Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 23:00 Mindestens sechs Zivilisten sterben bei Angriff auf Wohnviertel in Charkiw +++

Durch russischen Beschuss auf die ostukrainische Großstadt Charkiw werden nach örtlichen Angaben mindestens sechs Menschen getötet und weitere 16 verletzt. Ein Hochhaus sei getroffen worden, teilt Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Medien berichteten, dass ein Marschflugkörper in dem Haus eingeschlagen sei und es in Brand gesetzt habe. Gebietsgouverneur Oleh Sinegubow schreibt, dass auch andere Stellen der zweitgrößten Stadt der Ukraine getroffen worden seien. Der Beschuss sei "ziemlich chaotisch". Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht auf Telegram von einem "gemeinen und zynischen Anschlag auf Zivilisten, für den es keine Rechtfertigung gibt und der nur die Hilflosigkeit des Aggressors zeigt". Charkiw war schon in den Nächten zuvor heftig von russischer Artillerie beschossen worden.

 

+++ 22:25 Kiew widerspricht Moskau: Alle US-Raketenwerfer noch intakt +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow widerspricht russischen Meldungen, wonach diese HIMARS-Raketenwerfer zerstört hätten. Laut Resnikow sind noch alle 16 von den USA gelieferten Fahrzeuge intakt.

+++ 21:45 Geheimdienst meldet Bewegung auf der Krim: Russen verstecken ihre Flugzeuge +++
Die russische Luftwaffe versucht ukrainischen Geheimdienstangaben zufolge, nach mehreren Explosionen Kampfflugzeuge und Hubschrauber auf der Krim in Sicherheit zu bringen. Teils würden die Flugzeuge ins Innere der 2014 annektierten Halbinsel überführt, teils auf russisches Festland abgezogen. Das teilt der ukrainische Militärgeheimdienst auf Facebook mit. Beobachtet worden sei die Verlegung von mindestens 24 Flugzeugen und 14 Hubschraubern.

+++ 21:15 Kiew: Russische Militärbasis in Cherson zerstört +++
Die ukrainische Armee zerstört nach eigenen Angaben die russische Militärbasis in der besetzten Region Cherson Nova Kakhovka. Die Abteilung für strategische Kommunikation der Streitkräfte teilt mit, dass nach vorläufigen Daten 10 bis 15 russische Soldaten infolge des Angriffs auf die Basis getötet wurden. Auf Telegram zeigt die ukrainische Grenzpolizei Bilder von ausgebrannten Lastwagen, eingestürzten Gebäuden und Trümmer.
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+++ 20:40 NATO sieht Saporischschja als Bedrohung +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg dringt auf eine Inspektion des von Russland kontrollierten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Die russische Besetzung stelle "eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit dieser Anlage dar", sagt Stoltenberg in Brüssel und fügt hinzu, dass sich dadurch "das Risiko eines nuklearen Unfalls oder Zwischenfalls" erhöhe. "Es ist dringend notwendig, eine IAEA-Inspektion zu ermöglichen und den Abzug aller russischen Streitkräfte zu erreichen", erklärt Stoltenberg. Die russische Kontrolle über die Anlage in Saporischschja "gefährdet die Menschen in der Ukraine, in den Nachbarländern und die internationale Gemeinschaft.".

+++ 20:02 Suche nach Verbündeten: Russland will mit Palästinensern zusammenarbeiten +++
Russland verhandelt mit den Palästinensern über eine Zusammenarbeit im Militär- und Geheimdienst-Bereich. Der russische Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin habe sich dazu mit Generalmajor Nidal Abu Dukhan von der palästinensischen Autonomiebehörde getroffen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit, ohne Details zu nennen. Rund sechs Monate nach Beginn seiner Invasion in der Ukraine sucht Russland angesichts wiederholter Rückschläge weltweit nach Verbündeten. Am Montag kündigte Präsident Wladimir Putin an, Russland würde Partnerländer in Südamerika, Asien und Afrika aufrüsten.

+++ 19:30 Ukraine: Kleine Geländegewinne für Kreml in Donezk +++
Die russischen Truppen machen im ostukrainischen Gebiet Donezk kleinere Geländegewinne. Dem ukrainischen Generalstab zufolge verzeichnen die Russen Erfolge bei Opytne im Norden von Donezk und bei Nowomychajliwka im Südwesten. An anderen Abschnitten wiederum wurden russische Angriffe abgewehrt. Genannt werden Ortschaften nördlich von Slowjansk und im Osten und Süden der Städte Soledar und Bachmut. Auch südwestlich von Wuhledar seien russische Attacken zurückgeschlagen worden. In den Gebieten Charkiw und Cherson seien Vorstöße der Russen ebenfalls gescheitert, heißt es in dem Bericht.

+++ 19:15 Nawalny-Mitstreiter: Visa-Bann gegen Russen nützt Putin +++
Der prominente Kremlgegner Wladimir Milow warnt angesichts der Debatte in der Europäischen Union über Einreisesperren für seine Landsleute vor einem "Visa-Krieg gegen Russen". Der Vertraute des inhaftierten Moskauer Oppositionspolitikers Alexej Nawalny sagt, dass einige europäische Politiker auf Russen "spucken", sie als "Müll" und "Schweinehunde" betrachten würden. Das schade den im Westen gepredigten demokratischen Werten und spiele Kremlchef Wladimir Putin in die Hände, sagt Milow in einem im Nawalny-Telegram-Kanal verbreiteten Video. Milow, der selbst im Exil im Ausland lebt, kritisiert ausdrücklich auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der gefordert hatte, Russen die Einreise in westliche Staaten zu verbieten.
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+++ 18:53 Reisebann für Russen: Litauen für EU-Lösung +++
In der Diskussion über einen Stopp von Touristenvisa für Russen spricht sich Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis für eine europaweite Regelung aus. "Am besten sollte es eine Entscheidung auf europäischer Ebene sein, mit der einfach die Gültigkeit dieser Visa aufgehoben wird und jeder damit aufhören würde, sie zu auszustellen", sagt der Chefdiplomat des baltischen EU- und Nato-Landes in Vilnius. Litauen hat als eine Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine die Vergabe von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen an Russen bereits weitestgehend ausgesetzt - ähnlich wie die beiden anderen Baltenstaaten Estland und Lettland. Estland hat zudem beschlossen, dass russische Staatsbürger vom 18. August an nicht mehr mit einem von Estland ausgestellten Schengen-Visum einreisen dürfen.

+++ 18:30 China schickt Soldaten für Militärmanöver nach Russland +++
Chinesische Truppen werden Ende August an gemeinsamen Militärübungen in Russland teilnehmen. Das kündigt das chinesische Verteidigungsministerium an. An dem Manöver sollen auch Indien, Weißrussland, die Mongolei, Tadschikistan und andere Länder beteiligt sein. Die Teilnahme Chinas an den gemeinsamen Übungen habe aber "nichts mit der aktuellen internationalen und regionalen Situation zu tun", heißt es in einer Erklärung des Ministeriums in Anspielung auf den russischen Angriff auf die Ukraine und die westlichen Sanktionen gegen Russland.
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+++ 17:55 Explosion in Melitopol? Bürgermeister berichtet von Panik bei Russen +++
Der ukrainische Bürgermeister der russisch besetzten Stadt Melitopol, Iwan Fjodorow, berichtet im Onlinedienst Telegram von einer Explosion im Zentrum der südukrainischen Stadt. Laut Kyiv Post, soll sich die russische Kommandantur in der Nähe des Explosionsortes befinden. "Wir warten auf Details über die Verluste der Besatzer", schreibt Fjodorow in seinem Post. Wegen der Explosion hätten russische Streitkräfte begonnen, ihre "in Panik geratenen" Familien zu evakuieren, berichtet der Exilbürgermeister laut ukrainischen Quellen weiter. Eine Bestätigung oder weitere Details zu dem Bericht gibt es bislang nicht.

