Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:18 Medizinische Fachkräfte bei Drohnenattacke auf Klinik verletzt  +++

07.08.2026, 00:01 Uhr

Die Stadt Cherson meldet eine russische Drohnenattacke auf ein Krankenhaus. Die Drohne habe das Gelände des Krankenhauses im Stadtzentrum gegen 18.20 Uhr angegriffen, schreibt der Stadtrat in sozialen Medien. Vier medizinische Fachkräfte seien verletzt worden – Frauen im Alter von 53, 56, 65 und 67 Jahren.  

+++ 21:42 Ukraine kann im Juli nur 29 von 195 ballistischen Raketen abfangen +++

Ballistische Raketen stellen die ukrainische Luftabwehr vor große Probleme. Im Juli seien nur 29 von 195 ballistischen Raketen abgefangen worden, schreibt der "Kyiv Independent" und verweist auf Zahlen des Militärs. 40 weitere ballistische Raketen hätten ihr Ziel verfehlt. "Im Juli operierte die ukrainische Luftabwehr inmitten eines kritischen Mangels an Abfangraketen zur Abwehr ballistischen Terrors", schreibt das Verteidigungsministerium. Es ist von insgesamt mehr als 9000 russischen Angriffen mit Drohnen und Raketen im Juli die Rede. Davon abgewehrt worden seien 5142 Angriffsdrohnen und 216 Raketen verschiedener Typen. Nicht mitgezählt werden dabei Aufklärungsdrohnen und taktische Drohnen. Die Ukraine leidet seit Monaten unter einem Mangel an Abwehrraketen für die US-Patriot-Systeme. Diese ist die einzige Waffe im Arsenal des Landes, die in der Lage ist, russische ballistische Raketen abzuschießen. Russland hat seine Angriffe mit diesen schwer abzufangenden Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt, während sich seine Vorstöße an der Front in diesem Jahr erheblich verlangsamt haben. 

+++ 21:01 Krim: Tote bei ukrainischem Drohnenangriff +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Eine weitere Person sei verletzt, teilt der von Moskau eingesetzte Statthalter, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Im Zuge eines weiteren feindlichen Angriffs auf die Krim habe eine ukrainische Drohne ein Mehrfamilienhaus in der Stadt Kertsch getroffen, schreibt er..  

+++ 20:35 Selenskyj zu erstem Besuch in Serbien eingetroffen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist erstmals seit Kriegsbeginn nach Serbien gereist. Über zwei Tage seien "wichtige Gespräche" mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic und Regierungschef Djuro Macut geplant, schreibt Selensky in sozialen Medien. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Bemühungen beider Länder um eine EU-Mitgliedschaft. Zudem gehe es um Sicherheitsfragen, schreibt Selenskyj weiter. Der Besuch dürfte die Beziehungen zwischen Serbien und seinem traditionellen Verbündeten Russland belasten. 

+++ 20:06 Ukrainer treffen russische Militäreinrichtungen +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht eine russische Radarstation, bodengestützte Relaisstationen sowie ein Kraftstoff- und Schmierstoffdepot auf russisch besetztem Gebiet angegriffen. Dies teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf Telegram mit. Die Frühwarnradarstation wurde demnach in der Nähe von Olenivka auf der besetzten Krim getroffen, in der Nähe von Hvardiiske wurde zudem eine Anlage getroffen, die zur Lagerung, Vorbereitung und zum Start von Angriffsdrohnen diente. Das Militär bestätigt außerdem Angriffe auf zwei bodengestützte Relaisstationen, die zur Steuerung von Shahed-Drohnen genutzt wurden – eine in Olenivka auf der Krim und eine im Hafen von Zaliznyi im Gebiet Cherson. Außerdem wurde dem Militär zufolge ein Lager für Treibstoff und Schmierstoffe des Gegners im Raum Melitopol sowie eine Reparaturabteilung der Besatzungstruppen in der Nähe von Jakymivka im Gebiet Saporischschja getroffen. 

+++ 19:32 US-Senat stimmt für Gesetz zu Russland-Sanktionen +++

Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt, mit dem Russland wegen des Ukraine-Kriegs stärker unter Druck gesetzt werden soll. Die Senatoren votierten mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das Gesetz, das noch das Repräsentantenhaus als zweite Kongresskammer passieren muss. Neben direkten Sanktionen gegen russische Politiker und Firmen soll es die russischen Öl- und Gas-Exporte stärker eindämmen, die für die Finanzierung des Angriffskriegs gegen die Ukraine zentral sind. Das Gesetz berechtigt US-Präsident Donald Trump unter anderem, die fünf größten Käufer russischer Energieträger mit Sanktionen zu belegen - sowie die fünf Länder, die Russland am meisten dabei helfen, Energiesanktionen zu umgehen. Damit könnte es die US-Handelsbeziehungen zu China und Indien weiter strapazieren, die große Bezieher von russischem Erdöl sind. Da das Repräsentantenhaus bereits in den Ferien ist, wird es voraussichtlich nicht vor September darüber abstimmen. 

