Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 17:10 Russland fordert Freigabe von auf Spitzbergen beschlagnahmtem Schiff +++

03.09.2026, 00:01 Uhr

Russland hat von Norwegen die "sofortige Freigabe" eines auf Betreiben der Ukraine auf Spitzbergen beschlagnahmten russischen Schiffs gefordert. Die Beschlagnahme der "Professor Moltschanow" sei ein "politisch motivierter Verstoß gegen das Völkerrecht", erklärt die russische Botschaft in Norwegen. Moskau kündigt Rechtsmittel gegen die Maßnahme an.

+++ 16:27 Aus in Russland: Goethe-Institut spricht von "Ende einer Ära" +++

Als Reaktion auf die geplante Schließung des Russischen Hauses in Berlin kündigt Moskau an, die Goethe-Institute in Russland zu schließen. Gesche Joost, seit November 2024 Präsidentin des Goethe-Instituts, spricht vom "Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen". Und fügt nachdenklich hinzu: "Für die Menschen in Russland, die unsere Sprache lernen und unsere Bibliotheken besuchen, ist das Ende unserer Arbeit vor Ort eine schlechte Nachricht."

+++ 15:33 Geheimagenten schießen einander auf offener Straße nieder +++

In einem Stadtteil von Kiew kommt es auf offener Straße zu einer Schießerei. Dabei schießen ausgerechnet Angehörige der ukrainischen Geheimdienste aufeinander. Der Fall schlägt hohe Wellen. Präsident Selenskyj ist entsetzt. 

+++ 14:57 Chance auf Friedenslösung in Ukraine? "Ja, die gibt es", sagt Putin +++

Wladimir Putin sieht nach eigenen Worten aktuell eine Chance für ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg. Mehrere Länder wie die USA und China seien bereit, eine Friedenslösung zu unterstützen, sagt Putin auf einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok. "Letztlich muss das Problem aber von den Konfliktparteien selbst gelöst werden - Russland und der Ukraine", erklärt Putin. "Wir sind jedem dankbar, der versucht, zu einer Beilegung beizutragen. Gibt es eine Chance? Meiner Ansicht nach ja, die gibt es." Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha äußert sich in Kiew ebenfalls vorsichtig optimistisch: "Ich glaube, dass wir nun eine neue Dynamik in den Friedensbemühungen erleben werden, mit der Rückkehr zu einer aktiven Phase des politischen und diplomatischen Engagements in vielen Hauptstädten auf der ganzen Welt."

+++ 14:31 Bericht: Medikamentenlager bei Kiew getroffen +++

Ein großes Medikamentenlager in der ukrainischen Stadt Boryspil - in der Nähe von Kiew - ist Medienberichten zufolge durch einen russischen Luftangriff beschädigt worden. "Ukrajinska Prawda" schreibt, es handele sich um eins der größten spezialisierten pharmazeutischen Lager in der Ukraine. Der Militärgouverneur des Kiewer Gebiets, Tymur Tkatschenko, bestätigt wie üblich nur einen Treffer auf ein Warenlager - ohne Details zu nennen. Er schreibt auf Telegram von einem Verletzten. Die russische Armee verstärkt seit einiger Zeit die Angriffe auf Verteilzentren für Lebensmittel, Tiefkühllager, Versandzentren von Online-Händlern und Baumärkte in der Ukraine. Diese hat ihrerseits viele Versandzentren der russischen Online-Riesen Wildberries und Ozon attackiert.

+++ 13:58 Deutsche Serienproduktion von 5000 Drohnen für Kiew geht los +++

Die Massenproduktion von mehr als 5000 weitreichenden Kampfdrohnen für die Ukraine hat im Großraum München begonnen. Wie das deutsch-amerikanische Rüstungsunternehmen Auterion und sein ukrainischer Joint-Venture-Partner Airlogix mitteilen, sind die ersten Flugkörper gefertigt worden. Mitte 2027 soll der Auftrag der Bundesregierung abgearbeitet sein. Man erwarte Folgeaufträge und eine langfristige Beauftragung, hieß es beim erst im Februar gegründeten Gemeinschaftsunternehmen. Neben dem namentlich nicht genannten Standort bei München soll noch an einem weiteren Standort in Ostdeutschland produziert werden. Es geht um zwei verschiedene Modelle - eins hat eine mittlere Reichweite und das andere eine größere Reichweite von bis zu 1500 Kilometern.  