+++ 17:20 "So Lonely": Siemens erstellt Playlist für Gasturbine +++
Die für die russische Gaspipeline Nord Stream 1 vorgesehene Turbine wartet weiter vergeblich auf ihren Einsatz und beflügelt inzwischen musikalische Phantasien. Das Unternehmen Siemens Energy veröffentlicht auf Twitter ein Foto der versandfertig verpackten Turbine und schreibt: "Sie steht einsam in unserem Werk in Mülheim herum. Lasst uns dem Ding eine Freude machen und eine Spotify-Playlist anlegen." Sofort kamen Vorschläge zuhauf. Nach "So Lonely" von The Police wurden "Langweilig" von den Ärzten, "Allein allein" von Polarkreis 18, "Lemon Tree" von Fools Garden, "I'm Still Standing" von Elton John, "Nobody's Child" von Hank Snow, "Show Me The Meaning Of Being Lonely" von den Backstreet Boys und andere Titel vorgeschlagen. Die Turbine hat es zu einiger Berühmtheit gebracht. Vor zwei Wochen stattete Bundeskanzler Olaf Scholz ihr einen Besuch ab und versicherte, sie sei jederzeit einsetzbar und könne geliefert werden.

+++ 16:50 Selenskyj-Berater: Krim-Brücke muss abgebaut werden +++
Nach mehreren Explosionen auf der Krim signalisiert der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak, dass die Ukraine die Krimbrücke, die die besetzte Halbinsel mit dem russischen Festland verbindet, als legitimes militärisches Ziel betrachte. "Es ist ein illegaler Bau und das Haupttor zur Versorgung der russischen Armee auf der Krim. Solche Objekte sollten zerstört werden", sagt Podoljak dem britischen "Guardian". Auf Telgram schreibt er: Die Brücke müsse abgebaut werden - "egal wie: freiwillig oder nicht". In der Nacht zum Mittwoch forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bevölkerung auf der Krim auf, sich von russischen Militärstützpunkten und Munitionslagern fernzuhalten. Die Brücke über die Straße von Kertsch ist die wichtigste Straßen- und Bahn-Verbindung zwischen dem russischen Festland und der Krim. Das 19 Kilometer lange Bauwerk war im Mai 2018 von Kreml-Chef Wladimir Putin eingeweiht worden, der damals als erster in einem Lastwagen an der Spitze einer Fahrzeugkolonne über die neue Brücke fuhr. Vier Jahre zuvor hatte Russland die ukrainische Halbinsel annektiert.
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+++ 16:20 Moskau entlässt Chef der Schwarzmeerflotte +++
Nach Explosionen auf russischen Militärstützpunkten auf der Krim wechselt Russland den Chef der Schwarzmeer-Flotte aus. Zum neuen Kommandeur sei Viktor Sokolow ernannt worden, berichtet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Insider. Vor über einer Woche waren mehrere Flugzeuge bei einer Explosion auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der 2014 annektierten Halbinsel zerstört worden. Am Dienstag kam es nach russischen Angaben zu einer Explosion in einem Munitionsdepot.

+++ 15:55 Kiew zeigt Bilder vom Raketenbeschuss auf Odessa +++
Russische Langstreckenbomber vom Typ Tu-22M3 feuern in der Nacht Raketen auf die Region Odessa im Süden des Landes ab. Dabei wurden vier Menschen verletzt, wie der Sprecher der Regionalverwaltung von Odessa, Oleh Bratschuk, mitteilt. Die Ukraine veröffentlicht Bilder, auf denen brennende Gebäude zu sehen sind.

+++ 15:20 Bericht: Russisches Hauptquartier in Lyssytschansk getroffen +++
Den ukrainischen Streitkräften ist laut der Nachrichtenseite Nexta ein Schlag gegen das russische Hauptquartier in der besetzten Stadt Lyssytschansk gelungen. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, geht demnach von bis zu hundert getöteten Russen aus. Die Stadt wurde von den Kreml-Truppen Anfang Juli eingenommen.

