Politik

Grüne Lang kritisiert Autobauer"40-Stunden-Woche ist Lohnkürzung"

09.07.2026, 10:09 Uhr
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VW streicht womöglich bis zu 100.000 Stellen, Mercedes erwägt die 40-Stunden-Wochen ohne Lohnausgleich. Die frühere Grünen-Chefin Lang kritisiert die Lösungen der Autobranche.

Die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang hat die Überlegungen von Autobauern kritisiert, die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich einzuführen. "Das ist nichts anderes als eine Lohnkürzung", so Lang in der ntv-Sendung Frühstart. Wenn für die Mitarbeiter bei gleichem Lohn die Arbeitszeit steige, hätten sie einen geringeren Stundenlohn. "Dann soll man es bitte auch als solches benennen." In der deutschen Autobranche ist die 35-Stunden-Woche Standard. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates von Mercedes hatte fünf Wochenstunden Mehrarbeit für dasselbe Gehalt gefordert.

Grünen-Politikerin Lang gestand zu, dass innerhalb der Betriebe ausgehandelt werde, ob tatsächlich länger gearbeitet werden müsse. Dies werde aber nur gemeinsam mit den Betriebsräten funktionieren. Man könne die Missstände in der Autobranche nicht mehr einfach verwalten, sondern müsse sich aus der Krise herausarbeiten. "Das kann aber nicht ohne die Beschäftigten, sondern nur mit den Beschäftigten passieren." Ziel müsse sein, so wenige Menschen wie möglich zu entlassen.

Den möglichen Abbau von bis zu 100.000 Stellen bei VW hält Lang für überzogen. Werke zu schließen, könne bedeuten, Knowhow und Expertise zu verlieren. Diese Entscheidung werde der Konzern womöglich einmal bereuen. Er sollte stattdessen mit neuen Technologien innovative und kostengünstige Produkte schaffen. "VW muss das Unternehmen sein, was bezahlbare Elektroautos produziert."

Lang beharrt auf mehr Zeit für GKV-Reform

In der Debatte um Reformen der Bundesregierung verteidigte Lang den Versuch der Grünen, die Bundestagsabstimmung über das Krankenkassen-Sparpaket in dieser Woche gerichtlich zu stoppen. "Wir erleben das absolute Chaos, wenn wir auf diese Bundesregierung schauen", so die Abgeordnete. Das Gesetz sei inhaltlich schlecht, "es ist aber auch verdammt schlecht gemacht." Die Bundesregierung habe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 300 Seiten an Änderungsanträgen vorgelegt. Das Gesetz betreffe aber Millionen von Menschen und es gehe um Milliarden Euro. "Da erwarte ich, dass der Bundestag sich verantwortungsvoll damit befasst - das darf nicht durchgepeitscht werden."

Lang kritisierte zudem die geplante Streichung des Kindersofortzuschlags. Die Bundesregierung spare ausgerechnet bei den Familien mit dem wenigsten Geld und Kindern, die in Armut aufwüchsen. "25 Euro mag für viele Menschen nicht nach viel klingen, für diese Familien bedeutet das aber eine Mitgliedschaft im Sportverein oder einmal im Monat einen Ausflug machen zu können." Gleichzeitig traue sich die Regierung nicht an die Erbschaftssteuer heran. "Das heißt, ich soll in Deutschland auch in Zukunft über 26 Millionen Euro erben können, ohne einen einzigen Cent Steuer zu zahlen, aber bei Kindern in Armut werden jetzt noch 25 Euro gestrichen - wie soll das noch jemand verstehen?"

Quelle: ntv.de, psc/shu

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