+++ 13:45 Gouverneur: Zehn Menschen bei Raketenangriff verletzt +++

Im Nordosten der Ukraine sind laut offiziellen Angaben mindestens zehn Menschen durch einen russischen Angriff verletzt worden. Der Gouverneur der Oblast Charkiw spricht von einem Raketenangriff auf die Siedlung Pechenihy. Unter den Verletzten seien zwei Kinder, schreibt er bei Telegram. Demnach gerieten ein Haus und ein Nebengebäude durch den Angriff in Brand.  

+++ 13:24 Lagerhallen brennen - Ein Toter, acht Verletzte bei Angriff auf Dnipro +++

In der ukrainischen Stadt Dnipro gibt es nach einem russischen Angriff mehrere Opfer. Laut der regionalen Militärverwaltung wurde ein Mensch getötet und acht weitere Personen wurden verletzt. Der Angriff habe die Lagerhallen eines Logistikunternehmens in Brand gesetzt, heißt es weiter.

+++ 13:06 Putin schließt neue Mobilmachung aus +++

Kremlchef Putin schließt nach eigenen Worten eine neue Mobilmachung für den Krieg aus. Es gebe keine Szenarien, in denen ein solcher Schritt notwendig sei, da Russland keine Probleme bei der Verfügbarkeit von Militärpersonal habe, sagt Putin. Entsprechende Spekulationen hatte er jüngst als "völligen Unsinn" zurückgewiesen. Beobachter schließen hingegen nicht aus, dass Putin angesichts anhaltend hoher russischer Verluste nach der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September erneut eine Mobilisierung anordnen könnte. Der finnische Präsident Alexander Stubb hatte jüngst gesagt, das Einzige, womit Russland noch eskalieren könne, sei eine Mobilmachung. Es sei wahrscheinlich, dass diese im Herbst komme. Aktuell verliere die russische Armee monatlich zwischen 30.000 und 35.000 Soldaten. Es würden aber nur 27.000 neue rekrutiert. 

+++ 12:39 Russlands steigendes Staatsdefizit nach Putins Worten beherrschbar +++

Russlands Präsident Putin bezeichnet das wachsende Haushaltsdefizit seines Landes als beherrschbar. Es bestehe kein "ernsthaftes" Risiko für die russische Wirtschaft, sagt Putin auf einem Wirtschaftsforum in der fernöstlichen Stadt Wladiwostok. Von Januar bis Juli war das Defizit um 40 Prozent auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen. Das offizielle Ziel für das Gesamtjahr liegt bei 1,6 Prozent. Putin begründete seine Einschätzung mit der geringen Staatsverschuldung. "Wenn man bedenkt, dass wir eine der niedrigsten Staatsverschuldungen der Welt haben, gibt es hier nichts Ernsthaftes", sagt er. Hintergrund sind die steigenden Kosten des Krieges gegen die Ukraine. Zudem belasten ukrainische Drohnenangriffe auf wirtschaftliche Ziele wie Ölraffinerien in Russland die Konjunktur. Die Angriffe haben zu Treibstoffknappheit und höherer Inflation geführt.  

+++ 12:16 Russland meldet Abwehr von über 400 Drohnen +++

In der vergangenen Nacht will Russland 416 ukrainische Drohnen über seinem Gebiet abgefangen haben. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums befanden sich die Drohnen unter anderem über den Regionen Moskau, Brjansk, Belgorod, Kaluga, Twer, Smolensk und Tula. Derweil erklärt das ukrainische Militär, über die Nacht 135 russische Drohnen abgewehrt zu haben. Russland habe die Ukraine mit 163 Drohnen, sowie mit der Waffe S8000 "Banderol" angegriffen. Dabei handelt es sich um einen kleineren Marschflugkörper, der oft von einer Aufklärungs- und Kampfdrohne des Typs "Orion" gestartet wird.  

