Bundeswehrstandort in MechernichZwei Drohnen über Militärstützpunkt in NRW gesichtet

Über einen kritischen Bundeswehrstandort tauchen in der Nacht plötzlich zwei unbemannte Fluggeräte auf. Feldjäger leiten umgehend eine Untersuchung ein und übergeben den Fall anschließend der Polizei. Nur zwei Tage zuvor ereignete sich ein ähnlicher Vorfall an dem Leipziger Flughafen.
Über einem Militärstützpunkt in Mechernich in Nordrhein-Westfalen sind zwei Drohnen gesichtet worden. Gegen 22 Uhr am Donnerstagabend habe die Sicherheitszentrale des Bundeswehrstandortes Mechernich gemeldet, dass über der Liegenschaft zwei Drohnen entdeckt worden seien, bestätigte eine Sprecherin des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr auf Anfrage.
Feldjäger hätten den Vorfall untersucht, sagte die Sprecherin weiter. Der Fall sei an die Euskirchener Polizei übergeben worden, die die Ermittlungen aufgenommen habe. Die Polizei äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall.
Laut WDR lagern in Mechernich auf einer Fläche von 30.000 Quadratkilometern Ausrüstungsgegenstände und Ersatzteile für das Kriegsgerät der Streitkräfte. Außerdem seien dort auch jene Spezialisten der Bundeswehr tätig, die für Wartung und Instandsetzung des Flugabwehrsystems "Patriot" zuständig sind. Die in der Truppe "Patriot-Werft" genannte Anlage ist demnach die wohl einzige dieser Art in Europa.
Dem Bericht zufolge handelt es sich bei der Drohne wahrscheinlich um ein Gerät vom Typ Fly-380 VTOL. Diese würden unter anderem für Vermessungsarbeiten, Kartierungen, aber auch für Grenzüberwachungen und Transporte in schwer zugänglichen Regionen eingesetzt. Bestätigt sind diese Details von offizieller Seite bislang nicht.
Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig
Am Flughafen Leipzig/Halle wurde am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt. Ein Flughafenmitarbeiter brachte sie zum Absturz. Weil die Landebahn gesperrt war, musste ein anfliegendes Frachtflugzeug durchstarten und kollidierte dabei mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne.
Bundesinnenminister Dobrindt sprach von einem hybriden Anschlagsszenario, das auf hochprofessionelle Täter zurückgehe. Er schließt "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen an sich gezogen. "Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland", teilte sie mit. "Damit ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen."