Politik

Zur Finanzierung der UkraineBericht: London will Putins Schattenflotte-Schiffe stürmen - und das Öl selbst verkaufen

14.01.2026, 16:45 Uhr
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Nach einer mehr als zweiwöchigen Verfolgungsjagd brachten die USA mit Hilfe aus Großbritannien vor einer Woche einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker vor der Küste Islands unter ihre Kontrolle. (Foto: Hakon Rimmereid via REUTERS)

Den Krieg in der Ukraine finanziert Moskau unter anderem mit den Öltankern seiner Schattenflotte. Nachdem die USA in der Karibik und im Atlantik bereits Schiffe festgesetzt hatten, erwägt nun auch Großbritannien laut einem Bericht militärische Schläge. Dies soll einem bestimmten Zweck dienen.

Die britische Regierung prüft Pläne, das mit Schiffen der russischen Schattenflotte transportierte Öl zu beschlagnahmen und zu verkaufen und mit dem Erlös die Ukraine zu finanzieren. Das berichtet die "Times" unter Berufung auf eine Regierungsquelle. "Dies wird einen doppelten Einfluss auf die russische Militärmaschinerie haben - wir werden ihr nicht nur illegale Militäreinnahmen entziehen, sondern auch einen Weg finden, den Widerstand der Ukraine zu finanzieren", wird der Insider aus der britischen Regierung von der Zeitung zitiert. Ob ein solcher Plan umsetzbar ist, ist jedoch unklar.

Die "Times" berichtet zudem, dass sich Spezialeinheiten bereits auf das Entern von Schiffen vorbereiten würden, als Teil eines Vorgehens gegen die russische Wirtschaft. Elitetruppen, die für das Abseilen von Hubschraubern auf Schiffe und die Gefangennahme der Besatzungen ausgebildet sind, könnten Hunderte illegale Öltanker ins Visier nehmen, nachdem die Regierung eine rechtliche Grundlage für solche Razzien gefunden hat, heißt es in dem Bericht weiter.

Großbritannien habe den Zugriff auf zwei Schiffe von Putins Schattenflotte genehmigt. Namentlich genannt werden im Bericht die Schiffe "Spring Fortune" und "Range Vale". Sie befänden sich auf Kurs, um in Kürze in den Ärmelkanal einzulaufen. Beide Rohöltanker würden unter falscher Flagge für Kamerun und Simbabwe fahren, wodurch sie mögliche Ziele für Razzien britischer Spezialeinheiten im Rahmen des Sanktions- und Geldwäschegesetzes darstellten, heißt es im Bericht weiter.

Die "Spring Fortune" wurde im Mai letzten Jahres von Großbritannien mit Sanktionen belegt, weil sie Aktivitäten unternommen haben soll, die darauf abzielten, die Ukraine zu destabilisieren oder der russischen Regierung zu nutzen. Zuvor sei sie unter verschiedenen Namen und unter den Flaggen Griechenlands, der Marshallinseln, Maltas und Panamas gefahren.

"Range Vale" sei am Ölexport aus russischen Häfen beteiligt, insbesondere in der Ostsee, und wurde 2024 von Großbritannien mit Sanktionen belegt. Das Schiff soll mit Radiating World Shipping Services verbunden sein, einem sanktionierten Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das einer der führenden Betreiber der Schattenflotte sein soll. Range Vale habe zudem wiederholt seinen Namen geändert und unter der Flagge der Cookinseln, Griechenlands, Honduras, Indonesiens und Niues gefahren.

Berichten zufolge überwachen Nato-Beamte in Großbritannien mindestens drei weitere mutmaßliche russische Öltanker, die den Atlantik überqueren. Es wird angenommen, dass "Vesna", "Veronica III" und "Bertha" in Richtung Europa unterwegs sind, was laut "Times" die Möglichkeit einer britischen Beteiligung an einer weiteren Beschlagnahmungsaktion aufwirft.

Zuvor haben die USA in der Karibik und im Atlantik mehrere Öltanker festgesetzt, die unter Verdacht stehen, gegen US-Sanktionen zu verstoßen und Öl für Länder wie Venezuela, Russland und den Iran zu transportieren. Oft werden dafür veraltete und unter fremder Flagge fahrende Schiffe eingesetzt, um Handelssanktionen zu umgehen. Vergangene Woche wurde der Öltanker "Marinera" von den Vereinigten Staaten mit britischer Hilfe beschlagnahmt. Der beschlagnahmte Tanker soll einem Bericht zufolge einer russischen Firma von der Krim gehören.

Quelle: ntv.de, gut

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