+++ 19:27 Russland weist Verantwortung für Drohnenvorfall in Leipzig in scharfem Ton zurück +++

Russland weist jegliche Verantwortung für den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen in scharfem Ton zurück. Die russische Botschaft in Berlin zeigt sich in einer Erklärung "besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland". Bei den Mutmaßungen über einen russischen Anschlagsversuch handle es sich um eine "fingierte Provokation, die nur den Interessen des Kiewer Regimes und des militaristischen Flügels des europäischen Polit-Establishments dient", heißt es in der auf Russisch veröffentlichten Erklärung. "Die größte Gefahr, der sich Deutschland heute ausgesetzt sieht, besteht nicht in angeblichen 'hybriden Attacken' aus Moskau, die es nicht gibt", schreibt die Botschaft weiter. Die Gefahr bestehe vielmehr "in Politikern, die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg mit Russland entwickeln und die wollen, dass deutsche Bürger sich daran beteiligen". Mit solchen Berichten wollten europäische Politiker lediglich ihre Unterstützung für die Ukraine rechtfertigen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 18:53 Bundeswehr entdeckt Drohnen über Stützpunkt in NRW +++

Über einem Militärstützpunkt in Mechernich in Nordrhein-Westfalen sind zwei Drohnen gesichtet worden. Gegen 22.00 Uhr am Donnerstagabend habe die Sicherheitszentrale des Bundeswehrstandortes Mechernich gemeldet, dass über der Liegenschaft zwei Drohnen entdeckt worden seien, bestätigt eine Sprecherin des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr auf Anfrage. Der Fall sei an die Euskirchener Polizei übergeben worden. Am Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen an sich gezogen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt schließt "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 18:22 Einschläge gefilmt - Ukraine greift erneut Wildberries an +++

Tief im Herzen Russlands kommt es zu weiteren Drohnen-Attacken der Ukraine. Die Drohnen treffen in Jekaterinburg - 1.500 Kilometer Luftlinie von Moskau entfernt - wieder einmal ein Lager von Wildberries. Die fast täglichen Angriffe auf den russischen Onlinehändler gibt es nun schon seit Wochen.

+++ 17:39 Ukraine meldet schweren russischen Angriff auf Öl- und Erdgasanlagen +++

Russland hat in der Nacht nach Angaben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz sieben Öl- und Erdgasförderanlagen im Osten des Landes attackiert. Moskau greife den Sektor systematisch an, um der Infrastruktur vor dem Winter größtmöglichen Schaden zuzufügen, erklärt Interims-Firmenchef Serhij Fedorenko. Es handele sich um einen der schwersten Schläge der vergangenen Monate gegen Standorte der Naftogaz-Tochter Ukrnafta. Dabei sei wichtige Ausrüstung beschädigt worden. 

+++ 17:02 Großes Loch im Dach: Fußballstadion von Erstligist beschädigt +++

In der Südukraine trifft eine russische Attacke das Fußballstadion "Tschornomorez" des gleichnamigen Erstligisten im Zentrum der Hafenstadt Odessa, wie die Gebietsverwaltung mittteilt. Den Angaben zufolge wurde ein Loch ins Stadiondach gerissen und die Tribüne wurde beschädigt. Eine 29-jährige Frau und ein 31-jähriger Mann seien verletzt worden, schreibt Gouverneur Oleg Kiper am Nachmittag bei Telegram. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor russischen Raketen gewarnt. Für Samstag war in dem Stadion ein Spiel zwischen Odessa und Kolos Kovalivka angesetzt. Wie der Verein mitteilt, wird die Partie verschoben. Der Ausweichtermin werde noch bekanntgegeben. Auf Telegram schreibt der Erstligist: "Ihr alle habt gesehen, welchen Schaden der Feind unserem Stadion – dem sportlichen Aushängeschild von Odessa – zugefügt hat. Dies ist ein weiterer Terrorakt gegen eine friedliche ukrainische Stadt." Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 16:29 Einziger russischer Anti-Kriegs-Partei droht Wahl-Ausschluss +++

Russlands Oberstes Gericht prüft den Ausschluss der einzigen Partei im Land, die sich offen gegen den Krieg in der Ukraine stellt, von der Parlamentswahl im September. Eine entsprechende Klage der kremltreuen nationalistischen Partei Rodina (Heimatland) gegen die Partei Jabloko werde am Montag vor Gericht verhandelt, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Rodina-Chef Alexej Schurawljow erklärt Tass zufolge, Jabloko sei eine vom Westen unterstützte Bewegung, die darauf abziele, die Wahlen und Russland selbst zu diskreditieren. Jabloko weist die Vorwürfe als verleumderisch zurück und kündigt eine Gegenklage an, um den eigenen Ruf zu schützen. Im Juli war der kriegskritische Politiker Boris Nadeschdin, der ebenfalls für das Parlament kandidieren wollte, als "ausländischer Agent" eingestuft worden. Er hat das Land inzwischen verlassen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 16:03 Tote und Verletzte nach Angriffen auf frontnahe Stadt +++

Durch russischen Raketenbeschuss sind zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilt der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein. Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Im nordukrainischen Gebiet Sumy wurden nach offiziellen Angaben zudem bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt.

