Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 20:02 Neuer Verteidigungsminister: Zwei Millionen Ukrainer entziehen sich Mobilisierung +++

14.01.2026, 00:01 Uhr

In der Ukraine versuchen zahlreiche Menschen, den Kriegseinsatz an der Front zu vermeiden. Der neue Verteidigungsminister der Ukraine nennt desbezüglich Zahlen. Zwei Millionen Ukrainer würden gesucht, die sich der Mobilisierung entzogen hätten, sagt Mykhailo Fedorov in einer im Fernsehen übertragenen Rede in Parlament. Weitere 200.000 Soldaten seien desertiert oder hätten ihre Einheiten unerlaubt verlassen. Dem "Kyiv Independent" zufolge spricht Fedorov auch über Reform-Absichten. Die Organisationsstruktur des Militärs sei veraltetet. Es gebe zu viel Bürokratie. Zudem müsse die Infrastruktur an der Front verbessert werden, erklärt er. Das Ziel sei auch, Korruption zu beseitigen, sowie Führungsqualitäten und eine "neue Kultur des Vertrauens" zu schaffen. Der Soldatenmangel wie auch Erschöpfung unter den Soldaten in dem fast vier Jahre andauernden Krieg sind in der Ukraine ständig präsent.

+++ 19:06 Selenskyj kündigt Notstand für Energiesektor an +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt einen Notstand für den Energiesektor des Landes an. Damit wolle er die Probleme bei der Stromversorgung nach den anhaltenden russischen Angriffen auf die Infrastruktur angehen, schreibt Selenskyj in sozialen Medien. Es werde daran gearbeitet, die Stromimporte in die Ukraine deutlich zu erhöhen.

+++ 18:25 Selbstfahrende Flugabwehrsysteme für Kiew - Rheinmetall will planmäßig liefern +++

"Rheinmetall liefert den Skyranger auf der Leopard-1-Plattform innerhalb der vertraglich vereinbarten Fristen", versichert Rheinmetall-Chef Armin Papperger im Interview mit der Nachrichtenagentur Ukrinform. Einzelheiten will er aus Sicherheitsgründen nicht preisgeben. Im Oktober hatte der Düsseldorfer Konzern mitgeteilt, der Ukraine weitere Skyranger-35-Flugabwehrsysteme zu liefern. Der Rüstungsauftrag hat einen Wert im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die selbstfahrenden Systeme werden durch einen namentlich nicht benannten EU-Staat im Rahmen der EU-Initiative "Windfall Profit Mechanism" finanziert. Die erste Auslieferung solle Ende letzten Jahres erfolgen.

+++ 17:48 Ukraine verlängert Kriegsrecht und Mobilmachung +++

In der von Russland angegriffenen Ukraine werden das geltende Kriegsrecht und die allgemeine Mobilmachung bis Anfang Mai verlängert. Für beide Gesetzvorlagen stimmt jeweils eine deutliche Mehrheit von mehr als 300 Abgeordneten. Die Entwürfe waren von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingereicht worden. Dadurch können wehrpflichtige Männer im Alter von 23 bis 60 Jahren das Land in der Regel nicht verlassen. Es gelten nur wenige Ausnahmen, beispielsweise für Väter von mindestens drei minderjährigen Kindern. Seit einer Lockerung der Ausreiseregeln Ende August dürfen junge Männer zwischen 18 und 22 Jahren das Land wieder verlassen. Zum Einsatz an der Front selbst dürfen in der Ukraine nur Männer ab 25 Jahren verpflichtet werden.

+++ 17:15 FSB-Mitarbeiter in Ukraine in Abwesenheit wegen Kriegsverbrechen verurteilt +++