+++ 14:50 Zugverkehr auf der Krim soll wieder laufen +++
Der von Russland eingesetzte Chef der Krim, Sergej Aksjonow, berichtet über die Wiederaufnahme des Zugverkehrs in dem durch die Explosionen betroffenen Streckenabschnitt zwischen Dschankoj und Wladislawowka. "Die Züge fahren gemäß dem Fahrplan", schreibt der 49-Jährige im Nachrichtendienst Telegram. Bewohnern der Region, deren Besitz zerstört oder beschädigt wurde, sollen demnach bis zu 100.000 Rubel (rund 1600 Euro) gezahlt werden.

+++ 14:25 Explosionen auf der Krim: Sechs Männer festgenommen +++
Einen Tag nach den Explosionen auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim informiert Moskau über die Festnahme von sechs Männern. Alle Festgenommenen gehörten der islamistischen Vereinigung Hizb ut-Tahrir an, die in Russland als terroristische Organisation verboten ist, teilt der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit. Ein direkter Zusammenhang zu den Detonationen auf der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Halbinsel wird zwar nicht explizit genannt. Einige der Festnahmen sollen aber in der Stadt Dschankoj erfolgt sein, unweit derer am Vortag ein Munitionslager explodiert war. Moskau sprach bereits am Dienstag von einem "Sabotageakt". Wer genau die nun festgenommenen Männer sind, gab der FSB nicht bekannt. Seit der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 wurden aber unter dem Vorwurf der Hizb-ut-Tahrir-Mitgliedschaft mehrfach ukrainische Krimtataren inhaftiert und verurteilt.
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+++ 13:49 Ukraine: Wieder Bürgermeisterin von "Orks" verschleppt +++
In den russisch besetzten Gebieten kommt es offenbar erneut zu einer Verschleppung einer Bürgermeisterin: Laut ukrainischen Angaben wird Svitlana Korotun, Bürgermeisterin der Dorfgemeinde Werchny Rohachyk in der Region Cherson, am Dienstag aus ihrem Haus entführt und an einen unbekannten Ort verschleppt. Dies schreibt Jury Sobolevskij, ein Vertreter der örtlichen Behörden, auf Telegram. Die Bürgermeisterin wird ihm zufolge entführt, weil sie sich weigerte, mit den "Orks" - so nennen die Ukrainer die russischen Besatzer - zu kooperieren.

+++ 13:12 Berichte: Wachsende Unzufriedenheit in Tschetschenien wegen Rekrutierungen +++
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes führt Russland angesichts der hohen Verluste im Krieg eine Rekrutierungskampagne in Zentralasien durch. Wie "Kyiv Independent" schreibt, richtet sich diese vor allem an Bürger aus Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan richtet. Unterdessen wächst ukrainischen Berichten zufolge offenbar auch die Unzufriedenheit in Tschetschenien. Ein großer Teil der sogenannten Freiwilligen seien Landbewohner, die unter Androhung von Strafverfolgung aufgrund erfundener Anschuldigungen oder unter Folter gezwungen würden, sich den russischen Truppen in der Ukraine anzuschließen.

+++ 12:39 Verfassungsschutz: Moskau setzt "hybride Hebel" ein +++
Der Verfassungsschutz rechnet in den kommenden Monaten mit verstärkten russischen Propaganda- und Spionage-Aktivitäten. "Russland nutzt insbesondere Fragen der Energieversorgung Europas als hybriden Hebel", teilt das Bundesamt für Verfassungsschutz mit. Mit der gezielten Verbreitung von Falschinformationen, etwa zu Gasknappheit und Preissteigerungen, werde versucht, in Deutschland Angst vor einer möglicherweise existenzbedrohenden Energie- und Lebensmittelknappheit zu schüren. "Russische Propaganda wird im extremistischen Milieu voraussichtlich noch zunehmen und Verschwörungsnarrative befeuern mit dem Ziel, einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben", heißt es weiter. Russland versuche, Cyberangriffe und Desinformation als "hybride Hebel einzusetzen, um die Gesellschaft in Deutschland zu spalten", fügt Verfassungschutzpräsident Thomas Haldenwang hinzu.