+++ 15:45 Paris: Werden ausländische Einmischung vor Wahl nicht dulden +++

Angesichts einer verstärkten mutmaßlichen Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich kündigt der französische Außenminister Jean-Noël Barrot Gegenmaßnahmen an. Die Regierung in Paris werde acht Monate vor der Wahl "keinen Versuch ausländischer Einmischung in seine demokratischen Debatten dulden, geschweige denn in seine Wahlprozesse", erklärt Barrot im Onlinedienst X. Als "Teil der Lösung" nennt er die "Regulierung der großen Online-Plattformen". Zuvor waren Russland zugeschriebene Online-Attacken auf mehrere wahrscheinliche französische Präsidentschaftskandidaten bekannt geworden. Betroffen waren nach Angaben aus Sicherheitskreisen die beiden Mitte-Rechts-Politiker Édouard Philippe und Gabriel Attal sowie der Linkspolitiker und Kreml-Kritiker Raphaël Glucksmann. Im Falle von Philippe, dem am ehesten zugetraut wird, dem rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) Paroli zu bieten, wurden ebenso wie bei Attal Gerüchte über seinen Gesundheitszustand verbreitet.

+++ 15:37 Deutsche Sicherheitskreise vermuten Russland hinter Fake-Video zu Merz +++

Deutsche Sicherheitsbehörden vermuten eine russische Kampagne hinter einem jüngst verbreiteten Falschvideo zu einem angeblich bevorstehenden Rücktritt von Kanzler Friedrich Merz. "Urheber ist wahrscheinlich Storm 1516", heißt es aus Sicherheitskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das Propagandanetzwerk Strom 1516 soll vom russischen Militärgeheimdienst GRU unterstützt werden. Diese Woche war in sozialen Netzwerken ein mit dem Logo der Deutschen Welle versehener Video-Clip zu dem angeblichen Merz-Rücktritt verbreitet worden. Dort wurde fälschlicherweise behauptet, das "Handelsblatt" berichte, dass Merz am 10. August wegen schwacher Umfragewerte seinen Rücktritt bekannt geben werde. Aussichtsreichster Nachfolger sei Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst. Das Bundesamt für Verfassungsschutz teilt mit, ihm sei die Kampagne bekannt. "Sie ist typisch für Kampagnen, die Falschnachrichten verbreiten", heißt es. Häufig würden dabei "die erstellten Videos mit Logos von etablierten Leitmedien versehen, um dem transportierten Narrativ mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen". Mehr dazu finden Sie hier.

+++ 15:21 Sachsens Innenminister will stärkeren Schutz von Infrastruktur: Deutschland in hoher Gefährdungslage +++

Nach dem Fund einer Drohne mit Sprengsatz am Flughafen Leipzig/Halle fordert Sachsens Innenminister Armin Schuster einen stärkeren Schutz des Airports und anderer wichtiger Infrastruktur. Der Vorfall mache erneut deutlich, dass der Flughafen auch für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands eine erhebliche strategische Bedeutung habe, sagt der CDU-Politiker im Podcast "Table.Today". Deswegen müsse geprüft werden, ob der Bund am Leipziger Flughafen "einen speziell geschützten Bereich" nach dem Vorbild der Flughäfen Frankfurt am Main oder Köln/Bonn etablieren sollte. Wie ein solcher Bereich in Leipzig konkret ausgestaltet werden könnte, führt der CDU-Politiker nicht näher aus. Der Minister sieht darüber hinaus Handlungsbedarf bei anderen wichtigen Einrichtungen. Deutschland befinde sich nicht mehr in einer abstrakten, sondern in einer hohen Gefährdungslage. Schuster verweist unter anderem auf das Mikroelektronik-Cluster in Dresden sowie die Strom- und Wasserversorgung. Hier können Sie mehr dazu lesen.

+++ 14:54 Ischinger pocht auf klare Regeln für Drohnenabwehr +++

Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle ist eine Diskussion um Regelungen zur Drohnenabwehr entbrannt. "Wir brauchen klare Zuständigkeitsregeln für die Drohnenerkennung, die Überwachung und die Drohnenbekämpfung", verlangt der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, im Sender Phoenix. "Es muss klar sein: Wer darf was, wer kann das und wer koordiniert das?" Bei der Drohnenabwehr können je nach Anlass, Aufgabe und Ort verschiedene Behörden und Institutionen einbezogen sein. Dazu gehören Bundespolizei, Landespolizeien, Bundeswehr, Infrastruktur-Betreiber wie Flughäfen, das gemeinsame Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern, sowie das gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen. 