+++ 11:40 Trump will erst Gipfeltreffen mit Putin, wenn Krieg endet +++

US-Präsident Donald Trump zeigt sich zu einem weiteren Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bereit, "wenn der Krieg endet". Auf die Frage eines Reporters, ob es in der näheren Zukunft ein Gipfeltreffen mit Putin geben könnte, antwortet Trump am Mittwoch: "Wir würden es tun, wenn ich es wollte, aber ich möchte es tun, wenn wir bereit sind, ein Friedensabkommen zu schließen. Wir wollen gute Beziehungen zu Russland, zur Ukraine und zu allen anderen haben. Das wäre großartig für Geschäfte." Hinsichtlich eines Gipfeltreffens fährt er fort: "Ich könnte es sofort tun. Ich möchte es tun, wenn dieser Krieg zu Ende geht". Er glaube, dass es zu dem Treffen kommen werde, ergänzt er. Trump betont, zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj herrsche aber eine "enorme Feindseligkeit". (Im Video geht es ab Minute 35.20 um die Ukraine)

+++ 11:00 Ukrainerin spielt Klavier mitten in zerstörtem Haus +++

Inmitten der Trümmer ihres Hauses spielt eine Ukrainerin ein ukrainisches Volkslied. Das Video aus dem Ort Myla geht aktuell viral. Am 28. August war dort ein Munitionsdepot nach einem russischen Angriff explodiert und hatte den Ort westlich von Kiew schwer beschädigt.

+++ 10:48 Deutschland sagt Ukraine 250 Millionen Euro für Reparaturen von Energieanlagen zu +++

Deutschland stellt der Ukraine über die staatliche Förderbank KfW weitere 250 Millionen Euro zur Sicherung ihrer von Russland angegriffenen Energieversorgung zur Verfügung. Mit dem Geld sollten "akute Reparaturbedarfe" im kommenden Winter finanziert werden, erklärt das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund ist, dass Russland bei seinen Angriffen oftmals gezielt ukrainische Kraftwerke zerstört. "Die Ukraine ist weiterhin schweren russischen Angriffen auf Menschen und zivile Infrastruktur ausgesetzt", erklärt Ressortchefin Katherina Reiche. "Gerade die Energieversorgung bleibt eine Frontlinie dieses Krieges." Seit 2022 hat die Bundesregierung 560 Millionen Euro in den Energieunterstützungsfonds eingezahlt. Mit der jetzigen Aufstockung steigt diese Summe auf 810 Millionen Euro. 

+++ 10:09 Munz bewertet Schließungen: In Berlin und Moskau "werden letzte Brücken abgebrochen" +++

Beobachter hatten es bereits spekuliert: Als Antwort auf die Schließung des Russischen Hauses in Berlin veranlasst Putins Außenminister Sergej Lawrow die Schließung des Goethe-Institutes im Land. Für ntv-Russlandkorrespondent Rainer Munz ist das ein "gravierender Schritt". 

+++ 09:39 Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff +++

Norwegen beschlagnahmt auf Betreiben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz ein russisches Kreuzfahrt- und Forschungsschiff in der Arktis. Wie Naftogaz am Mittwoch mitteilt, beschlagnahmten die norwegischen Behörden die "Professor Moltschanow" in der Inselgruppe Spitzbergen auf der Basis eines Gerichtsbeschlusses, der Russland zu Entschädigungszahlungen an Naftogaz verpflichtet. Der Schritt erfolgte demnach auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Mit der Beschlagnahme soll die Entscheidung eines Schiedsgerichts in Den Haag durchgesetzt werden, das Russland zur Zahlung von umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro an Naftogaz für beschlagnahmte Vermögenswerte auf der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim verpflichtete. Moskau ist dem Schiedsspruch bislang nicht nachgekommen. Die Regierung in Moskau verurteilt die Beschlagnahmung des Schiffes scharf. Es handele sich um Piraterie, erklärt das Außenministerium. Russlands Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, Alexej Tschekunkow, kündigt an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen. Mehr dazu hier.