Ein Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB wurde von einem ukrainischem Gericht zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil wurde in Abwesenheit des Mannes gefällt. Der tatsächliche Strafantritt beginne nach dessen Inhaftierung, schreibt die regionale Staatsanwaltschaft von Cherson. Die Strafverfolgungsbehörde wirft dem Russen vor, an Kriegsverbrechen beteiligt zu sein. "Das Gericht hat bewiesen, dass er im März 2022 während der Besetzung von Cherson seinen Untergebenen befahl, einen Zivilisten anzugreifen. Die Besatzer drangen illegal in die Wohnung des Mannes ein, in der er mit seiner Frau und seinem minderjährigen Kind lebte, beschlagnahmten Eigentum und Geld und drohten anschließend, sich an der Familie zu rächen. Daraufhin schlugen sie das Opfer brutal zusammen und hielten es in einem Gebäude im Stadtzentrum fest", teilt die Behörde mit. Der Russe habe den Mann anschließend an einen Stuhl gefesselt, ihn gefoltert, eine Schießerei simuliert und gedroht, seine Familienangehörigen zu töten. Der misshandelte Zivilist wurde schließlich zurückgelassen.

+++ 16:47 Moskau macht Kiew für Angriff auf Tanker verantwortlich +++

Moskau macht Kiew für den Angriff auf einen griechischen Tanker im Schwarzen Meer verantwortlich. Der Tanker "Matilda" sei etwa 100 Kilometer vor der Stadt Anapa von zwei ukrainischen Drohnen angegriffen worden, erklärt das Verteidigungsministerium. Kiew hat bisher nicht auf die Vorwürfe reagiert. Am Dienstag hatte Athen Drohnenangriffe auf die griechisch geführten Öltanker "Matilda" und "Delta Harmony" gemeldet. Einer der Tanker war demnach auf dem Weg nach Russland, um dort mit Öl aus Kasachstan befüllt zu werden. Das russische Ministerium erwähnt die "Delta Harmony" nicht. Kasachstan und Griechenland verurteilen die Angriffe. Athen teilt mit, der griechische Außenminister werde mit europäischen Partnern über die Angriffe sprechen. In den vergangenen Wochen hatte die Ukraine Russland vorgeworfen, mehrere Frachter vor ihrer Südküste angegriffen zu haben. Zudem beanspruchte Kiew mehrere Angriffe auf in Verbindung zu Russland stehende Schiffe im Schwarzen Meer.

+++ 16:16 Ukraine: Russland stationiert Militärtechnik und Fahrzeuge neben Kernreaktoren +++

Der Kreml stationiert Militärtechnik und -Fahrzeuge neben den Kernreaktoren des Kernkraftwerks Saporischschja - das berichtet Vladyslav Voloshyn, Sprecher der Verteidigungskräfte der Südukraine. Er weist darauf hin, dass es sich um einen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht handele, das die Nutzung von Kernkraftwerken als militärische Standorte verbietet. Die Russen wüssten, dass das ukrainische Militär keine Angriffe auf das Atomkraftwerk ausführen würde, ist Voloshyn überzeugt. Deswegen würden die Russen dort Militärtechnik lagern und das Gelände als Drohnen-Übungsgelände nutzen, wirft er Moskau in einem Facebook-Eintrag vor. Auch gebe es Hinweise, dass von dort Raketenangriffe auf Saporischschja ausgeführt worden seien. Das AKW im Süden der Ukraine ist seit März 2022 von russischen Truppen besetzt.

+++ 15:35 EU zu Ukraine-Kredit: Rüstungsgüter sollen vorrangig in Europa gekauft werden +++

Die Ukraine soll im Rahmen des vereinbarten neuen EU-Kredits über 90 Milliarden Euro Waffen und militärische Systeme vorrangig von europäischen Herstellern beziehen. Wie die Europäische Union mitteilt, gilt diese Vorgabe, sofern diese Firmen lieferfähig sind. Unter bestimmten Umständen soll die Beschaffung auch aus anderen Ländern erlaubt sein. Die Europäische Kommission stellte ihren Vorschlag für das Darlehen vor, das den Finanzbedarf der Ukraine für das laufende und das kommende Jahr decken soll. Das Kreditprogramm sieht vor, den Kauf von militärischer Ausrüstung bei Unternehmen in der EU oder assoziierten Ländern wie Norwegen und der Schweiz sowie in der Ukraine selbst zu priorisieren. Mit Spannung wird nun erwartet, ob die sogenannte Buy-European-Klausel die erforderliche Mehrheit im Kreis der Mitgliedstaaten findet. Zuletzt hatte es dazu heftige Diskussionen gegeben, in denen zum Beispiel die Niederlande für eine größtmögliche Flexibilität plädierten.

+++ 15:05 Chinas Handel mit Russland schrumpft erstmals seit fünf Jahren +++

Der Handel zwischen China und Russland ist 2025 erstmals seit fünf Jahren zurückgegangen. Der gegenseitige Warenaustausch summierte sich auf 1,63 Billionen Yuan (umgerechnet rund 201 Milliarden Euro), wie aus Daten der chinesischen Zollbehörde hervorging. Dies ist ein Minus von 6,5 Prozent im Vergleich zu 2024, als noch ein Rekordwert von 1,74 Billionen Yuan erreicht wurde. Der Rückgang beendet damit eine vierjährige Wachstumsphase. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat China seinem mit westlichen Sanktionen belegten Nachbarn als wichtiger Wirtschaftspartner zur Seite gestanden. Die Volksrepublik kaufte russisches Öl, Kohle sowie Gas und lieferte im Gegenzug Waren von Autos bis hin zu Elektronik.

+++ 14:28 EU gibt Ukraine 90 Milliarden Euro - so sollen sie verwendet werden +++

Das neue riesige EU-Darlehen für die Ukraine soll nach dem Willen der Europäischen Kommission zu einem großen Teil den gegen Russland kämpfenden Streitkräften zugutekommen. Wie ein von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierter Vorschlag vorsieht, soll das ukrainische Militär mit 60 Milliarden Euro unterstützt werden. Die verbleibenden 30 Milliarden Euro des insgesamt 90 Milliarden Euro umfassenden Kredits sollen dem Vorschlag der Brüsseler Behörde zufolge der Ukraine als Haushaltsunterstützung bereitgestellt werden. Damit werde sichergestellt, dass die Ukraine einerseits ihre Verteidigung auf dem Schlachtfeld stärken und ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen könne sowie andererseits den Staat sowie die grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen aufrechterhalten könne, sagt von der Leyen.

+++ 13:57 Polen: Russland wollte großen Stromausfall verursachen +++

Polen sieht Russland als schuldige Kraft hinter dem größten Cyberangriff der vergangenen Jahre. Ziel sei es gewesen, einen großen Stromausfall zu verursachen, der die Lage im Land destabilisieren sollte. "Dies war der größte Angriff auf den Energiesektor des Landes in den letzten Jahren", sagt Vize-Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Krzysztof Gawkowski bei RMF24. "Die polnischen Dienste und staatlichen Institutionen haben die Situation bewältigt, aber das Ausmaß dieses Angriffs und der Angriffsweg, also wer dahintersteckte, zeigen, dass es sich um eine koordinierte Aktion handelte, die darauf abzielte, den Bürgern den Strom abzustellen." Zu RMF24 sagt Gawkowski weiter, dass alles darauf hindeute, dass es sich um "russische Sabotage mit dem Ziel der Destabilisierung der Lage in Polen" handele.

+++ 13:33 Ukraine attackiert Öltanker - Video zeigt Einschlag +++

Im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk attackiert die Ukraine mehrere Tankschiffe - darunter zwei, die kasachisches Öl transportieren sollen. Kasachstan ist ein wichtiger Handelspartner Russlands. Eine Videoaufnahme hält den Moment des Einschlags fest.

+++ 13:13 Rheinmetall darf Munitionswerk in der Ukraine bauen - "Wir sind bereit" +++

Der Bau eines neuen Rheinmetall-Munitionswerks in der Ukraine könnte bald beginnen. Die Regierung in dem angegriffenen Land hat einen neuen Standort für die Fabrik gefunden, verrät Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender des deutschen Rüstungskonzerns, in einem Interview der Plattform Ukrinform. "Der Standort ist uns bereits zugewiesen worden. Allerdings müssen noch weitere organisatorische und regulatorische Fragen geklärt werden", sagt Papperger. "Wir sind bereit, so bald wie möglich mit dem Bau der Anlage zu beginnen."

