"Es gibt Resultate"Dreier-Gespräche mit Russen und Ukrainern in Abu Dhabi vorerst beendet

Bei den Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs reden nach längerer Pause russische und ukrainische Unterhändler wieder direkt miteinander. Die Kriegsparteien äußern sich positiv zu den Gesprächen. Dabei soll auch über Gebietsabtretungen gesprochen worden sein.
In Abu Dhabi sind die direkten Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA zur Beendigung des Krieges zu Ende gegangen. Das bestätigte Diana Davitian, die Sprecherin des Leiters der ukrainischen Verhandlungsdelegation, Rustem Umerow, am frühen Nachmittag vor Journalisten. Zuvor hatten russische Nachrichtenagenturen berichtet, dass die russische Delegation in ihr Hotel in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate zurückgekehrt sei. Eine Fortsetzung sei heute nicht mehr geplant. Konkrete Ergebnisse wurden nicht bekannt. Die Gespräche sollen in der nächsten Woche fortgesetzt werden, heißt es aus Verhandlungskreisen.
Es waren die ersten Verhandlungen über den US-Friedensplan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs in diesem Format. Die Dreier-Gespräche hatten am Freitag begonnen. Die USA wollen als Vermittler beide Seiten zu Kompromissen bewegen.
Beide Kriegsparteien seien grundsätzlich mit dem Verlauf der Gespräche zufrieden. Es gebe Resultate, doch diese würden von den Verantwortlichen daheim verkündet, zitierte Tass ein Mitglied der russischen Verhandlungsdelegation. Die Ukraine habe die Verhandlungen ebenfalls als "positiv" und "konstruktiv" bewertet, schrieb der politische Beobachter von Axios, Barak Ravid, auf X.
Nach Medieninformationen wurden am zweiten Tag auch Gespräche über das heikle Thema Gebietsabtretungen geführt. Mehrere Dokumente würden studiert und erörtert, hieß es der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge aus russischen Delegationskreisen. "Sowohl Territorien als auch (Sicherheits-)Garantien und andere Aspekte", zitierte die Agentur ihren Informanten.
Heikles Thema Gebietsabtretungen
Das Thema Gebietsabtretungen ist eins der heikelsten bei den Gesprächen über einen Frieden. Russland fordert neben den ohnehin schon besetzten Gebieten im Osten der Ukraine weitere Landstriche, konkret die auch nach knapp vier Jahren noch nicht eroberten Reste des Gebietes Donezk, für sich ein.
Kurz vor Verhandlungsbeginn hatte Moskau seine Maximalforderung bekräftigt, wonach die ukrainische Armee sich aus der gesamten Region Donbass einschließlich bisher nicht von Russland kontrollierter Gebiete zurückziehen soll. Die Ukraine lehnt dies bislang kategorisch ab.
Die Gespräche wurden von erneuten massiven russischen Angriffen auf mehrere ukrainische Regionen in der Nacht zu Samstag erschüttert. Allein in der Hauptstadtregion Kiew und der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw wurden nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und 27 weitere verletzt.
Bei den Verhandlungen in Abu Dhabi, wo nun russische und ukrainische Unterhändler nach längerer Pause auch wieder direkt miteinander reden, beharrt Moskau neben dem Verzicht Kiews auf den Nato-Beitritt auch auf größere Gebiete des Nachbarlands. Sollte es keine diplomatische Lösung geben, werde Russland sein Ziel auf militärischem Weg erreichen, heißt es dazu aus Moskau.