Politik

15-Punkte-Plan zurückgewiesen?Teheran reagiert scharf abweisend, lässt aber Fenster offen

25.03.2026, 16:58 Uhr
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Die Straße von Hormus und ihr Schiffsverkehr: für die ganze Welt bedeutend. (Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Der Iran-Krieg mit beträchtlichen Folgen für den Welthandel läuft bereits fast einen Monat. Berichten zufolge bieten die USA der iranischen Führung nun einen Deal an. Teheran reagiert abweisend und das auf vielen Ebenen - dies scheint aber nicht das letzte Wort zu sein.

Irans Militärführung hat Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Krieges zurückgewiesen und scharf gegen die US-Regierung ausgeteilt. "Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt", sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt, und reagierte damit als eine der ersten Stimmen des Teheraner Regimes.

Medien hatten zuvor berichtet, die US-Regierung habe der Führung in Teheran einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Kriegs unterbreitet. Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten US-Medien wie das Portal "Axios" und die "New York Times". Der Plan verlangt der Führung in Teheran demnach große Zugeständnisse ab. Er sehe die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor. Im Gegenzug sollen laut dem israelischen Sender Channel 12 die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Beide Seiten würden demnach eine einmonatige Waffenruhe ausrufen, während der sie auf Grundlage des US-Vorschlags aus Washington verhandeln würden. Ein Regierungswechsel im Iran werde in dem US-Plan nicht gefordert, berichtete der Sender.

Pakistan als Vermittler

Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärt dann zumindest noch gegenüber Reuters, dass der Vorschlag noch geprüft werde, obschon die erste Reaktion nicht positiv ausgefallen sei. Diese erste Reaktion Teherans sei an Pakistan übermittelt worden, um von dort nach Washington weitergeleitet zu werden. Das allerletzte Wort scheint also nicht gesprochen.

Zumindest offiziell dementiert Irans politische und militärische Führung weiterhin jegliche Art von Verhandlungen mit den USA - und das äußerst vehement. Der Sprecher des Präsidialamtes, Elias Hasrati, sagte im staatlichen Rundfunk Irib: "Die entsprechenden Nachrichten sind alle nur eine Lüge." Der Feind stecke in einer Sackgasse fest, habe keine Errungenschaften vorzuweisen und stehe auch international in der Kritik. "Daher redet er (US-Präsident Donald Trump) irgendeinen Irrsinn von Botschaften und Geschenken, was alles nicht wahr ist", so der Sprecher. Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump am Mittwoch zuversichtlich geäußert. Er sagte, der Iran wolle angeblich "unbedingt einen Deal abschließen".

Die Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen iranischen Revolutionsgarden nahesteht, wies in einem Bericht unter Berufung auf "informierte Quellen" ebenso jegliche Verhandlungen zurück. "Der Iran akzeptiert keine Waffenruhe. Grundsätzlich ist es nicht logisch, mit Vertragsbrechern in einen solchen Prozess einzutreten", zitierte Fars eine namentlich nicht genannte Quelle.

Die Bedingungen seien überzogen, berichtet der iranische Fernsehsender Press TV unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Der Iran werde den Krieg nur zu einem Zeitpunkt seiner Wahl beenden, sofern seine Bedingungen erfüllt seien. Laut Nachrichtenagentur AP gibt es auch schon einen iranischen Gegenplan, der auf dem Sender Press TV aufgegriffen worden sei, nämlich einen iranischen Fünf-Punkte-Plan für einen Waffenstillstand, der von dem Beamten stamme, der den US-Vorschlag abgelehnt hatte. Dieser Plan beinhalte unter anderem die Einstellung der Tötungen iranischer Beamter und auch Forderungen nach Reparationen für den Iran.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/rts/AFP

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