+++ 12:58 Fedorow jetzt doch neuer ukrainischer Verteidigungsminister +++

Mychajlo Fedorow ist doch der neue ukrainische Verteidigungsminister. Die Mehrheit des Parlaments in Kiew stimmte am Mittag der Ernennung zu. Am Dienstag scheiterte die Ernennung, weil sich nicht genügend Abgeordnete für Fedorow aussprachen. "Unser Ziel ist es, das System zu verändern: die Armee zu reformieren, die Infrastruktur an der Front zu verbessern, Lügen und Korruption auszumerzen und Führung und Vertrauen zu einer neuen Kultur zu machen", sagt Fedorow vor den Abgeordneten.

+++ 12:39 Zwei Tote bei Drohnenangriffen auf Belgorod und Rostow +++

In Russland sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen bei ukrainischen Drohnenangriffen getötet worden. In der südrussischen Stadt Rostow am Don sei ein Wohnhaus getroffen worden, erklärt Regionalgouverneur Juri Sljussar. Der Angriff habe einen Brand in dem Gebäude ausgelöst, zwei Wohnungen seien beschädigt worden. Beim Wegräumen der Trümmer sei die Leiche eines Mannes gefunden worden. In der Region Belgorod seien bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Auto eine Frau getötet und ein Mann verletzt worden, teilt Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Das Fahrzeug sei durch das Feuer zerstört worden.

+++ 12:08 Bericht: Witkoff und Kushner planen Reise zu Putin +++

Steve Witkoff, der Sondergesandte des Weißen Hauses, und Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner planen in naher Zukunft einen Besuch in Moskau, um sich mit Wladimir Putin zu treffen. Dies berichtet Bloomberg. Demnach sagte eine Quelle der Nachrichtenagentur, dass der Besuch noch in diesem Monat stattfinden könnte. Es gehe um die Friedensbemühungen Donald Trumps in der Ukraine. Der aktuelle Entwurf des US-Plans solle Putin vorgestellt werden. Die Reise offiziell bestätigen wollte weder das Weiße Haus noch der Kreml.

+++ 11:34 Großbritannien will Putins Schattenflotte-Schiffe stürmen und das Öl selbst verkaufen +++

Die britische Regierung erwägt Pläne, das mit Schiffen der russischen Schattenflotte transportierte Öl zu beschlagnahmen und verkaufen - und so die Ukraine zu finanzieren. Das berichtet die "Times" unter Berufung auf eine Regierungsquelle. "Dies wird einen doppelten Einfluss auf die russische Militärmaschinerie haben - wir werden ihr nicht nur illegale Militäreinnahmen entziehen, sondern auch einen Weg finden, den Widerstand der Ukraine zu finanzieren", so der Insider aus der britischen Regierung zur Zeitung. Die "Times" berichtet zudem, dass sich Spezialeinheiten bereits auf das Entern der Schiffe vorbereiten würden. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 11:05 Kreml enteignet polnisch-amerikanisches Metallverarbeitungs-Unternehmen +++

Vermögenswerte in Russland, die dem polnisch-amerikanischen Unternehmen Can-Pack gehören, werden an russische Unternehmen übertragen. Das berichtet die "Moscow Times" unter Berufung auf ein Dekret, das Kremlchef Wladimir Putin am Silvestertag unterzeichnet habe und jetzt wirksam werde. Demnach erhalte die russische Firma StalElement 100 Prozent der Can-Pack LLC sowie der Betriebsstättenverwaltung Can-Pack Packaging Plant LLC. Das Unternehmen stellt Metallbehälter her.

+++ 10:50 Stromausfälle in vier Regionen nach russischen Angriffen +++

Die jüngste Angriffswelle des Kreml, die bis in den Morgen hinein andauerte, hat großflächige Stromausfälle zur Folge. Das teilt Netzbetreiber Ukrenergo mit. "Nachts griff der Feind Energieanlagen in mehreren Regionen an. Infolgedessen waren Verbraucher in den Regionen Dnipropetrowsk, Schytomyr, Charkiw und Donezk am Morgen ohne Strom", so das Energieunternehmen. Die Reparatur gestaltet sich offenbar schwierig, da der Beschuss örtlich anhält. "Die Notfallmaßnahmen zur Wiederherstellung der Stromversorgung werden fortgesetzt, wo immer es die Sicherheitslage zulässt. Die Energietechniker setzen alles daran, die beschädigten Anlagen so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen."