+++ 12:00 Kremltreue ukrainische Abgeordnete setzen sich offenbar an die Côte d'Azur ab +++
Zwei ukrainische Parlamentsabgeordnete der kremlnahen Oppositionspartei "Plattform für das Leben" haben sich offenbar in den Westen abgesetzt. Wie die "Ukrainskaja Prawda" berichtet, sollen Vadym Stolar und Ihor Abramowitsch inzwischen an der französischen Côte d'Azur leben. Stolar und Abramowitsch verließen dem Bericht zufolge die Ukraine wenige Tage vor dem Beginn des russischen Überfalls am 24. Februar und sind seitdem nicht zurückgekehrt. Seit sechs Monaten hätten die Abgeordneten an keiner Sitzung der Werchowna Rada teilgenommen, heißt es weiter. Die "Plattform für das Leben" wurde von Wiktor Medwedtschuk angeführt, einem engen Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Medwedtschuk wurde wegen Hochverrats vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst im April festgenommen, die Partei im Sommer verboten.

+++ 10:29 "Überraschend, dass Russland von Sabotage spricht" +++
Der russische Angriff auf einen Flughafen 150 Kilometer westlich von Kiew könnte eine direkte Antwort auf die zuletzt sehr aktive ukrainische Luftwaffe sein. Währenddessen ist die Lage am Atomkraftwerk in Saporischschja unverändert. Aus Kramatorsk berichtet ntv-Reporter Gordian Fritz.

+++ 10:58 Russlandexperte warnt davor, Hardlinern in die Hände zu spielen +++
Der Russlandexperte Stefan Meister wendet sich gegen pauschale Einreiseverbote für Russen: "Was soll das Ziel sein? Bestrafung? Druck auf Putin über die Gesellschaft auszuüben?", schreibt der Wissenschaftler von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik auf Twitter. "Wollen wir wirklich die russische Gesellschaft unter Kollektivschuld stellen?" Sicher unterstützten viele Russen Putin - aber nicht alle. "Russland ist ein repressiver, immer totalitärer Staat, in dem jegliche Kritik an der Politik des Kremls hart bestraft wird." Daher plädiert Meister dafür, nicht alle Brücken zur russischen Gesellschaft abzureißen. Das "würde nur den Hardlinern in die Hände spielen, die Gesellschaft und Land bereits isolieren".

+++ 10:32 SPD fordert von Baerbock Russlandbeauftragten +++
Die SPD fordert Außenministerin Annalena Baerbock auf, trotz des Ukraine-Krieges den seit Monaten freien Posten eines Russlandbeauftragten zu besetzen. Der SPD-Außenexperte Nils Schmid sagt der "Rheinischen Post", der Koordinator solle "als Anlaufstelle für die Zivilgesellschaft im Exil" dienen. Es sei angezeigt, "diese Stelle in ihrer ganzen Bedeutung ernst zu nehmen und entsprechend zu besetzen". Laut Schmid könnte der Wirkungskreis des Koordinators mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft weit über Russland hinausgehen. Er könne als zentraler politischer Ansprechpartner sehr hilfreich sein. "Zumal es sich dabei auch um Staaten wie Ukraine, Georgien und Moldawien handelt, die eine klare EU-Orientierung verfolgen."

+++ 10:03 "Deutet darauf hin, dass Ukraine einiges mehr vorhat" +++
Die Ukraine bekennt sich nicht offiziell zu den Explosionen auf der Krim, Präsident Wolodymyr Selenskyj mahnt jedoch, russische Militäranlagen zu meiden. Warum die Ereignisse Russlands Präsidenten Wladimir Putin schwer treffen und was auf der Halbinsel zu erwarten ist, ordnet ntv-Russlandkorrespondent Rainer Munz ein.