+++ 09:15 Estlands Verteidigungsminister tritt zurück +++

Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur kündigt nach einem Skandal um die Beschaffung von Munition für die Ukraine seinen Rücktritt an. In einem Interview im estnischen Fernsehen erklärt der seit 2022 amtierende Minister, er übernehme politische Verantwortung für die Versäumnisse im Finanzmanagement des Verteidigungssektors des Landes. Pevkur war zuvor in die Kritik geraten, nachdem der Rechnungshof zahlreiche schwerwiegende Probleme in den dem Verteidigungsministerium unterstellten Institutionen bemängelt hatte. Nach Einschätzung der Prüfer erhöhten diese Probleme das Risiko des Missbrauchs staatlicher Gelder und Vermögenswerte. Dazu kam ein weiterer Skandal um die Beschaffung von Waffen für die Ukraine. Estland hatte bei einem Versuch, Artilleriegranaten zu kaufen, insgesamt 70 Millionen Euro im Voraus an eine indische Firma gezahlt. Das Unternehmen hatte zuvor aber noch nie Geschosse verkauft. Weder Estland noch die Ukraine haben die Munition bisher erhalten. 

+++ 08:48 Russland soll im August mehr als 40.000 Soldaten verloren haben +++

Die russischen Streitkräfte sollen laut einer Schätzung des ukrainischen Militärs den zweiten Monat in Folge mehr als 40.000 Soldaten verloren haben. Die geschätzten russischen Verluste beliefen sich im August auf 42.020 Soldaten, teilt der ukrainische Generalstab kürzlich in sozialen Medien mit. Im Juli wurden die Verluste auf 42.860 Soldaten geschätzt. Zwischen März und Juni wurden von Kiew Zahlen zwischen 31.960 und 39.290 genannt.

+++ 08:05 Über zivile Kriegsopfer gesprochen: Hospiz-Leiterin in Russland festgenommen +++

In Russland ist die Leiterin eines Kinderhospizes wegen angeblicher Kritik an der russischen Armee festgenommen worden. Seine Mandantin Lida Moniawa werde verdächtigt, "Falschinformationen" über die russischen Streitkräfte verbreitet zu haben, sagt ihr Anwalt Michail Birjukow. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft. Moniawa ist Gründerin und Leiterin einer Wohltätigkeitsorganisation mit Sitz in Moskau, die sich für die Sterbebegleitung von Kindern und jungen Erwachsenen einsetzt. Ihre Festnahme geht ihrem Anwalt zufolge auf einen Beitrag bei Telegram von 2023 anlässlich des ersten Jahrestags des Ukraine-Krieges zurück. Darin verwies Moniawa demnach auf UN-Daten zu tausenden zivilen Opfern. Das russische Ermittlungskomitee teilt mit, dass Moniawa wegen der "vorsätzlichen Verbreitung von Falschinformationen über den Einsatz der russischen Streitkräfte" angeklagt worden sei. "Bei der Vernehmung bekannte sie sich hinsichtlich der ihr zur Last gelegten Tat nicht schuldig", heißt es. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnet die Festnahme als "einen weiteren dreisten Versuch der russischen Behörden, gegen jegliche Äußerung von Antikriegshaltung vorzugehen". Seit Kriegsbeginn haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben mindestens 16.874 getötete Zivilisten in der Ukraine erfasst, sowie 51.273 Verletzte. Laut einem Bericht des UN-Menschenrechtsbüros (OHCHR) wurden allein in den ersten vier Kriegswochen in der Ukraine mindestens 977 Zivilisten getötet und 1594 weitere verletzt.  

+++ 07:43 Chef von größter russischer Bank besorgt über Konsumrückgang +++

Der Chef von Russlands größtem Geldhaus, der Sberbank, German Gref, äußert sich besorgt über die russische Wirtschaft und warnt vor einem nachlassenden Konsum sowie einer anziehenden Inflation. "Der Konsum geht seit Juni zurück... Das gibt Anlass zur Sorge", sagt Gref auf einem Wirtschaftsforum in der Hafenstadt Wladiwostok. "Wir sehen erste Tendenzen." Das Anziehen der Teuerung führt er vor allem auf den Ausfall von Ölraffineriekapazitäten durch Drohnenangriffe der Ukraine zurück. Die russische Wirtschaft war nach offiziellen Angaben im Juli im Jahresvergleich nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni.  