+++ 14:20 Wildberries sucht neue Lager +++

Der russische Online-Händler Wildberries gibt bekannt, dass er neue sogenannte Partner-Hubs zur Lagerung von Waren eröffnen werde. Eigentümer und Mieter geeigneter Räumlichkeiten können diese einrichten und erhalten eine Vergütung für die Bearbeitung, Lagerung und den Versand von Waren von Verkäufern auf dem Marktplatz, hieß es. Die Ankündigung ist ein Hinweis darauf, wie das Unternehmen die Zerstörung von mehr als einem Fünftel seiner Lagerkapazität durch Angriffe auf mindestens 20 seiner Lagerhäuser ausgleichen will. Seit mehr als drei Wochen wird Wildberries fast jede Nacht Ziel von Angriffen ukrainischer Drohnen.

+++ 13:50 ISW: Russland bildet Kampfeinheiten aus ukrainischen Kriegsgefangenen +++ 

Russland bildet offenbar weiterhin Kampfeinheiten unter Einsatz ukrainischer Kriegsgefangener und verstößt damit direkt gegen die Genfer Konvention über die Behandlung von Kriegsgefangenen. Dies berichtet das Institute for the Study of War. Das Freiwilligenkorps des russischen Verteidigungsministeriums gab demnach am Donnerstag bekannt, dass russische Streitkräfte die erste ukrainische Freiwilligen-Spetsnaz-Brigade gebildet hätten. Diese setze sich aus ukrainischen Kriegsgefangenen und ehemaligen ukrainischen Soldaten zusammen, die angeblich zu Russland übergelaufen seien. Laut mindestens einem russischen Militärblogger soll die neue Brigade aus ukrainischen Kriegsgefangenen bestehen. Dies sei "eine bemerkenswerte Aussage angesichts der Tatsache, dass der Einsatz von Kriegsgefangenen im Kampf ein Kriegsverbrechen darstellt", stellt die US-Denkfabrik fest. 

+++ 13:21 Polizei durchkämmt Nordpiste am Leipziger Flughafen +++

Nach den Drohnenvorfällen am Flughafen Leipzig durchsucht eine Hundertschaft der Polizei das Geländer an der nördlichen Start- und Landebahn. Die Einsatzkräfte sind in einer Kette zu Fuß unterwegs. Wonach sie konkret suchen, ist noch unklar. Wegen der Suchmaßnahmen ist die Nordpiste seit 10.00 Uhr gesperrt, wie ein Flughafensprecher mitteilt. Der Passagierflugverkehr ist nicht betroffen. Bereits am Donnerstag war der Bereich durchsucht worden. Zuvor hatte das Landeskriminalamt Sachsen mitgeteilt, dass die Suche nach dem zweiten - noch unbekannten - Flugobjekt des Vorfalls fortgesetzt werden sollte. Hier können Sie mehr dazu lesen.

+++ 13:01 Fatale Bilanz: Tote und Dutzende Verletzte nach russischen Angriffen +++ 

Wieder eine schreckliche Bilanz: Russische Angriffe haben ukrainischen Angaben zufolge im Laufe des vergangenen Tages in der gesamten Ukraine mindestens neun Menschen getötet und 89 weitere verletzt. Allein in Dnipropetrows töteten russische Streitkräfte fünf Menschen und verletzten 16 weitere verletzt, berichtet "Kyiv Independent". Laut Gouverneur Oleksandr Hanzha hätten russische Streitkräfte die Region etwa 80 Mal mit Drohnen, Artillerie, gelenkten Luftbomben und Raketen angegriffen. Zudem habe Russland in der Nacht nach Angaben der Luftwaffe 147 Drohnen vom Typ "Shahed" gegen die Ukraine abgefeuert, von denen die Luftabwehr 114 abgeschossen habe. 

+++ 12:32 SPD-Innenexperte: Russische Urheberschaft bei Drohnenvorfall wäre "kriegerischer Akt" +++ 

Der SPD-Innenexperte Sebastian Fielder fordert eine scharfe Reaktion der Bundesregierung, sollte Russland hinter dem Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig stehen. "Entweder war das Russland oder jemand wollte, dass es so aussieht, als wenn es Russland gewesen wäre", sagt Fielder im ARD-"Morgenmagazin". Sollte Russland dahinter stecken, wäre das "ein kriegerischer Akt". Der Vorfall habe "eine heftige Lücke" in der Abwehrfähigkeit gegenüber Drohnen offenbart, so Fiedler. Schließlich sei die Drohnenabwehr schon seit mindestens anderthalb Jahren oder länger "bei Innenministerinnen und Innenministern vom Bund und Ländern das Top-Thema".

