Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 17:04 Nato-Chef Rutte fordert von EU Flexibilität bei Ukraine-Kredit +++
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ruft die EU-Staaten zu Flexibilität bei der Verwendung des 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine auf. Die Europäische Union sollte nicht um jeden Preis darauf bestehen, dass die Mittel nur für den Kauf von Rüstungsgütern aus der EU verwendet würden nach dem Motto "Buy EU", sagt Rutte EU-Abgeordneten. Zwar baue Europa seine Verteidigungsindustrie derzeit aus. Sie könne aber im Moment nicht annähernd genug liefern, was die Ukraine "heute zur Verteidigung und morgen zur Abschreckung" brauche.
+++ 16:24 "Zufriedene Vasallen oder unglückliche Sklaven"? Sacharowa spottet über EU-Verzicht auf russisches Gas +++
Die Entscheidung der EU, auf russisches Gas zu verzichten, schadet aus Sicht von Maria Sacharowa vor allem Europa. "Europa verliert durch das Verbot russischer Gasimporte ganz sicher seine Unabhängigkeit, egal wie man es dreht und wendet", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, wie die russische Nachrichtenagentur Tass meldet. "Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen, ob sie zufriedene Vasallen oder unglückliche Sklaven sind. Die Zeit wird es zeigen. Aber in jedem Fall haben sie ihre Freiheit aufgegeben", sagte Sacharowa in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender Swesda. Der Europäische Rat hat heute zugestimmt, die Lieferungen von russischem Flüssigerdgas ab dem 1. Januar 2027 und von Pipelinegas ab dem 30. September 2027 zu verbieten. Sacharowas Wortwahl hat mit einer Aussage des belgischen Premierministers auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu tun: Bart de Wever sagte wegen US-Präsident Donald Trumps Forderung, Dänemark soll Grönland abzutreten, Europa sei zwar bereit, ein "zufriedener Vasall" der Vereinigten Staaten zu sein, aber kein "unglücklicher Sklave".
+++ 15:49 Söders CSU sieht EU-Beitritt der Ukraine skeptisch +++
Die CSU steht einem EU-Beitritt der Ukraine überaus skeptisch gegenüber. "Wir sind da zurückhaltend, weil wir natürlich sehen, dass es den Charakter EU völlig verändert", sagte Parteichef Markus Söder nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Sollte jemals angedacht werden, die Ukraine institutionell stärker an Europa zu binden, brauche es einen grundlegenden und völlig neuen Reformvertrag für Europa. Aus Söders Sicht würden die aktuellen EU-Strukturen nicht ausreichen, um eine Erweiterung mit der Ukraine umzusetzen. Als Beispiel nannte er die Landwirtschaft, es würde aber auch sonst nicht passen - "deswegen große Zurückhaltung". Dies bedeute nicht, dass die Tür für die Ukraine generell zugeschlagen werde, in dem Falle müsse aber Europa sich selbst völlig neu strukturieren.
+++ 15:18 Kreml sieht Ukraine-Gespräche noch ganz am Anfang +++
Der Kreml sieht die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein Ende des Krieges noch ganz am Anfang. "Es wäre falsch, mit großer Ergebnisträchtigkeit zu rechnen", kommentiert Kremlsprecher Dmitri Peskow ein erstes Treffen, das am Wochenende in Abu stattfand. Es gehe um schwierige Themen, sagte Peskow in Moskau der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. "Aber allein die Tatsache, dass diese Kontakte konstruktiv begonnen haben, muss man positiv sehen."
+++ 14:57 Selenskyj: Vorbereitungen für nächstes trilaterales Treffen laufen +++
Bei dem Treffen von Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi am vergangenen Wochenende sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor allem militärische Fragen besprochen worden. Es sei aber auch um politische Themen gegangen, teilt Selenskyj auf bei X mit. "Die Vorbereitungen für neue trilaterale Treffen in dieser Woche laufen jetzt", schreibt der Präsident. Bei den jüngsten Beratungen über einen möglichen Waffenstillstand in dem seit fast vier Jahren währenden Krieg wurde bereits eine Fortsetzung beschlossen, ein konkreter Termin wurde nicht festgelegt.