+++ 10:28 "Wird sinnvoll sein" - Macron will wohl doch nicht mit Putin sprechen +++

Im Dezember kündigt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an, wieder mit Kremlchef Wladimir Putin sprechen zu wollen. "Ich denke, es wird wieder sinnvoll sein", sagte Macron. Nun - einen Monat später - gibt es noch immer keine Anstrengungen, ein Telefonat anzugehen, berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine französische Diplomatenquelle. Demnach seien noch keine Absprachen über ein mögliches Gespräch der beiden Staatschefs getroffen worden. "Auf dieser Ebene sind derzeit keine konkreten Gespräche geplant, allerdings ist nichts ausgeschlossen", zitiert Tass den Insider.

+++ 09:54 ISW: Russland stattet Drohnen mit Starlink-Systemen aus +++

Der Kreml treibt einer Analyse zufolge seine Drohnenproduktion kräftig voran und wendet dabei auch technische Innovationen an. Das melden die Forscher vom Institute for the Study of War (ISW). "Die Russische Föderation baut die Produktion und den Einsatz von kostengünstigen Kampfdrohnen weiter aus, wodurch sich günstige Bedingungen für die russischen Truppen auf dem Schlachtfeld ergeben haben", heißt es. Ihre Molniya-2-Drohnen würden mit Starlink-Satellitensystemen ausgestattet werden, "was ihre Effizienz im Gefecht deutlich gesteigert hat". Zudem sind diese Fluggeräte inzwischen resistenter gegen Störungen durch elektronische Kampfführungsgeräte, das wirkt sich auf die Abschussquote der Ukrainer aus (siehe Eintrag von 6:28 Uhr).

+++ 09:29 Korruptionsermittler gehen gegen ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin vor +++

Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden ermitteln einem Bericht zufolge gegen die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Sie sei über die Verdächtigung der Behörde informiert worden, berichtet "Ukrainska Pravda". Rund 30 Ermittler hätten die ganze Nacht ihr Büro durchsucht und Mitarbeiter festgehalten, teilt Timoschenko mit. Die Einsatzkräfte hätten keine relevanten Dokumente gefunden, jedoch "meine Diensttelefone, Parlamentsdokumente und persönlichen Ersparnisse mitgenommen". Die Ex-MP weist "alle absurden Anschuldigungen entschieden zurück". Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 08:53 Russland enteignet Fabriken des dänischen Dämmstoffherstellers Rockwool +++

Russland hat nach den Angaben des dänischen Dämmstoffherstellers Rockwool die Enteignung vier seiner Fabriken in dem Land angeordnet. Per Dekret des Kremlchefs Wladimir Putin sei angeordnet worden, dass eine "externe Verwaltung" die Kontrolle über die russische Tochtergesellschaft übernimmt, erklärt Rockwool. Das Unternehmen werde seine russische Tochter aus der Bilanz entfernen und die Vermögenswerte mit einem Buchwert von insgesamt 469 Millionen Euro zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres abschreiben. Rockwool zufolge hatte die russische Tochter des Unternehmens im vergangenen Jahr einen Umsatz von 261 Millionen Euro und 78 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen erzielt.

+++ 08:29 Russische Soldaten rücken an zwei Orten vor +++

Russische Streitkräfte rücken in den Gebieten Charkiw und Saporischschja vor. Wie Deepstate meldet, seien die Soldaten in der Nähe des Dorfes Lazova in der Oblast Charkiw vorgerückt sowie in der Nähe des Dorfes Stepnohirsk in Saporischschja. In Stepnohirsk hätten sie bereits erste Erfolge erzielt.

+++ 08:04 Bericht: EU-Gesandter für Verhandlungen mit Kreml im Gespräch +++

Einem Bericht zufolge erwägen EU-Staaten, einen Sondergesandten für Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin zu ernennen. Frankreich und Italien würden sich für diese Idee starkmachen, berichtet "Politico". Europa könne seine Positionen nur dann aufrechterhalten, wenn die EU mit am Verhandlungstisch sitze. Doch Putin zeigt sich bislang nicht bereit, mit allen europäischen Staatschefs zu verhandeln, weshalb ein Gesandter nötig werden könnte. Italien regt dem Bericht nach an, den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi für den Posten vorzuschlagen. Vier andere Diplomaten brachten den finnischen Präsidenten Alexander Stubb ins Spiel. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas würde vor allem sich selbst in der Funktion sehen.