+++ 09:25 Ukraine geht von 44.100 getöteten Russen aus +++
Die Zahl der im Krieg getöteten russischen Soldaten steigt noch ukrainischen Angaben auf 44.100. Wie der Generalstab mitteilt, kamen allein in den vergangenen 24 Stunden 200 Russen ums Leben. Außerdem sind den Angaben zufolge inzwischen 1886 russische Panzer und 993 Artilleriesysteme zerstört.

+++ 08:46 London: Russen "höchstwahrscheinlich zunehmend besorgt" +++
Nach den Explosionen auf der Krim in der Nähe von Dschankoj und Gwardeskoje äußert sich auch das britische Verteidigungsministerium. An den betroffenen Orten befänden sich "zwei der wichtigsten russischen Militärflugplätze auf der Krim". Dschankoj sei außerdem ein wichtiger Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt, der für den Nachschub in der Südukraine eine wichtige Rolle spiele. Auch wenn die Ursache der Explosionen und das Ausmaß der Schäden auf der Krim noch unklar seien, seien die russischen Besatzer "höchstwahrscheinlich zunehmend besorgt" über die offensichtliche Verschlechterung der Sicherheit auf der Krim, die als rückwärtiger Stützpunkt für die Besatzung fungiere.

+++ 08:15 Nawalny klagt: "Kein umfassender Krieg gegen Putins Oligarchen" +++
Der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny fordert wegen des russischen Kriegs deutlich weitergehende Sanktionen des Westens gegen russische Oligarchen. Der Oppositionspolitiker schreibt in Onlinenetzwerken, westliche Sanktionen würden bislang nur 46 der laut dem Magazin "Forbes" 200 reichsten Menschen Russlands betreffen. "Für mich klingt das nicht nach einem umfassenden Krieg gegen Putins Oligarchen", erklärt Nawalny. So sei der Chef des russischen Gasriesen Gazprom, Alexej Miller, immer noch nicht auf der Sanktionsliste der Europäischen Union. Der Oligarch Roman Abramowitsch wiederum sei nicht mit US-Sanktionen belegt worden, obwohl seine Unternehmen "dem russischen Verteidigungsministerium Metal" lieferten.

+++ 07:49 Bürgermeister beklagt "zynischen" Beschuss der Universität von Mykolajiw +++
Russische Streitkräfte beschießen nach ukrainischen Angaben wieder Mykolajiw. Wie der Bürgermeister Olexander Sienkewitch bei Telegram angibt, schossen die russischen Truppen zwei Raketen auf die Mohyla-Universität. Es gibt dabei offenbar keine Verletzten, aber das Gebäude wird beschädigt. "Erst vor wenigen Tagen habe ich ein Video veröffentlicht und gezeigt, dass es dort keine Militärbasis gibt. Dass dort gewöhnliche Spezialisten der Universität arbeiten: Sie nehmen die Unterlagen der Bewerber entgegen, unterschreiben Rundschreiben, stellen Diplome aus", so der Bürgermeister. "Und heute Nacht sind dort zwei russische Raketen geflogen. Das sind echte Terroristen, die sich hinter ihrer Propaganda verstecken und unsere Bildungseinrichtungen weiterhin zynisch zerstören."