+++ 12:04 Hohe Verluste durch Angriffe auch bei ukrainischem Online-Händler +++ 

Russische Raketen- und Drohnenangriffe führen auch beim ukrainischen Online-Händler Rozetka zu hohen Verlusten. Dies sei der größte finanzielle Schaden in der Unternehmensgeschichte, berichtet "Kyiv Post". Die direkten Verluste belaufen sich auf Milliarden Hrywnja. Um genau zu sein, sind wir noch dabei, sie zu berechnen, aber sie sind sehr, sehr hoch. Das sind die größten Verluste in der Geschichte unseres Unternehmens“, zitiert die Zeitung den Mitbegründer des Unternehmens, Vladyslav Chechetkin.  

+++ 11:33 Geheimgespräche mit Russland? Munz: "Passt zu dem, was ich weiß" +++

In russischen Medien sind die Benzinknappheit und der Vorfall am Leipziger Flughafen Gesprächsthema. Derweil soll unabhängig davon hinter den Kulissen ein geheimes Treffen in Wien stattgefunden haben. Doch wie ntv-Korrespondent Rainer Munz feststellt, "wäre es das Beste, die Gespräche würden komplett geheim bleiben".

+++ 11:02 Reeder verschiffen Kraftstoffe von Südkorea nach Russland +++

Händler verschiffen Ende Juli fast 30.000 Tonnen Erdölprodukte von Südkorea nach Russland, wie die Agentur Reuters schreibt. Mindestens zwei Tanker wurden demnach laut den Schiffsverfolgungsdaten von Kpler und Vortexa mit Erdölprodukten beladen, die aus Lagertanks im Containerhafen von Ulsan gepumpt wurden, und nahmen Kurs auf den russischen Fernen Osten. Eines der Schiffe soll bereits in Russland angekommen sein. Wegen der gezielten ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur leidet Russland unter einem massiven Kraftstoffmangel. 

+++ 10:32 Wildberries: Brand im Lager Jekaterinburg eingedämmt +++

Der Brand im Wildberries-Verteilzentrum in Jekaterinburg infolge eines Drohnenangriffes kann dem russischen Online-Händler zufolge eingedämmt werden. Die meisten Waren seien unbeschädigt geblieben, teilt der Konzern auf Telegram mit. Dem örtlichen Gouverneur zufolge wurden in der Nacht acht Drohnen über der Region abgeschossen. Drei davon seien auf das Dach eines Verteilzentrums gestürzt. Wildberries ist seit drei Wochen fast jede Nacht Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Seit dem 18. Juli wurden mindestens 20 Lagerhäuser des Unternehmens attackiert. Die Ukraine will so den Krieg für die russische Zivilbevölkerung spürbar machen und die Kosten für die Fortsetzung der russischen Angriffe in die Höhe treiben. Jekaterinburg liegt rund 1400 Kilometer östlich von Moskau. 

+++ 10:06 Nationaler Sicherheitsrat hat zu Drohnenvorfall in Leipzig getagt +++

Der Nationale Sicherheitsrat ist heute unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Friedrich Merz telefonisch zusammengetreten und hat sich zu dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig ausgetauscht. Dies gibt der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius, bekannt. Merz stehe in fortwährendem Austausch mit Innenminister Alexander Dobrindt und anderen Mitgliedern der Bundesregierung. Wegen der besonderen Bedeutung des Falles" hatte am Donnerstag die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Es besteht demnach der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

+++ 09:47 "Neue Eskalation": Drohnenvorfall besorgt internationale Medien +++

Der Drohnenvorfall in Leipzig besorgt auch international die Kommentatoren. Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" schreibt, dass mit dem versuchten Anschlag "der Drohnenkrieg einen Schritt näher gerückt" sei. "Das Auftauchen einer mit dem Sprengstoff Semtex beladenen Drohne in einem Nato-Mitgliedstaat muss dem Bündnis große Sorge bereiten: Der hybride Krieg hat nun möglicherweise eine neue, äußerst gefährliche Phase erreicht." Der Schweizer "Tages-Anzeiger" geht noch weiter: "Der Vorfall markiert eine neue Eskalation der hybriden Kriegsführung." Es stelle sich die Frage, ob hier noch von "hybridem Krieg" gesprochen werden könne oder ob schon die Schwelle zu einer Militäroperation erreicht sei .Dabei vermutet das Blatt: "Vieles deutet darauf hin, dass die Spur nach Russland führt. Auch die "Neue Zürcher Zeitung" zeigt auf Russland: "Keine Frage: Die hybride Kriegsführung, die von Russland ausgeht, gefährdet die innere Sicherheit in Deutschland enorm. (...)Der Leipziger Flughafen ist ein wichtiges Drehkreuz der Nato, und Nato-Infrastruktur zu sabotieren, ist ein Spezialgebiet russischer Geheimdienste. Dem Kreml ist es wiederum schon seit langem ein Dorn im Auge, dass Deutschland in absoluten Zahlen der größte Unterstützer der Ukraine ist. Die Bedrohung aus Russland ist also höchst real."