+++ 14:23 Wadephul prangert Moskaus "stures Beharren" an +++
Bundesaußenminister Johann Wadephul kritisiert nach den Ukraine-Gesprächen zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi eine fehlende Kompromissbereitschaft Russlands. Nach den Verhandlungen am Wochenende habe er hauptsächlich "ein stures Beharren Russlands in der entscheidenden territorialen Frage" vernommen, sagt Wadephul. Wenn von Seiten Russlands "keine Beweglichkeit vorhanden ist, habe ich die Befürchtung, dass die Verhandlungen noch lange dauern können", fügt er hinzu. "Deswegen müssen wir in Europa uns jetzt darauf einstellen, dass wir weiter gefordert sind, die Ukraine zu unterstützen." Russland hält rund 20 Prozent der Ukraine besetzt und dringt seit Langem darauf, die vollständige Kontrolle über die gesamte Donbass-Region zu übernehmen - obwohl die russische Armee nur einen Teil davon kontrolliert. Kiew lehnt diese Forderung entschieden ab.
+++ 14:03 Ukrainischer Botschafter: Zu welchen Kompromissen ist Russland bereit? +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, reagiert auf die wiederkehrende Forderung nach Gebietsabtretungen durch die Ukraine. "Natürlich wäre die Frage auch hier gerecht, zu welchen Gebietsabtretungen und Kompromissen Russland bereit ist, nach elf Jahren Krieg gegen die Ukraine", sagt er bei ntv. "Warum immer diese Forderungen an die Ukraine, auf Kompromisse zu gehen und Zugeständnisse zu machen? Wir müssen das auch in unseren Köpfen ändern und Russland unter Druck setzen, mit Sanktionen, mit mehr militärischer Unterstützung und mit mehr Mut, uns Ukrainer mit Waffen zu versorgen oder auch, um die russischen Raketen in unserem Luftraum abzufangen." Makeiev fügt hinzu: "Wie bezahlt Russland für die Hunderttausende von getöteten Soldaten und Zivilisten, vernichtete Städte und Familien, die leider fliehen müssen. Wie bezahlt Russland auch dafür, dass jetzt zum Beispiel meine Mutter seit drei Wochen keine Heizung in ihrer Wohnung hat?"
+++ 13:40 Gespräche über Waffenstillstand: Experte sieht "Licht am Ende des Tunnels" +++
Nach den Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi zeigt Wolfgang Richter, Bundeswehroberst a.D., vorsichtig optimistisch. Vor allem das Tempo, was jetzt an den Tag gelegt werde, zeige in seinen Augen, dass die Ukraine und Russland ein Interesse daran hätten, den Krieg zu beenden, sagt Richter bei ntv. "Es ist zumindest ein Licht am Ende des Tunnels." Am Sonntag sollen die Gespräche in die nächste Runde gehen. Trotzdem könne eine Einigung nach Richters Einschätzung noch Monate dauern und werde "nicht von heute auf morgen gehen". Besonders wichtig sind der Ukraine US-Sicherheitsgarantien, die bei einem erneuten Angriff Russlands greifen würden. Die USA würden wohl aber keine Truppen in die Ukraine schicken, so Richter. Sicherheitsgarantien könnten eher so aussehen, dass Trump der Ukraine Satellitenaufklärung und Ortungsmöglichkeiten anbiete sowie Investitionen in die Wirtschaft.
+++ 13:15 Zentrum in der Ostsee soll Unterwasser-Infrastruktur schützen +++
Zum Schutz kritischer Unterwasser-Infrastruktur richtet der finnische Grenzschutz gemeinsam mit anderen Ostsee-Anrainern und der EU-Kommission ein maritimes Überwachungszentrum ein. Dieses Zentrum solle im Finnischen Meerbusen entstehen, teilt die Behörde mit. Die zuständigen Stellen müssten in der Lage und befugt sein, in den Hoheitsgewässern und der ausschließlichen Wirtschaftszone einzugreifen. Der Ostseeraum ist seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine in 2022 in erhöhter Alarmbereitschaft. Hintergrund sind Vorfälle, bei denen Stromkabel, Telekommunikationsverbindungen und Gaspipelines beschädigt wurden. Die Nato hat ihre Präsenz in der Ostsee inzwischen mit Fregatten, Flugzeugen und Drohnen verstärkt.