+++ 07:20 Angriffe auf Krim sollen offenbar russische Nachschublinien unterbrechen +++
Die Explosionen in der Nähe russischer Stellungen auf der Krim sind nach Ansicht des Institute for the Study of War wahrscheinlich Teil einer ukrainischen Gegenoffensive. Diese ziele darauf ab, die Kontrolle über das Westufer des Flusses Dnipro zurückzuerlangen. Auch wenn Kiew eine Beteiligung nicht bestätigt hat, geht das Institut davon aus, dass die Angriffe auf Stellungen auf der Krim die russischen Nachschublinien unterbrechen sollen. Als Folge der ukrainischen Taktik hält es die Denkfabrik für wahrscheinlich, dass die russischen Streitkräfte nicht mehr in der Lage sind, ihre Kräfte am Westufer des Dnipro zu unterstützen und sie mit Luft- und Artillerieeinrichtungen am Ostufer vor ukrainischen Gegenangriffen zu schützen.

+++ 06:51 Verwaltung: Odessa wieder mit Raketen beschossen +++
Die ukrainische Hafenstadt Odessa befindet sich offenbar wieder unter Beschuss. Serhiy Bratschuk, ein Sprecher der Verwaltung der Region Odessa, schreibt auf Telegram, dass die russischen Streitkräfte mehrere Raketen auf die Region abgefeuert hätten. Die Einzelheiten würden noch untersucht.

+++ 06:16 Ukrainische Armee berichtet von Verlusten der russischen Truppen im Süden +++
Die russischen Truppen müssen im Süden der Ukraine nach Angaben der ukrainischen Armee weitere Verluste hinnehmen. Wie "Kyiv Independent" unter Berufung auf das Einsatzkommando Süd meldet, töteten die ukrainischen Streitkräfte 15 russische Soldaten. Außerdem sollen sie eine Panzerabwehrlenkwaffe sowie sechs gepanzerte und militärische Fahrzeuge zerstört haben.

+++ 05:43 Kiew: Sturmangriffe im Donbass abgewehrt +++
Der Kiewer Generalstab spricht in einem Lagebericht von heftigen Angriffen auf ukrainische Stellungen am Nordwestrand von Donezk. Weiter nördlich im Donbass bei Bachmut und Soledar sei es gelungen, russische Sturmangriffe abzuwehren. Der Feind habe sich unter Verlusten zurückziehen müssen. Ein Fliegerhorst bei Schytomyr in der Westukraine sei von russischen Flugzeugen mit Marschflugkörpern beschossen worden, teilt die ukrainische Luftwaffe weiter mit.

+++ 04:36 Siemens: Keine Bewegung bei gewarteter Gasturbine in Sicht +++
Die Turbine für die russische Gaspipeline Nord Stream 1 steht laut Siemens Energy weiter versiegelt und einsatzbereit in Mülheim an der Ruhr. Es sei aber keine Bewegung in Sicht, sagt ein Sprecher des Unternehmens. Russland hake bei Dokumenten weiter mit nicht nachvollziehbaren Begründungen nach. Die Turbine soll den Angaben nach per LKW transportiert werden - die aktuellen Probleme der Binnenschifffahrt mit niedrigen Wasserständen spielten also auch keine Rolle. Die Turbine war in Kanada gewartet worden, steht aber seit Mitte Juli in Deutschland. Gazprom bemängelt fehlende Informationen zur Reparatur.

+++ 03:03 Treffen in der Ukraine: Türkei spricht von "Beendigung des Krieges" +++
Beim Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit UN-Generalsekretär António Guterres und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan soll es nach türkischer Darstellung auch um diplomatische Wege aus dem Krieg gehen. Auf dem Dreiergipfel am Donnerstag im ukrainischen Lwiw werde unter anderem die "Beendigung des Krieges zwischen der Ukraine und Russland auf diplomatischem Wege erörtert", heißt es in einer Stellungnahme des türkischen Präsidialamtes. Die Vereinten Nationen hatten sich bezüglich möglicher Gespräche mit Selenskyj über ein Ende der Kampfhandlungen deutlich zurückhaltender gezeigt.

