Ermittlungen übernommenGeneralbundesanwalt sieht in Drohnen-Vorfall "schwerwiegenden Angriff"

Der Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle ist laut Generalbundesanwaltschaft dazu geeignet, die Sicherheit Deutschlands zu beeinträchtigen. Laut FDP-Politikerin Strack-Zimmermann will Russland Widerstand in der Bevölkerung gegen die Unterstützung der Ukraine erzeugen.
"Wegen der besonderen Bedeutung des Falles" hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu der Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen übernommen. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, erklärte der Generalbundesanwalt in Karlsruhe.
"Es liegen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vor, dass am Abend des 4. August 2026 auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle mittels einer Drohne eine Explosion verursacht werden sollte", erklärte der Generalbundesanwalt. "Hierzu waren an der Drohne professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden." Eine Frachtmaschine musste den Angaben zufolge wegen des Vorfalls durchstarten und "kollidierte im erweiterten Bereich des Flughafens in der Luft mit einem Gegenstand, mutmaßlich einer weiteren Drohne".
"Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland", hieß es in der Erklärung weiter. "Damit ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen."
Strack-Zimmermann verdächtigt Russland
Die Drohne mit Sprengladung war in der Nacht zum Mittwoch von einem Flughafenmitarbeiter entdeckt worden. Experten der Bundespolizei entschärften die Sprengladung, die offenbar nur deshalb nicht detonierte, weil der Zünder defekt war. Berichten zufolge befanden sich in der Nähe vier ukrainische Flugzeuge. Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Unbekannt blieb bisher, ob sich Munition an Bord der ukrainischen Flugzeuge befand.
Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sah derweil Russland hinter dem Vorfall, der zu einer Diskussion über die Zuständigkeiten bei der Drohnen-Abwehr führte. "Wir sind ein Unterstützer der Ukraine, und Russland hat riesiges Interesse daran, dass sich das ändert, indem Widerstand in der deutschen Öffentlichkeit erzeugt wird", sagte Strack-Zimmermann dem "Kölner Stadt-Anzeiger" mit Blick auf den Drohnen-Fund. "Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass Deutschland nicht erst seit heute im Fadenkreuz der russischen Aggression steht."