+++ 12:41 Ukraine bekennt sich zu Angriff auf russische Ölraffinerie +++
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht die Ölraffinerie Slawjansk Eko in der südrussischen Region Krasnodar angegriffen. Kampfdrohnen hätten das Gelände der Anlage getroffen, teilt die Armee mit. Im Zielgebiet seien Explosionen zu hören gewesen. Ersten Informationen zufolge seien Teile einer Ölverarbeitungsanlage getroffen worden. Zuvor berichteten Anwohner nach Angaben von russischen Telegram-Kanälen von Drohnenangriffen in der Region. Eine russische Behörde teilte mit, Drohnentrümmer hätten Brände auf dem Gelände zweier Betriebe ausgelöst. (Siehe Eintrag um 06:31 Uhr)
+++ 12:11 Lettland warnt vor wachsender Bedrohung durch Russland +++
Lettlands Verfassungsschutz warnt vor einer immer stärkeren Bedrohung durch Russland in Europa: Die Sicherheitsrisiken nähmen deutlich zu, schreibt die Behörde in ihrem Jahresbericht für 2025. Zugleich stelle Russland derzeit keine direkte militärische Bedrohung für Lettland dar. Einige Anzeichen wie die russischen Narrative und Propaganda über Lettland deuteten aber auf mögliche langfristige Pläne hin. Dem Jahresbericht zufolge setzte Russland seine gegen den Westen gerichteten Aktivitäten fort und führte Sabotageakte und Desinformationskampagnen durch. Auch habe es die Bereitschaft gezeigt, Cyberangriffe auf industrielle Steuerungssysteme in Lettland und westlichen Ländern durchzuführen. Dies ziele darauf ab, Unsicherheit in der Bevölkerung erzeugen und die Einheit des Westens bei der Unterstützung der Ukraine zu untergraben.
+++ 11:48 Windenergie soll Europa unabhängiger machen: Nordseeanrainer tun sich zusammen +++
Die Nordsee-Anrainerstaaten schließen mit der Offshore-Windindustrie und den Übertragungsnetzbetreibern einen Investitionspakt zum Ausbau der Windenergieproduktion in der Nordsee. Die von den Energieministern beim Nordsee-Gipfel in Hamburg unterzeichnete Vereinbarung sieht unter anderem vor, Offshore-Windenergieanlagen mit Stromanbindungen an mehrere Anrainerländer zu vernetzen. Bis zu 100 Gigawatt Erzeugungsleistung sollen grenzüberschreitend verfügbar gemacht werden, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt. Weitere Offshore-Ausschreibungen in der Nordsee über 2030 hinaus sollen der Industrie Planungs- und Investitionssicherheit geben. "Mit dem konsequenten Ausbau und der intelligenten Vernetzung von Offshore-Energie schaffen wir bezahlbare, saubere und sichere Energie, reduzieren strategische Abhängigkeiten und erhöhen die Resilienz Europas insgesamt", sagt Wirtschaftsministerin Reiche. Seit Russlands Einmarsch in die Ukraine baut Europa seine Abhängigkeit von russischer Energie ab. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 11:12 Ukraine-Expertin skeptisch: "Russland kann sich nicht leisten, Krieg aufzugeben" +++
Während sich Wolodymyr Selenskyj nach den trilateralen Treffen sehr optimistisch hinsichtlich einer Friedenslösung zeigt, ist Ukraine-Expertin Oksana Huss kritischer. Sie betont: Hört der Krieg auf, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Russland kollabiere.
+++ 11:03 EU steigt aus russischem Gas aus – dagegen will Ungarn klagen +++
Die EU-Staaten beschließen den vollständigen Importstopp von Gas aus Russland bis spätestens Ende 2027 endgültig. Demnach soll die Einfuhr von Gas über Pipelines schrittweise und ab spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Die zuständigen Minister verabschieden das Gesetz bei einem Treffen in Brüssel. Ungarn und die Slowakei, die auf ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen verweisen und trotz des Ukraine-Kriegs weiter enge Beziehungen zu Moskau pflegen, stimmen dagegen. Die Regierung in Budapest kündigt an, vor dem Europäischen Gerichtshof gegen den Beschluss zu klagen. Einer Analyse der EU-Kommission zufolge bedeutet der Komplettverzicht auf russisches Gas kein Risiko für die Versorgungssicherheit. Auf dem Weltmarkt gebe es genügend andere Anbieter, hieß es letztes Jahr aus Brüssel. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 10:43 Russen an Donezk-Front ein Stück vorgerückt +++
Der ukrainische Militärblog Deepstate berichtet von einem Vorrücken russischer Truppen im und um das Dorf Orikhovo-Vasylivka in der Region Donezk. Das Dorf liegt etwa 20 Kilometer vor der Stadt Kramatorsk.
