Politik

Ex-Agent kämpft um sein Leben 21 Menschen nach Gift-Attacke behandelt

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Eine Überwachungskamera zeigt den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal beim Bezahlen in einem Geschäft.

(Foto: AP)

Von dem Nervengift-Anschlag auf einen russischen Ex-Agenten sind mehr Menschen betroffen als zunächst bekannt. 21 Personen werden medizinisch behandelt - darunter der 66-jährige Skripal und seine Tochter. Offenbar kam ein extrem seltenes Gift zum Einsatz.

Nach dem Attentat mit Nervengift auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter in England sind insgesamt 21 Menschen medizinisch behandelt worden. Die Zahl beinhalte den 66-jährigen Skripal und seine 33-jährige Tochter Yulia sowie den Polizisten, der zu Hilfe geeilt war, teilte die örtliche Polizei mit.

Die beiden Russen waren am Wochenende mit Vergiftungserscheinungen im englischen Salisbury aufgefunden worden. Sie kämpfen seitdem in einem Krankenhaus um ihr Leben. Der Polizeibeamte war ansprechbar, sein Zustand war aber weiterhin ernst. Die britische Innenministerin Amber Rudd hatte in einem Interview mit dem BBC-Radio verlauten lassen, dass bei dem Attentat wohl ein sehr seltenes Nervengift verwendet worden sei. Welches Gift genau zum Einsatz kam, wollte Rudd nicht sagen.

Einem BBC-Bericht zufolge handelt es sich weder um Sarin, das einem UN-Bericht zufolge zuletzt im Syrienkrieg zum Einsatz kam, noch um VX, mit dem im vergangenen Jahr der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un getötet wurde. Nervengifte greifen das Nervensystem an und legen die Funktion lebenswichtiger Organe lahm. Die britischen Ermittler versuchen nun herauszufinden, wo der betreffende Stoff hergestellt wurde. Experten zufolge gibt es nur wenige Labore auf der ganzen Welt, die dazu in der Lage sind.

Der Fall hat inzwischen einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Moskau und London ausgelöst. Das Außenministerium in Moskau warf den britischen Behörden eine russlandfeindliche Kampagne vor. Noch vor Klärung der Fakten würden Vorwürfe gegen Russland erhoben, sagte Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa. Premierministerin Theresa May hatte den Besuch britischer Politiker und Würdenträger bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Sommer infrage gestellt, sollte sich herausstellen, dass Moskau hinter dem mutmaßlichen Attentat steckt.

Quelle: ntv.de, jgu/dpa