+++ 07:47 Luftalarm in Kiew und weiteren Orten ausgelöst +++

Der Kreml schlägt offenbar auch nach der Nacht weiter zu. In Kiew wird gerade der Luftalarm ausgelöst, teilen die Luftstreitkräfte der Ukraine auf Telegram mit. "Bleiben Sie in Schutzräumen!", heißt es. Weitere Alarmierungen gibt es etwa auch in Charkiw, Tschernihiw, Pawlohrad, Schachtarske und Korosten. Vielfach ist von Drohnen die Rede, aber auch Raketen seien im Anflug.

+++ 07:20 Experte: Russische Ölverkäufe auf Rekordtief +++

Russland verkauft so wenig Öl, wie seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine nicht. Das sagt Wladyslaw Wlasjuk, ukrainischer Experte für internationale Sanktionen und Regierungsberater, im ukrainischen Fernsehen. "Im November und Dezember 2025 verdiente Russland elf bzw. zehn Milliarden US-Dollar mit Ölexporten. Das ist der niedrigste Wert während der gesamten Dauer der umfassenden Invasion", sagt Wlasjuk. Zuvor habe Russland mindestens 13 Milliarden Dollar pro Monat umgesetzt. "Dies ist eine direkte Folge der Einführung von Sanktionen." Er gibt allerdings zu bedenken, dass zehn Milliarden Dollar "immer noch eine beträchtliche Summe" sei, die "weiter sinken" müsse.

+++ 07:02 Bericht: Auf der Krim werden Schüler und Studenten zu Drohnenpiloten +++

Auf der von Russland besetzten Krim-Halbinsel werden Studenten zu Drohnenpiloten ausgebildet. Das berichtet der Telegramkanal "Crimean Wind". "Wie unsere Abonnenten berichten, fand am 13. Januar am Simferopoler College für Radioelektronik eine Veranstaltung statt, um einen Personalvorrat an FPV-Drohnenpiloten aufzubauen und Studenten für das Studium der FPV-Drohnensteuerung zu gewinnen", schreibt der Kanal. Es sei bereits die zehnte Hochschule, an der diese Veranstaltung abgehalten wurde. Angeblich gibt es derartige Info-Events auch an Schulen. "Vorgeschlagen wurde eine sechsmonatige Ausbildung in FPV-Drohnensteuerung, nach deren Abschluss angeblich ein Arbeitsvertrag anstelle des Wehrdienstes als UAV-Operator möglich sein sollte."

+++ 06:28 Ukraine fängt immer weniger ballistische Raketen ab +++

Die Ukraine hat zunehmend Probleme, russische Raketen abzufangen. Das ergibt eine Auswertung von Dragon Capital auf Basis von Angaben der ukrainischen Luftwaffe, über die "Kyiv Independent" berichtet. Demnach seien in den ersten beiden Januarwochen lediglich 26 von 73 Raketen abgeschossen worden. Das entspricht einer Quote von 36 Prozent. Im Oktober lag die Abschussquote noch bei 60 Prozent. Allein in der Nacht zum gestrigen Dienstag seien nur 2 von 18 ballistischen Raketen zerstört worden. Bei Drohnen hält die Ukraine derzeit eine eher schlechte Quote: Für die erste Januarhälfte beträgt die Abschussrate 83 Prozent. In guten Zeiten hat das Land nahezu alle russischen Drohnen im Anflug zerstören können. Abschussraten unter 80 Prozent gab es nur in Ausnahmefällen. Insgesamt fängt die Ukraine damit zwar immer noch über 70 Prozent der russischen Geschosse ab, doch die Schäden nehmen angesichts der weniger erfolgreichen Raketenabwehr deutlich zu.