+++ 10:21 Reiche: Energieversorgung resilienter aufstellen +++
Beim Nordsee-Gipfel in Hamburg steht der Ausbau der Energie-Partnerschaft der Anrainerstaaten im Mittelpunkt. In der Nordsee entstünden große Offshore-Windparks, sagt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. "Wir bauen unsere Infrastrukturen aus und sichern sie gleichzeitig." Die Energieversorgung werde resilienter aufgestellt. Die Ministerin betont die Bedeutung gemeinsamer Sicherheit. Stromnetze, Pipelines, wichtige Datenkabel, die für die digitale Souveränität des Kontinents von entscheidender Bedeutung seien, würden angegriffen "und deshalb ist zum ersten Mal die Nato hochrangig hier vertreten". Die beiden vorherigen Nordsee-Gipfel fanden 2023 und 2022 in den Hafenstädten Ostende in Belgien und Esbjerg in Dänemark statt.
+++ 09:56 Kreml betont Bedeutung von Gebietsfrage +++
Russland bezeichnet die Gebietsfrage als zentralen Punkt bei den Friedensgesprächen mit der Ukraine und den USA. Das Thema sei für Russland von grundlegender Bedeutung, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA. Zugleich bewertet er demnach den bisherigen Verlauf der Verhandlungen positiv und spricht von "konstruktiven Gesprächen". Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Gespräche in Abu Dhabi am Freitag und Samstag als konstruktiv bezeichnet und ein baldiges Folgetreffen in Aussicht gestellt. Ein Hauptstreitpunkt ist der russische Anspruch auf Gebiete in der Ostukraine.
+++ 09:22 Wadephul setzt auf selbstbewusste Europäer +++
Außenminister Johann Wadephul ruft die Europäer angesichts der Irritationen um US-Präsident Donald Trump und anhaltender hybrider Attacken Russlands im Ostseeraum zur Einigkeit auf. "In dieser Phase geopolitischer Umbrüche müssen wir Europäer selbstbewusst und geschlossen auftreten und handeln", fordert der CDU-Politiker vor seinem Besuch bei den EU- und Nato-Partnern Lettland und Schweden. Entscheidend sei, "dass wir uns nicht spalten lassen - denn genau darauf zielen jene, die ein Interesse am Zerfall unseres Verteidigungsbündnisses und der Europäischen Union haben". Wadephul betont: "Das transatlantische Bündnis bleibt für unsere Sicherheit unverzichtbar." Aber man könne und werde sich weder darauf ausruhen, "noch werden wir darin nachlassen, als Europäer unsere eigene Sicherheit künftig stärker selbst in die Hand zu nehmen".
+++ 08:41 Luhansk-Bewohner ohne russischen Pass sollen verstärkt unter Druck stehen +++
Seit Anfang des Jahres soll verstärkt Druck auf Bewohner im besetzten Gebiet Luhansk ausgeübt worden sein, die keinen russischen Pass haben. Von den Besatzern sei ihnen klar gemacht worden, dass sie mit einer Abschiebung rechnen müssten, schreibt der Leiter der ukrainischen Militärverwaltung von Luhansk, Oleksii Kharchenko. Wohin sie abgeschoben werden könnten, wird nicht gesagt. Das Gebiet Luhansk im Osten der Ukraine ist fast vollständig unter der Kontrolle russischer Truppen. Teile der Region, darunter die Regionalhauptstadt Luhansk, wurden bereits seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrolliert. Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine 2022 erklärte Moskau die Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja völkerrechtswidrig für annektiert. Abgesehen von Luhansk sind die Regionen nur zum Teil unter russischer Kontrolle.
+++ 08:05 Tote und Verletzte in frontnahen Orten +++
Im Osten der Ukraine gibt es weitere zivile Todesopfer in der Nähe der Front. Laut Behördenangaben wurden am Sonntag zwei Menschen bei russischen Angriffen in der Region Donezk getötet. Sie starben demnach in den Orten Druzhkivka und Oleksievo-Druzhkivka, die in der Nähe der Stadt Kramatorsk liegen und etwa 20 Kilometer von der Fronlinie entfernt sind. Vier weitere Menschen wurden verletzt, so die Verwaltung. Ein weiteres ziviles Todesopfer wird aus der Region Cherson gemeldet.
+++ 07:50 Ukraine: 110 russische Drohnen abgewehrt +++
Eigenen Angaben zufolge hat das ukrainische Militär im Laufe der Nacht 110 von 138 russische Drohnen unschädlich gemacht. An elf Orten gab es demnach Einschläge.