+++ 09:16 Russland: Wieder Schiffe im Schwarzen Meer getroffen +++

Russland hat nach eigenen Angaben erneut Frachtschiffe mit Rüstungsgütern für das ukrainische Militär angegriffen. Drei Schiffe seien im Schwarzen Meer getroffen worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die russischen Streitkräfte greifen verstärkt Frachter an, die angeblich militärische Güter in die Ukraine bringen. Die Ukraine bestreitet das. Für die Agrar-Exporte der Ukraine haben die Angriffe massive Auswirkungen, das Land warnt bereits vor einer Getreidekrise (siehe Eintrag um 07:20).

+++ 08:50 Feuer in Agrar-Lagerhalle in Charkiw +++

Ein russischer Drohnenangriff löst in der ostukrainischen Region Charkiw ein Feuer in den Lagerhallen eines Agrarunternehmens aus. Der Angriff habe sich in der Gemeinde Balaklija ereignet, teilen die örtlichen Behörden über Telegram mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag den von russischen Angriffen betroffenen Landwirten Unterstützung zugesagt. Moskau greift verstärkt landwirtschaftliche Exportanlagen und Handelsschiffe in der Schwarzmeerregion der Ukraine an.

+++ 08:19 US-Geheimdienst: Putin könnte Entschlossenheit der Nato testen +++

Kremlchef Wladimir Putin könnte in den nächsten Jahren versuchen, die Entschlossenheit der NATO mit einem begrenzten Angriff auf ein Bündnisland auf die Probe zu stellen. Dies geht aus einem Bericht des US-Geheimdienstes hervor, über den die "Washington Post" berichtet. Darin werden mögliche Szenarien von einem Cyberangriff bis hin zu einem kleinräumigen Landvorstoß beschrieben werden. Auch Litauens Militärgeheimdienst liegen einem Bericht zufolge Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz ukrainischer Drohnen erwägen könnte.  "Wir haben Informationen, dass Russland unkonventionelle kinetische Angriffe gegen kritische Infrastrukturen im Baltikum erwägt. Es ist wahrscheinlich, dass Russland zu diesem Zweck ukrainische Drohnen einsetzen könnte", bestätigte Verteidigungsminister Robertas Kaunas.

+++ 07:46 Wildberries: Logistikzentrum in Jekaterinburg brennt nach Angriff +++ 

Der russische Online-Händler Wildberries teilt mit, dass sein Logistikzentrum in Jekaterinburg nach einem Angriff in Brand geraten ist. Details zu der Attacke nennt der Online-Händler in seiner Mitteilung auf Telegram nicht. Die staatliche Agentur Tass zitiert einen Sonderbeauftragten des Kreml, wonach 800 Menschen in Sicherheit gebracht worden seien. Verletzte gebe es nicht. Wildberries ist der Marktführer in Russland. Die Ukraine hat bereits etliche seiner Lager angegriffen und begründet dies damit, dass Wildberries auch vom russischen Militär genutzt wird. Die Millionenstadt Jekaterinburg liegt weit im russischen Hinterland am Ural.

+++ 07:20 Russische Angriffe auf Frachtschiffe - Ukraine warnt vor Getreidekrise +++

Der ukrainische Minister für Agrarpolitik, Taras Wyssozkyj, warnt vor einer Getreidekrise mit globalen Auswirkungen. Der Export von Getreide durch die Schwarzmeerhäfen der Ukraine sei seit Ende Juli vollständig zum Erliegen gekommen, sagt Wyssozkyj dem "Spiegel". "Nach den direkten Angriffen auf Frachtschiffe in der zweiten Julihälfte weigern sich Schiffseigner und Crews, die Häfen in der Region Odessa anzulaufen", sagt Wyssozkyj. Damit sei der gesamte Export der Ukraine signifikant eingebrochen. Bis Juli liefen etwa 85 Prozent der landwirtschaftlichen Exporte über die Schwarzmeerhäfen. Wyssozkyj fürchtet dramatische Folgen, sollte die Exportkrise länger anhalten. Die Ernte falle in diesem Jahr mit 81,5 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten sogar etwas besser aus als 2025. Ukrainische Landwirte, die ihre Sommerernte jetzt nicht verkaufen könnten, fehle das Geld für die Saat der Winterfrucht. "Im schlimmsten Fall fällt die nächste Ernte aus."