+++ 06:03 Estland: Europa muss alle Anstrengungen unternehmen, die Ukraine zu unterstützen +++

Der estnische Finanzminister Jürgen Ligi ruft die europäischen Länder dazu auf, trotz der Haushaltsprobleme einiger Regierungen, alle Anstrengungen zu unternehmen, die Ukraine weiter zu finanzieren. "Es sollte keine fiskalischen Beschränkungen geben, wenn es um die Existenz der liberalen Demokratie und des menschlichen Lebens geht", sagt Ligi zu "Bloomberg". Er warnt vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union in der Frage der Verwendung russischer Vermögenswerte. Sollte sich US-Präsident Donald Trump von der Friedensfindung in der Ukraine abwenden, sei es nötig, dass die EU-Staaten zusammenhalten und die Ukraine weiter finanziell unterstützen.

+++ 05:34 Angriffe auf Energienetz: Ukraine und UN werben um zusätzliche Mittel bei Geberländern +++

Die Ukraine und die Vereinten Nationen appellieren an die Unterstützerländer der Ukraine, zusätzliche Mittel für humanitäre Hilfe bereitzustellen. Damit soll die Krise bewältigt werden, die durch den russischen Beschuss ziviler Infrastruktur ausgelöst wurde, erklärt die stellvertretende Leiterin des Präsidialamtes, Iryna Wereschtschuk. Als die UN ihren Hilfsplan entwickelt haben, hätten sie nicht bedacht, welche Schäden Russland im Winter verursachen würde, sagt Wereschtschuk.

+++ 04:17 Zehntausende in Krywyj Rih ohne Strom +++

Nach den russischen Drohnenangriffen auf Energieinfrastruktur in Krywyj Rih muss der Strom für mehr als 45.000 Kunden abgestellt werden. Das teilt der Leiter der Militärverwaltung, Olexander Wilkul, mit. Auch die Wärmeversorgung sei gestört.

+++ 03:09 Rostow am Don: Russische Flugabwehrrakete soll Wohnhaus getroffen haben +++

In der südrussischen Hafenstadt Rostow am Don brennt nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Industriebetrieb. Nach Angaben des Bürgermeisters Alexander Skrjabin wurden auch mehrere Wohnhäuser durch herabfallende Trümmer beschädigt. Das ukrainische Online-Medium "Kyiv Indipendent" berichtet, ein Brand in einem Wohngebäude sei durch eine russische Flugabwehrrakete ausgelöst worden.

+++ 01:26 Drohnenangriff auf Krywyj Rih: Einwohner sollen Wasser bevorraten +++

Russland greift Krywyj Rih in der Südukraine mit Drohnen an. Es gebe einen "massiven Angriff" auf Infrastruktureinrichtungen, teilen die Behörden mit. Die Einwohner werden dazu aufgerufen, sich mit Wasser einzudecken und, wenn möglich, ihre elektronischen Geräte aufzuladen. Verletzte soll es nicht geben. Erst vergangene Woche waren in der Stadt zwei Menschen durch einen Raketenangriff gestorben.

+++ 23:20 Scholz: Putin plante Krieg schon zwei Jahre vorher +++

Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz geht davon aus, dass sich Kremlherrscher Wladimir Putin schon deutlich vor 2022 zum Angriffskrieg gegen die Ukraine entschlossen hat. "Ich bin heute fest davon überzeugt, dass Putin seinen Angriff zwei Jahre vorher fest geplant hatte und dass ihn weniges davon hat abbringen können", sagt der SPD-Politiker in Berlin bei der Vorstellung des Buchs "Das Versagen", einer kritischen Betrachtung der deutschen Russlandpolitik. Scholz vertritt die Ansicht, dass Putin Forderungen, wie eine Absage an einen Nato-Beitritt der Ukraine oder an die Stationierung weitreichender Raketen auf ukrainischem Territorium, auch ohne Waffengang hätte erreichen können. "Das hätte man alles ohne Krieg haben können und die Ukrainer hätten es gemacht am Ende und wir alle auch. Das heißt, er wollte den Krieg", sagt Scholz.

+++ 22:10 Ukraine bezahlt Stromnetz-Reparaturtrupps besser +++

Die ukrainische Regierung führt Bonuszahlungen für Mitarbeiter der Stromnetzbetreiber ein, die in Reparatur- und Instandsetzungsteams tätig sind. "Dies betrifft Fachkräfte, die direkt zu den betroffenen Orten fahren und die Versorgung mit Wärme, Strom, Wasser und Gas wiederherstellen", sagt die ukrainische Premierministerin Julija Swyrydenko. Sie danke den Arbeitern, die Tag und Nacht, bei eisigen Temperaturen und unter Beschuss für Licht und Wärme in den Häusern der Bevölkerung ihr Bestes geben würden.

