Politik

Wende in der Flüchtlingskrise 2017 deutlich weniger Ankünfte in Italien

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Libsche Flüchtlinge versuchen an Bord eines Schiffs der libyschen Küstenwache zu gelangen.

(Foto: picture alliance / Lisa Hoffmann)

Seit Juli gehen die Zahlen der in Italien gestrandeten Flüchtlinge zurück. Daten des Innenministeriums gehen von bis zu 34 Prozent weniger Migranten aus - die laut Menschenrechtlern stattdessen Folter und Misshandlungen erleben.

In Italien sind 2017 deutlich weniger Migranten angekommen als Jahr davor. 119.310 im Mittelmeer Gerettete betraten an den Häfen des Landes europäischen Boden, wie aus Daten des Innenministeriums hervorgeht. 2016 waren es mehr als 180.000 Migranten und damit 34 Prozent mehr. Im Dezember kamen am wenigsten Menschen in Italien an.

Im auslaufenden Jahr hat die Migrationskrise eine entscheidende Wende in Italien genommen. Wurden im Mai und Juni jeweils um die 23.000 von seeuntauglichen Booten gerettete Migranten an Land gebracht, gingen die Zahlen von Juli an dramatisch zurück. Italien hatte eine Vereinbarung mit der libyschen Einheitsregierung zur Unterstützung der Küstenwache des Landes geschlossen. Auch auf die Hilfen der EU wird zurückgeführt, dass weniger Menschen in Europa ankommen.

Menschenrechtler kritisieren, dass Hunderttausende Migranten stattdessen in Lagern in dem Bürgerkriegsland festsitzen und Folter und Misshandlungen ausgesetzt sind. Vor gut einer Woche wurden erstmals Flüchtlinge über einen humanitären Korridor von Libyen nach Italien gebracht.

6340 Menschen schickte Italien 2017 in ihre Heimatländer zurück, weil sie keinen Anspruch auf Asyl hatten, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das Innenministerium berichtete. 2016 waren es 5300. Italien wies aus Sicherheitsgründen - und unter anderem wegen Terrorismusverdachts - außerdem 105 Menschen aus.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

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