+++ 07:12 Bei Angriffen auf Odessa mindestens 17 Menschen verletzt +++

Die ukrainische Stadt Odessa ist in der Nacht erneut angegriffen worden. Gouverneur Oleg Kiper spricht von mindestens 17 Verletzten, darunter drei Kinder. Von ihm veröffentlichte Fotos zeigen schwere Schäden an der Fassade eines Hochhaues. 20 Wohnungen – vom 10. bis zum 17. Stock – seien beschädigt worden, schreibt Kiper bei Telegram Hinzu kämen Schäden an zwölf geparkten Autos. Bereits in der Nacht zufolge waren mindestens acht Menschen bei Angriffen auf die Hafenstadt Odessa verletzt worden. 

+++ 06:54 Bericht: Minister bremsten Merz bei Benennung des Urhebers von Leipzig-Angriff +++ 

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Kabinettsklausur in Neuhardenberg einem Bericht zufolge darauf gedrungen, Russland schnell öffentlich als Urheber des Anschlagsversuchs auf den Flughafen Leipzig/Halle zu benennen. Nach Informationen des "Spiegel" war Merz zum Zeitpunkt des Treffens in der vergangenen Woche überzeugt, dass die Indizienkette dafür ausreichend sei. Demnach sprachen sich jedoch Innenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul zunächst dagegen aus. Dobrindt verwies dem Bericht zufolge darauf, dass die laufenden Ermittlungen nicht gefährdet werden dürften, indem die Regierung Russland öffentlich des Angriffs bezichtige. Wadephul wendete ein, dass sein Ressort Vorbereitungen treffen müsse für den Fall, dass Moskau deutsche Sanktionen mit Gegenmaßnahmen beantworte: Deutsche Diplomaten müssten vorgewarnt, Dokumente und Daten in Sicherheit gebracht werden. 

+++ 06:30 Bericht: Zwei Moskauer Flughäfen unterbrechen Betrieb nach Selenskyj-Drohung +++

Nachdem der ukrainische Präsident Selenskyj davor gewarnt hat, den russischen Luftraum zu nutzen, hätten die Moskauer Flughäfen Wnukowo und Scheremetjewo in der zweiten Nacht infolge zumindest zeitweise ihren Betrieb unterbrochen, meldet die "Moscow Times". Zum Airport Moskau-Wnukowo schreibt die Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Abend, es seien vorübergehende Beschränkungen für die Nutzung des Luftraums eingeführt worden. Auch beim Airport Scheremetjewo war von Beschränkungen die Rede. Diese seien wieder aufgehoben worden, teilen die Behörde und der Flughafen am späten Abend auf Telegram mit. Laut der "Moscow Times" hatten am Vortag drei Moskauer Flughäfen den Betrieb vorübergehend ausgesetzt. 

+++ 06:00 Kiesewetter plädiert für Nato-Beratungen +++

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hält die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen gegen Russland nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle für unzureichend. "Das Russische Haus und das Generalkonsulat hätten ohnehin längst aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müssen", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Kiesewetter fordert Konsultationen nach Artikel 4 des Nato-Vertrages. "Denn die Systematik der Angriffe richtet sich auch gegen die Nato und soll das Verteidigungsbündnis spalten und schwächen", sagt er. Artikel 4 sieht Beratungen der Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat für von außen gefährdet erklärt. Die Bundesregierung will ihn aber nicht ziehen. "Russland sehe rein diplomatische und symbolische Maßnahmen als Zeichen von Schwäche, sagt der CDU-Politiker weiter.  

+++ 05:26 Reaktion auf deutsche Strafmaßnahmen: Moskau macht Goethe-Institut dicht +++

Russland schließt nach Anschuldigungen wegen eines Drohnen-Zwischenfalls am Flughafen Leipzig/Halle Niederlassungen des Goethe-Instituts. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Die Bundesregierung hatte Moskau für den Vorfall verantwortlich gemacht und als Reaktion unter anderem ein russisches Konsulat in Bonn geschlossen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Deutschland am Dienstag beschuldigt, Beweise fingiert zu haben, um Moskau die Schuld zuzuweisen. Mehr dazu hier.