+++ 07:12 Ukrainische Behörde: Russische Fluggäste reisten in Frachtmaschine +++
Reise per Frachtflugzeug: Eine ukrainische Behörde meldet, dass die Fluggäste eines russischen Linienflugs mit einem Frachtflugzeug geflogen seien. Zu dem Vorfall kam es demnach in der Oblast Irkutsk im Süden Sibiriens. Das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation meldet weiter, Passagiere hätten sich beschwert, dass sie ohne Vorwarnung anstatt mit einer Passagiermaschine vom Typ An-24 mit einer Frachtmaschine vom Typ An-26 gereist seien. Die Menschen hätten neben Fracht gesessen. Unabhängig bestätigt ist dies jedoch nicht. Die ukrainische Behörde schreibt, der Vorfall sei eine Folge westlicher Sanktionen gegen Russland. Dadurch sei die russische Luftfahrt etwa von Ersatzteilen und Serviceleistungen abgeschnitten, was den Ersatz älterer Flugzeuge durch neue verzögere.
+++ 06:31 Berichte über Angriff auf russische Ölraffinerie +++
Drohnen haben laut Berichten russischer Telegram-Kanäle eine Ölraffinerie in der südrussischen Stadt Slovyansk-na-Kubani angegriffen. Anwohner hätten einen Brand in einer örtlichen Raffinerie gemeldet, heißt es etwa beim Kanal Astra. Dem Kanal Shot zufolge sprachen Bewohner der Region Krasnodar von Explosionen und Lichtblitzen in der Nacht. Die Katastrophenschutz-Behörde von Krasnodar schreibt, dass Drohnentrümmer auf das Gelände zweier Betriebe in Slovyansk-na-Kubani fielen, ohne Einzelheiten zu den Unternehmen zu nennen. Auf dem Gelände seien Brände ausgebrochen, heißt es weiter. Eine Person sei verletzt worden. Auch drei Häuser seien durch Drohnentrümmer beschädigt worden. Das russische Militär will in der Nacht 40 ukrainische Drohnen über Russland abgewehrt haben, 34 davon über der Region Krasnodar. Eine Reaktion der Ukraine liegt bisher nicht vor.
+++ 05:42 Sicherheit im Ostseeraum: Wadephul reist nach Lettland und Schweden +++
Bundesaußenminister Johann Wadephul reist heute zu Gesprächen über die Sicherheit im Ostseeraum nach Lettland und Schweden. In Riga wird er zunächst den lettischen Staatspräsidenten Edgars Rinkevics treffen, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Themen wie hybride Bedrohungen im Ostseeraum, Angriffe auf kritische Infrastruktur oder die russische Schattenflotte. Auch die Lage in der Ukraine und die dringend benötigte Unterstützung für das Land angesichts der massiven russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur sollen laut Auswärtigem Amt erörtert werden.
+++ 04:35 Ukrainischer Generalstab: Lage in Pokrowsk sehr angespannt +++
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte berichtet von 129 Gefechten an der Front binnen 24 Stunden. Laut Ukrinform bewerten die Militärs die Lage an der Pokrowsk-Achse als am meisten angespannt. Dort hätten die Russen bis Sonntagabend 90 Soldaten verloren. "Seit Tagesbeginn haben 129 Kampfhandlungen stattgefunden. Der Feind führte 61 Luftangriffe durch und warf dabei 155 gelenkte Fliegerbomben ab. Zusätzlich setzte er 4983 Kamikaze-Drohnen ein und führte 2782 Artillerieangriffe auf bewohnte Gebiete und unsere Truppenstellungen durch", so der ukrainische Generalstab weiter.
+++ 02:52 London begrüßt Windkraft-Ausbau durch Nordsee-Staaten +++
Die britische Regierung begrüßt die Pläne für einen massiven Ausbau der Offshore-Windkraft durch die Nordsee-Anrainerstaaten. "Wir setzen uns für unsere nationalen Interessen ein, indem wir uns für saubere Energie starkmachen. Diese kann Großbritannien aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreien und uns Energiesouveränität und -vielfalt sichern", erklärt der britische Energieminister Ed Miliband, der am heutigen Montag an dem Nordseegipfel in Hamburg teilnehmen wird. Die Nordseeanrainerstaaten hatten sich bereits 2023 auf ein übergeordnetes Ziel von 300 GW Offshore-Windkraftkapazität bis 2050 geeinigt, nachdem Russlands Einmarsch in die Ukraine die Befürchtungen über Europas Abhängigkeit von russischem Gas verstärkt hatte.