+++ 06:53 UN-Generalsekretär ermahnt Russland und die Ukraine +++ 

UN-Generalsekretär António Guterres ruft Russland und die Ukraine zur sofortigen Einstellung ihrer Angriffe auf bewohnte Gebiete auf. Die jüngsten Attacken folgten einem "alarmierenden Muster eskalierender Angriffe auf bewohnte Gebiete", sagt Guterres' Sprecher Farhan Haq. Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen eindeutig gegen das humanitäre Völkerrecht und müssten sofort unterbleiben. Guterres verurteile die jüngsten großangelegten russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Kiew und andere ukrainische Städte ebenso wie die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf mehrere Regionen Russlands. Russland zerstört seit Beginn des Krieges gezielt zivile Infrastruktur und attackiert Zivilisten in der Ukraine, was Tag für Tag zu zahlreichen Toten und Verletzten führt. Die Ukraine greift in ihrem Verteidigungskampf vor allem Ölraffinerien und seit Kurzem auch Lager eines Onlinehändlers an, die Zahl der zivilen Opfer ist deutlich geringer.

+++ 06:24 Große Mehrheit der Ukrainer für EU und Nato-Beitritt +++

Die EU und Nato bleiben für die Ukraine attraktiv: Fast 70 Prozent der Ukrainer befürworten einen EU-Beitritt, und über 60 Prozent der Ukrainer sprechen sich für einen NATO-Beitritt aus, wie die jüngste Umfrage des Socis-Zentrums für Sozialforschung ergibt. Würde in naher Zukunft ein Referendum über den EU-Beitritt der Ukraine stattfinden, würden laut den Umfrageergebnissen nur 22,2 Prozent der Befragten dagegen stimmen. 29,5 Prozent der Befragten gaben an, dass sie gegen einen NATO-Beitritt wären. Im Rahmen der vom 28. Juli bis zum 2. August durchgeführten Umfrage wurden 2.000 Ukrainer auch zu ihren Ansichten über den weiteren Verlauf des Krieges und ihre Einstellung gegenüber der Regierung befragt. Bei der Frage, für wen sie bei den nächsten Präsidentschaftswahlen stimmen würden, liegt Amtsinhaber Wolodymyr Selenskyj vorn.

+++ 05:53 Rheinmetallchef: Vorfälle mit Drohnen werden sich häufen +++

Der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, mahnt mehr Anstrengungen Deutschlands bei der Drohnenabwehr an. "Wir müssen unbedingt etwas tun, um diese Drohnenangriffe sehr schnell zu erkennen und um diese Drohnen dann notfalls auch abschießen zu können", so Papperger. Deutschland sei nicht ausreichend geschützt vor solchen Attacken, denn es sei noch nicht überall mit Abwehrtechnologie ausgestattet. "Und es gibt neben den Flughäfen noch viele andere Ziele, die kritisch in unserer Infrastruktur sind." Die Vorfälle mit Drohnen werden sich nach Einschätzung Pappergers häufen. "Es ist ja nicht so, dass das zum ersten Mal passiert ist."  

+++ 04:40 Unions-Verteidigungsexperte: Brauchen zentrale Drohnenabwehr +++

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen fordert der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, eine Zentralisierung der Zuständigkeit für die Drohnen-Abwehr beim Bundesinnenministerium. Die bisher zu Leipzig vorliegenden Erkenntnisse "bestätigen die Dringlichkeit, auf die Bedrohung ziviler Infrastruktur durch Drohnen schnell neue Antworten zu finden", sagt der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir brauchen eine zentrale Zuständigkeit statt einer Vielzahl föderaler Luftsicherheitsbehörden." Für die Drohnen-Abwehr an Flughäfen ist in Deutschland derzeit die Bundespolizei zuständig. Daneben gibt es aber auch das Ende vergangenen Jahres eingerichtete Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern. Die Bundeswehr soll wiederum eingreifen, wenn alle anderen Institutionen technisch überfordert sind. 

+++ 02:42 Trump: USA brauchen Munition selber +++

US-Präsident Trump äußert sich abschlägig zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Die USA "brauchen auch Raketen", sagt er auf die Frage nach ballistischen Raketen und Patriot-Luftabwehrsystemen für das angegriffene Land. Sein Vorgänger Joe Biden habe dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj "so viel" gegeben, so Trump. Auf den Einwand, dass Russland verstärkt zivile Ziele angreift, sagt er, die USA seien nicht in den Krieg involviert. "Wir sind durch einen Ozean getrennt", so der Präsident. Die Ukraine hofft immer noch, von den USA die Lizenz für die eigene Produktion von Patriot-Raketen zu bekommen. Trump hatte das bereits beim Nato-Gipfel vor einem Monat in Aussicht gestellt, ruderte später aber wieder zurück.

+++ 00:53 Neumann: Deutschland hat viel Nachholbedarf bei Drohnenabwehr +++

Der Terrorismus-Experte Peter Neumann sieht Deutschland bei der Drohnenabwehr nicht gut aufgestellt. "Da muss unglaublich viel geschehen: bei Systemen zur Drohnenabwehr, Drohnenerkennung, bei dem Kompetenzwirrwarr, das es nach wie vor gibt, bei der Schaffung eines einheitlichen rechtlichen Rahmens", sagt der Experte vom King's College in London im ZDF nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen. Falls tatsächlich Russland dahinterstecke, müsse Deutschland eine Botschaft senden. "Eine Botschaft, die nicht so eine Überreaktion ist, dass man dadurch in den Krieg hineingezogen wird, aber die eben auch nicht Schwäche signalisiert. Also gar nichts zu tun, das würde von Putin so interpretiert, als wäre es möglich, so eine Art von Angriff zu machen und es passiert nichts", erklärte Neumann. Deutschland müsse genau den richtigen kommunikativen, strategischen Punkt finden. "Und das ist die große Herausforderung für die Bundesregierung. Denn sonst funktioniert die Abschreckung nicht."