+++ 05:05 KI-Chatbots können Sanktionen umgehen +++

Zahlreiche KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini können einem Bericht zufolge EU-Sanktionen gegen russische Medien umgehen und ermöglichen Zugang zu deren Inhalten. Wenn die Chatbots einen entsprechenden Auftrag bekämen, führten sie diesen aus, ohne Verbreitungsverbote zu berücksichtigen, heißt es in einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen. Die Tests bestanden unter anderem darin, Chatbots um eine Presseschau russischer Medien zu bitten. Einige der getesteten Modelle meldeten, dass die gewünschten Websites blockiert seien, fanden die gewünschten Inhalte aber auf Umwegen, etwa über russische Onlinenetzwerke. Reporter ohne Grenzen fordert daher eine bessere Regulierung der KI-Chatbots. Das Unternehmen OpenAI, das ChatGPT entwickelt hat, erklärt, den Bericht ernst zu nehmen und sich mit den Vorwürfen zu beschäftigen.

+++ 04:20 Hochhaus in Odessa bei Luftangriff getroffen - acht Verletzte +++

Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa ist ein mehrstöckiges Wohngebäude beschädigt worden. Das teilt die örtliche Militärverwaltung auf Telegram mit. Es gibt acht Verletzte. Schon in der letzten Nacht war in der Stadt bei einem massiven Angriff ein Hochhaus teilweise zerstört worden.

+++ 03:30 Bulgarien lässt Ausnahmen von Russland-Sanktionen für Atomkraftwerk zu +++

Die bulgarische Regierung genehmigt Ausnahmen von den EU-Sanktionen gegen Russland, um den Import von Eisen und Stahl für das Kernkraftwerk Kosloduj zu ermöglichen. Für die Reaktoren sowjetischer Bauart seien regelmäßig Ersatzteile russischer Hersteller nötig, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten, teilt die Regierung mit. Kosloduj ist das einzige Atomkraftwerk des Landes und liefert mehr als ein Drittel des bulgarischen Stroms.

+++ 03:00 Pistorius warnt vor militärischem Erfolg Russlands +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat erneut vor einem militärischen Erfolg Russlands in der Ukraine gewarnt. "Wenn Russland, wenn Wladimir Putin diesen Krieg gewinnt, dann ist das eine Blaupause für alle Autokraten dieser Welt zu sagen: Was schert mich das Recht, das souveräne Recht von anderen Nationen?", sagt der SPD-Politiker in Braunschweig. Sie würden denken: "Es gibt ja niemanden, der sich mir entgegenstellt und die Angegriffenen unterstützt." Der russische Präsident ist für den deutschen Verteidigungsminister der Einzige, der den Krieg beenden könne, wenn er es wollte. "Stattdessen führt er einen hybriden Krieg gegen europäische Länder, vor allem gegen Deutschland", erklärt der Verteidigungsminister. Deutschland sei im Fokus, weil es die Ukraine unterstütze.

+++ 02:08 Erdogan: Sicherheitsmechanismus für Schifffahrt im Schwarzen Meer nötig +++

Zur Vermeidung einer neuen Getreidekrise fordert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen dauerhaften Sicherheitsmechanismus für die Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer. Vor allem in Afrika zeichne sich erneut eine Krise ab, sagt Erdogan vor Journalisten auf dem Rückflug von einer Reise nach Kirgisistan. Es müsse gehandelt werden, bevor sich das Problem verschärfe.

+++ 01:23 Russland greift die siebte Nacht in Folge Kiew an +++

Die siebte Nacht in Folge wird Kiew von russischen Drohnen angegriffen. Reporter des "Kyiv Independent" melden am späten Abend zwei Explosionsserien. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko ist die Luftabwehr im Einsatz. Er ruft die Bevölkerung dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Im Laufe der Nacht gibt es weitere Explosionen. Über mögliche Schäden oder Opfer ist noch nichts bekannt.