+++ 01:36 Charkiw unter russischem Beschuss +++
Zahlreiche russische Geschosse gehen am Abend auf der ostukrainischen Großstadt Charkiw nieder. Dabei habe die russische Armee Mehrfachraketenwerfern eingesetzt, teilt Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Durch Einschläge neben einem Wohnhaus seien Wände durchschlagen und Fenster zerstört worden. Nach vorläufigen Angaben gebe es keine Opfer. "Vor uns liegt die Nacht, die schon gewohnte Zeit der Angriffe auf Charkiw. Seid vorsichtig!", mahnt Terechow die Einwohner der Stadt.

+++ 00:02 Ukrainischer Atomkonzern meldet russischen Cyberangriff +++
Russische Hacker haben nach ukrainischen Angaben die Website des in Kiew ansässigen Kernkraftwerkbetreibers Energoatom angegriffen, aber keine größeren Probleme verursacht. "Die russische Gruppe 'People's Cyber Army' lancierte einen Angriff mit 7,25 Millionen Bot-Nutzern, die Hunderte von Millionen von Zugriffen auf die Hauptseite des Unternehmens simulierten", erklärt Energoatom. Die Attacke habe drei Stunden gedauert. "Der Betrieb der Website wurde dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt."

+++ 23:17 Selenskyj mahnt Ukrainer in besetzten Gebieten zur Vorsicht +++
Nach einer Reihe von schweren Explosionen in russischen Militäranlagen auf der Krim ruft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Ukrainer in besetzten Gebieten zur Vorsicht auf. "Bitte gehen Sie nicht in die Nähe der militärischen Einrichtungen der russischen Armee und all jener Orte, an denen sie Munition und Ausrüstung lagern, wo sie ihre Hauptquartiere unterhalten!", so Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Er richtete diesen Appell an "alle unsere Leute auf der Krim, in anderen Regionen im Süden der Ukraine, in den besetzten Gebieten des Donbass und in der Region Charkiw". Selenskyj reklamiert die Detonationen nicht als erfolgreiche Angriffe für die Ukraine. Die Auslöser seien "sehr verschieden", die Russen könnten auch selbst schuld sein.

+++ 22:20 Ukrainischer Armeechef: Russen feuern täglich bis 60.000 Schüsse auf uns +++
Die russische Armee feuert nach Schätzungen des ukrainischen Oberkommandierenden Walerij Saluschnyj täglich 40.000 bis 60.000 Schuss Munition auf Stellungen der ukrainischen Armee ab. Am schwersten sei die Lage derzeit bei Donezk, wo die ukrainischen Stellungen bei Awdijiwka, Pisky und Marjinka unter heftigem Feuer liegen, schreibt Saluschnyj auf Facebook.

+++ 21:46 Macron fordert russischen Abzug von AKW-Gelände +++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekräftigt die Forderung nach einem Abzug der russischen Truppen vom Atomkraftwerk Saporischschja. Macron habe in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj seine "Besorgnis" über die Lage zum Ausdruck gebracht, erklärt der Elysée-Palast in Paris. Die Präsenz und die Einsätze der russischen Truppen an dem AKW sowie der allgemeine "Kriegskontext" seien eine "Bedrohung" für die Sicherheit der ukrainischen Atomanlagen.

+++ 21:08 Selenskyj erklärt Verzicht auf offene Kriegsvorbereitungen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begründet den Verzicht auf offene Kriegsvorbereitungen vor dem 24. Februar damit, dass er sein Land nicht in Panik versetzt wollte. Die USA hätten ihn ab Herbst 2021 immer eindringlicher vor einer russischen Invasion gewarnt, sagt Selenskyj der "Washington Post". Seine Führung habe einen wirtschaftlichen Zusammenbruch vermeiden und die Bevölkerung im Land halten wollen. "Generell war unser inneres Gefühl richtig: Wenn wir unter den Leuten vor der Invasion Chaos säen, werden die Russen uns auffressen", sagt Selenskyj. "Denn im Chaos fliehen die Leute aus dem Land." Die Menschen in der Ukraine zu halten, sei der Schlüssel dazu gewesen, das Land zu verteidigen.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Krieges können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, mau/ghö/ino/dpa/rts/AFP

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