+++ 01:20 IW-Studie: Viele deutsche Firmen schlecht gerüstet für Kriegsfall +++
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt davor, dass die Unternehmen hierzulande möglicherweise nicht ausreichend auf einen Spannungs- und Verteidigungsfall vorbereitet sind. "Gesamtverteidigung und Abschreckung gegenüber Russland kann nicht allein militärisch gedacht werden, sondern erfordert die systematische Einbindung der Wirtschaft", heißt es in einer noch unveröffentlichten Studie des IW, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Die IW-Volkswirte stützen sich auf eine repräsentative Befragung von mehr als 1000 Firmen - mit gemischtem Ergebnis: 86 Prozent geben an, sich bereits wirksam gegen Cyberattacken zu schützen. Gegen Desinformation, Sabotage und Spionage habe die Mehrheit ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Umgekehrt sind nur gut drei Prozent der Firmen für einen Materialausfall gerüstet, bei der Notfallplanung für größeren Personalausfall liegt die Quote bei vier Prozent.
+++ 23:48 Selenskyj trifft belarussische Oppositionelle Tichanowskaja +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja haben sich in der litauischen Hauptstadt Vilnius getroffen. Selenskyj habe sie bei dem Treffen zu einem Besuch nach Kiew eingeladen, schreibt die im Exil lebende Tichanowskaja bei Telegram. Ihren Angaben nach war es das erste bilaterale Treffen der beiden. Tichanowskaja dankt dem ukrainischen Präsidenten für die Aufnahme freigelassener politischer Häftlinge aus Belarus. Selenskyj schreibt zunächst nichts über das Treffen in sozialen Medien. Auf Drängen der USA hatte in Belarus Machthaber Alexander Lukaschenko im Dezember mehr als 100 politische Gegner nach jahrelanger Gefangenschaft in die Freiheit entlassen. Zahlreiche wurden per Bus außer Landes in die Ukraine gebracht. Darunter war auch die prominente Oppositionelle Maria Kolesnikowa.
+++ 22:25 Babiš: Tschechien verkauft der Ukraine keine Kampfjets für die Drohnen-Jagd +++
Laut des tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš wird sein Land keine Kampfjets vom Typ L-159 an die Ukraine verkaufen. Dies sei endgültig ausgeschlossen und die Angelegenheit "abgeschlossen", wie "Ukrainska Pravda" meldet. "Es gibt keine L-159 und es wird auch keine geben. Das Thema ist erledigt", so der tschechische Ministerpräsident. Der mögliche Verkauf von L-159-Leichtangriffsflugzeugen an die Ukraine war in den vergangenen Wochen Gegenstand politischer Debatten im Land. Auch hatte der tschechische Präsident Petr Pavel kürzlich vorgeschlagen, vier gebrauchte Kampfjets der einheimischen Luftstreitkräfte an die Ukraine zu verkaufen. Die Flugzeuge könnten hilfreich bei der Abwehr der massiven Drohnenangriffe sein. Babiš bezeichnet die Diskussionen als "künstlich herbeigeführt".
+++ 21:47 Selenskyj: Lukaschenkos Hund hat "mehr Rechte als die Bevölkerung von Belarus" +++
Bei seinem Besuch in Litauen hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auch zu der Situation im Nachbarland Belarus geäußert. Der weiße Spitz des belarussischen Diktators Alexander Lukaschenko "genießt mehr Rechte als die Bevölkerung von Belarus", so Selenskyj in seiner Rede in Vilnius, wie die ukrainische Zeitung "Kyiv Independent" schreibt. Belarus habe die Chance gehabt, dies zu ändern, sagte der ukrainische Staatschef im Hinblick auf die friedlichen Proteste von 2020, aber damals sei die Unterstützung für die Belarussen nicht ausreichend gewesen. "Und jetzt spüren wir alle, wie viel schwieriger, wie viel teurer und wie viel gefährlicher es für alle geworden ist, aufgrund der Abhängigkeit von Belarus von Moskau - einer Abhängigkeit, die nicht abnimmt", sagte Selenskyj. Lukaschenko erlaubte Moskau zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022, belarussisches Territorium zu nutzen.
+++ 21:23 Klitschko: 1300 Wohnhäuser noch immer ohne Heizung in Kiew +++
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind auch eine Woche nach einem russischen Raketen- und Drohnenangriff noch immer mehr als 1300 Wohnhäuser ohne Heizung, wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko laut ukrainischer Medien mitteilt. Russland greift immer wieder gezielt die ukrainische Energieversorgung an. Der Bürgermeister erinnert in der Mitteilung daran, dass gestern in der Hauptstadt noch fast 6000 Gebäude ohne Heizung waren.
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