+++ 23:14 Umfrage: Viele Ukrainer haben kaum Vertrauen in Selenskyj +++

Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj wird in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt. Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landen der erst vor Kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy. Präsident Wolodymyr Selenskyj erreicht in der Umfrage des Umfrageinstituts "Sozis" nur den sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow. Die repräsentative Umfrage unter 2000 Ukrainern wurde nach Angaben von "Sozis" zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt. Selenskyj kann 18 Prozent der Befragten mit vollem Vertrauen hinter sich sehen, ein "eher ja" erhält der Präsident von 24,5 Prozent. Wenig Vertrauen in ihn haben 17 Prozent, während 37 Prozent angeben, überhaupt kein Vertrauen in ihren Staatschef zu haben.

+++ 22:17 Nawalny-Witwe ruft zu Wahl der kriegskritischen Partei Jabloko in Russland auf +++

Die russische Kremlkritikerin Julia Nawalnaja ruft zur Wahl der kriegskritischen Oppositionspartei Jabloko bei der Parlamentswahl im September auf. Die liberale Jabloko sei "derzeit die einzige Partei auf dem Stimmzettel, die öffentlich eine Haltung gegen den Krieg vertritt", sagte die im Ausland lebende Witwe des verstorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny in einem in Onlinediensten veröffentlichten Video. Es sei daher "moralisch und politisch richtig", die Partei zu unterstützen, sagte Nawalnaja. Die Wahl sei trotz absehbarer Manipulationen die "einzige legale und sichere Gelegenheit seit vielen Jahren", den Widerspruch gegen die russische Führung zum Ausdruck zu bringen. Jabloko fordert als einzige zur Wahl zugelassene Partei ein Ende des Kriegs in der Ukraine. Die Parteiführung bezeichnet die Abstimmung als Referendum, das dem Kreml zeigen solle, dass Millionen Russen den Krieg ablehnten.

+++ 21:58 Fast 16.000 Ausländer kämpfen auf ukrainischer Seite +++

In ihrem Verteidigungskampf gegen Russlands Angriffskrieg wird die Ukraine nach Behördenangaben von knapp 16.000 Ausländern aus 72 Staaten unterstützt. "Fast 40 Prozent davon sind aus den Ländern Lateinamerikas", sagt die für Soldatenrechte zuständige Militärbeauftragte Olha Reschetylowa einer Meldung von Interfax-Ukraine zufolge. In der ukrainischen Armee sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj rund 880.000 Soldaten. Im Juni kündigte der kürzlich entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine Reform an, wonach der Anteil an ausländischen Söldnern in Sturmtruppen und Infanterie auf bis zu 50 Prozent steigen soll. Dafür will Kiew mit einem durchschnittlichen Sold von umgerechnet rund 5.800 Euro weltweit neue Kämpfer rekrutieren.

+++ 21:25 "Schlag ins Gesicht" für Moskau? Selenskyj reist erstmals seit Kriegsbeginn nach Serbien +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist am Samstag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen sein Land in das traditionell mit Russland verbündete Serbien. "Wir müssen die Serben von der Seite Russlands wegziehen", sagte ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter. Selenskyjs Besuch in Serbien sei für die Russen "ein Schlag ins Gesicht". Selenskyj, der bei Reisen in zahlreiche Länder für Unterstützung für die Ukraine wirbt, hat Serbien seit seinem Amtsantritt 2019 noch nicht besucht. Serbien ist eines der Moskau am nächsten stehenden Länder in Europa.

+++ 20:46 5G-Antennen verbaut: Pilot steuerte Sprengstoff-Drohne womöglich aus großer Entfernung +++

An der Sprengstoff-Drohne, die in der Nacht zum Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden ist, waren Berichten zufolge 5G-Antennen verbaut. Wie "ZDF frontal" und "Die Zeit" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, handelt es sich nicht um eine kommerzielle "Baumarktdrohne", sondern um eine per Mobilfunk professionell gesteuerte Drohne. "Wenn eine Drohne mittels 5G-Antennen gesteuert wird, dann ist darin eine SIM-Karte verbaut, die ein Pilot ansteuern kann. Der Pilot kann theoretisch in einem Café in Leipzig oder auch im Ausland sitzen - er benötigt lediglich Internet an seinem Endgerät", sagt Drohnen-Experte Christian Kaiser dem ZDF.

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