allem um die von russischen Angriffen bedrohte Energieversorgung der Ukraine gehen. Auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico wird nach Angaben aus Bratislava in die Ukraine reisen.

+++ 04:56 Kanadischer General: Trump will Deal, keinen Sieg der Ukraine +++

Die Vereinigten Staaten haben zwar die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland unterstützt, waren aber nie bereit, alles auf eine Karte zu setzen und alles Notwendige für einen Sieg bereitzustellen. Das sagt der pensionierte Generalmajor der Royal Canadian Air Force, Scott Clancy, im Gespräch mit der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform. "Tatsache ist, dass die EU und Kanada die wirtschaftliche und militärische Übermacht der Vereinigten Staaten nicht ersetzen können. Sobald sich die Beziehungen zu den USA veränderten, entstand ein echtes Problem: Die Vereinigten Staaten sind nicht bereit, sich voll und ganz einzubringen, und waren es eigentlich nie", sagt Clancy. Er fügt hinzu, dass "der heftige Streit zwischen Trump und Selenskyj bei ihrem ersten Treffen im Oval Office ein frühes Anzeichen dafür war, dass Trump auf einen Deal aus ist und nicht darauf, einen Verbündeten zu unterstützen."

+++ 03:51 Russland-Geschäft von Nestlé und Auchan unter russische Verwaltung gestellt +++

Die Russland-Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé und der französischen Einzelhandelskette Auchan sind unter russische Verwaltung gestellt worden. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin wurden die Anteile an eine russische Gesellschaft namens L.E.V. Management übertragen. Betroffen ist demnach auch die Bauhauskette Leroy Merlin, die 2024 in Russland in Lemana Pro umbenannt worden war. Im Fall Nestlé betrifft das Dekret unter anderem die Vermögenswerte der Nestlé Deutschland AG in Russland. 

+++ 02:32 Ukraine erhält 3,3 Milliarden Euro für Raketen und Drohnen von der EU +++

Die EU zahlt der Ukraine 3,3 Milliarden Euro für die Beschaffung von Raketen und Drohnen. Das teilt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mit. Das Geld soll sofort überwiesen werden. 

+++ 01:15 Trump sieht "große Fortschritte" in Gesprächen über US-Stützpunkt in Polen +++

US-Präsident Donald Trump hat sich positiv über die Gespräche über die Einrichtung eines US-Armeestützpunktes in Polen geäußert. Dank der "mutigen Führung" des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki seien bei dem Thema "große Fortschritte" erzielt worden, schreibt Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Im Falle einer Einigung werde der Standort des Stützpunktes "sehr bald bekannt gegeben".

+++ 23:44 Energie, Waffen, Ernährungssicherheit: Selenskyj stellt neue Gespräche mit USA in Aussicht +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt baldige Gespräche mit den USA an. Dabei werde es um Aussichten auf eine Friedenslösung gehen, aber auch um Energie, Ernährungssicherheit und Waffen, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. "Es wird neue Hilfspakete für die Ukraine geben, insbesondere bei der Flugabwehr." Der Präsident nennt indes keine Details, wann und mit wem von US-Seite gesprochen werde. Selenskyj reist aber kommende Woche zur UN-Generalversammlung nach New York. Anfang September hatten Unterhändler von US-Präsident Donald Trump zuerst Moskau und dann Kiew besucht. Ein Ausweg aus dem seit viereinhalb Jahren dauernden russischen Angriffskrieg zeichnet sich aber nicht ab. Moskau stellt weiter Bedingungen, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen. 

+++ 22:46 Russlands Abstimmung für Putins Krieg hat begonnen +++

In Russland beginnt die erste Parlamentswahl seit Beginn des vollumfänglichen Angriffskrieges gegen die Ukraine. In dem flächenmäßig größten Land der Erde mit seinen elf Zeitzonen öffneten zuerst auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka die Wahllokale. Aufgerufen sind bis Sonntag mehr als 110 Millionen Russen zur Wahl von 450 Abgeordneten für die neue Staatsduma in Moskau. Der Begriff Wahl ist irreführend: Die Opposition ist nicht zugelassen, viele kremlkritikische Politiker sind inhaftiert. Russlands Antikriegspartei Jabloko darf nicht antreten, nur einzelne mutige Jabloko-Kandidaten stehen noch zur Wahl.  Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel sind durchweg kremlnah und unterstützen den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieg. Erste Ergebnisse werden nach Schließung der letzten Wahllokale in Kaliningrad am Sonntag um 20.00 Uhr verkündet.

+++ 22:00 Insider: Ukraine erzwingt mit Drohnenangriff Produktionsstopp bei russischer Ölraffinerie +++

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff hat die russische Ölraffinerie YANOS Insidern zufolge die Rohölverarbeitung eingestellt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt den nächtlichen Angriff auf die Anlage, die etwa 250 Kilometer nordöstlich von Moskau liegt. Der Gouverneur der Region Jaroslawl, Michail Jewrajew, teilt über Telegram mit, dass 65 Drohnen abgewehrt worden seien. Es habe keine Toten oder Verletzten gegeben, die Raffinerie sei jedoch beschädigt worden und Löscharbeiten seien im Gange. Vier mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge wurde die Haupt-Rohöldestillationsanlage getroffen. Diese macht mit einer Kapazität von gut 17.000 Tonnen pro Tag etwa 40 Prozent der gesamten Verarbeitungskapazität des Werks aus. Eine weitere Anlage befand sich nach einem früheren Drohnenangriff Ende August bereits in Reparatur, wie die Insider weiter sagten. Auf der inländischen Rohstoffbörse wurde Marktteilnehmern zufolge kein Treibstoff aus dem Werk zum Verkauf angeboten. Die Raffinerie gehört zu Slavneft, das gemeinsam von Rosneft und Gazprom Neft kontrolliert wird. Sie ist auf 300.000 Barrel pro Tag oder 15 Millionen Tonnen im Jahr ausgelegt. Im Jahr 2024 verarbeitete die Anlage knapp 15 Millionen Tonnen Rohöl und produzierte daraus Insidern zufolge unter anderem Benzin, Diesel und Heizöl.

+++ 21:20 Tusk sieht "kritischsten Moment" auf Ukraine zukommen und rechnet mit Angriffen auf Unterstützer +++

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk rechnet für die kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine wie auf ihre Unterstützer. Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnte es zu scheinbar versehentlichen Attacken mit Drohnen und Raketen auf die Länder kommen, die der Ukraine Beistand leisten - darunter Polen. Das sagte Tusk im polnischen Parlament in Warschau, wie die Nachrichtenagentur PAP meldet. Allen Quellen zufolge sei für Spätherbst und Winter "der kritischste Moment im bisherigen russisch-ukrainischen Krieg" zu erwarten, sagt Tusk. Am Vormittag hatten russische Drohnen in der Nähe des ukrainischen Grenzübergangs Jahodyn nach Polen angegriffen. Dies löste Luftalarm auch auf polnischer Seite aus; Kampfjets stiegen auf.

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