+++ 00:56 Ukraine will Diesel im Untergrund lagern +++

Die Ukraine legt angesichts der täglichen russischen Angriffe auf ihr Energiesystem nach eigenen Angaben ein Netzwerk unterirdischer Treibstofflager an. Priorität habe die ununterbrochene Versorgung mit Diesel, insbesondere für Verteidigungszwecke und kritische Infrastruktur, erklärt Energieminister Denys Schmyhal. Zudem haben die Ukraine und Rumänien Schmyhal zufolge vereinbart, die Kapazitäten für Treibstofflieferungen nach Kiew auf der Schiene und über Flusshäfen auszubauen. Russland hat in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf Tankstellen verstärkt und rund 300 davon vor allem in den Frontregionen zerstört oder beschädigt.

+++ 23:54 Nachrichtendienst: Russland bereitet Sabotage in Dänemark vor +++

Russland soll Sabotageaktionen in Dänemark planen. Dortige Behörden hätten die Vorbereitungen aufgedeckt, meldet die Zeitung "Berlingske". Geplante Ziele seien insbesondere Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, sagt der Chef für Spionageabwehr beim dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET, Emil Græsholm, der Zeitung. "Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppe", so Græsholm weiter. "Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen." Mehr dazu hier.

+++ 23:15 Merz verspricht Selenskyj weitere Unterstützung +++

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine anhaltende zivile und militärische Unterstützung zugesichert. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Merz diesen darüber informiert, dass Deutschland Russland für den hybriden Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig verantwortlich mache, teilt ein Regierungssprecher mit. Selenskyj habe sich für die deutsche Hilfe, auch bei der Luftverteidigung, bedankt.

+++ 22:15 Selenskyj ernennt neuen Kommandeur der Landstreitkräfte +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wechselt den Kommandeur der Landstreitkräfte aus. Neuer Befehlshaber wird Oberst Swjatoslaw Sajiz, der zuvor bei den Luftlandetruppen diente, wie aus einem Dekret auf der Website des Präsidenten hervorgeht. Die Personalentscheidung ist Teil von Veränderungen in der Militärführung unter dem neu ernannten Oberbefehlshaber. 

+++ 21:44 Ukraine erhält bei EU-Treffen Zusagen für Luftverteidigung +++

Die Ukraine hat bei einem EU-Außenministertreffen in Irland neue Zusagen zur Unterstützung ihrer Flugabwehr erhalten. "Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen", sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in der Grafschaft Wicklow. Dies sei etwas, worum man seit langem gebeten haben. Wer die neuen Zusagen machte und was sie konkret umfassen, will Kallas nicht verraten. Die Mitgliedstaaten, die entsprechende Ankündigungen gemacht hätten, würden diese auch selbst öffentlich bekanntgeben, sagt sie. "Aber für die Ukraine war es wichtig zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt."

+++ 21:15 Nach Tankstellen‑Angriffen werden Ukrainer kreativ +++

Die Ukraine bombardiert gezielt russische Ölraffinerien. Daher gehen die Behörden davon aus, dass Russland nun ebenso gezielt Tankstellen mit Drohnen angreift. Etliche davon sind komplett zerstört und können nicht mehr aufgebaut werden. Die anderen Zapfsäulen schützen die Ukrainer mit kreativen Maßnahmen.

+++ 20:42 Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein +++

Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot ausgegeben, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Onlinediensten mit. "In der Regel wird die Stufe gelb einen Drohnenangriff anzeigen, während die Stufe rot auf eine Raketenbedrohung hinweisen wird", erläutert er. Den überarbeiteten Luftalarm-Regeln zufolge werden die Ausgangssperren in Kiew verkürzt. Zudem wird während einer Bedrohung der Stufe gelb eine U-Bahn-Linie, die den Fluss Dnipro überquert, vollständig in Betrieb bleiben. Die Maßnahmen seien eine Reaktion auf "Russlands sich wandelnde Taktiken" und "den Einsatz von Drohnen, um das zivile Leben in unseren Städten zu zermürben und die normale wirtschaftliche Tätigkeit in unserem ganzen Land zu stören", erklärt Selenskyj weiter.

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