+++ 21:37 Moskaus Nacht-Angriffe zielen abermals auf Energieanlagen +++

Bei den Angriffen in der vergangenen Nacht wurden laut ukrainischen Angaben 15 kritische Infrastruktureinrichtungen angegriffen. Darunter waren Wärmekraftwerke und Anlagen des Wassersystems. Das sagt der Vize-Minister für Gemeindeentwicklung, Kostjantyn Kowaltschuk, der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge. Abwasser -und Wasserversorgung hätten dadurch aber keinen Schaden genommen. Was die Heizung betrifft, seien 98,5 Prozent des Wohnungsbestands der Ukraine und 99 Prozent der sozialen Einrichtungen im ganzen Land versorgt, sagt er. Allerdings seien in Kiew in Folge vorangegangener Angriffe noch fast 500 Häuser ohne Heizung.

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Diese Bilder kamen heute aus Kiew, wo die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich liegen. (Foto: REUTERS)
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In solchen Wärmezelten der Notfalldienste können sich Anwohner aufwärmen, die in ihrer Wohnung durch die russischen Angriffe derzeit keine Heizung mehr haben. (Foto: REUTERS)

+++ 21:09 Russen rücken langsam an Donezk-Front vor +++

An der Front im schwer umkämpften Gebiet Donezk machen russische Truppen punktuelle Fortschritte. Sie seien nahe der Dörfer Shandryholove and Svyato-Pokrovske vorgerückt, meldet der Militärblog Deepstate, der dem ukrainischen Militär nahesteht. Somit rückt die Frontlinie auch ein Stück weit näher an die Stadt Lyman heran. Der "Kyiv Independent" schreibt dazu einordnend: "Die Dörfer sind Teil eines größeren Kampfes im Norden von Donezk, wo kleine Veränderungen auf der Karte oft eher langsame Vorstöße entlang von Baumgrenzen und lokalen Straßen widerspiegeln als einen größeren Durchbruch."

+++ 20:38 Drohnenangriffe im Schwarzen Meer treiben Versicherungskosten hoch +++

Nach den jüngsten Drohnenangriffen auf zwei Öltanker im Schwarzen Meer haben sich die Versicherungskosten für Schiffe in der Region fast verdoppelt. Auch die Kosten für einen Hafenaufenthalt in den Terminals im Schwarzen Meer zogen an, wie fünf Brancheninsider der Nachrichtenagentur Reuters sagen. Munro Anderson vom Spezialversicherer Vessel Protect erklärt, eine rasche Risikoeskalation ohne Vorwarnung sei zu einem Kennzeichen der Lage im Schwarzen Meer geworden. Zudem werden die Versicherungsbedingungen nun alle 24 Stunden überprüft, während es im vergangenen Monat noch alle 48 Stunden waren. Zwei griechisch geführte Tanker waren auf dem Weg zu einem Terminal an der russischen Küste von unbekannten Drohnen getroffen worden. Ein Tanker war von Chevron gechartert, wie der US-Ölkonzern mitteilt. Der andere Tanker war von einer Tochterorganisation des kasachischen Staatskonzerns Kasmunaigas gechartert. (Siehe Eintrag um 19.18 Uhr)

+++ 19:55 Obi-Baumärkte verschwinden aus Russland +++

Schon im April 2022 hat Obi seine 27 russischen Baumärkte abgestoßen. Der größte Teil von 25 Geschäften firmierte jedoch unverändert weiter als Obi Baumärkte. Jetzt werden diese Läden an die russische Lenta-Gruppe verkauft. Das russische Kartellamt hat dem Deal zugestimmt, wie Lenta mitteilt. Es geht um insgesamt 263.000 Quadratmeter Handelsfläche. Bis Mai sollen die Läden den Lenta-Look übernehmen, womit Obi in dem Kriegstreiberland der Vergangenheit angehört.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.