Politik

Hessischer Minister berichtet 49 Polizisten nutzten rechtsextreme Chats

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild

Die Beamten sollen in Chats unter anderem Hitler-Bilder ausgetauscht haben.

(Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild)

Der Skandal um rechtsextreme Chats bei der hessischen Polizei weitet sich aus: Hessens Innenminister Beuth spricht mittlerweile von 49 aktiven Beamten, die daran beteiligt gewesen sein sollen. Gegen zahlreiche von ihnen werde ermittelt.

An den kürzlich bekannt gewordenen Chats mit rechtsextremem Inhalt haben zahlreiche weitere hessische Polizisten teilgenommen. Hessens Innenminister Peter Beuth nannte im Landtag die Zahl von insgesamt 49 aktiven Beamten. Darunter seien überwiegend SEK-Kräfte, die anderen stammten aus dem Landeskriminalamt (LKA), der Bereitschaftspolizei, dem Landespolizeipräsidium sowie aus den Präsidien Ost- und Südhessen. Hinzu kämen sieben Chat-Teilnehmer, die keine hessischen Polizisten seien. Gegen 24 dieser insgesamt 56 Teilnehmer werde nicht strafrechtlich vorgegangen, auch nicht disziplinarisch.

Der Innenminister hatte vor wenigen Tagen das Spezialeinsatzkommando (SEK) des Frankfurter Polizeipräsidiums wegen rechtsextremer Äußerungen von Polizisten in Chatgruppen aufgelöst. Das "inakzeptable Fehlverhalten" mehrerer Mitarbeiter mache die Auflösung "unumgänglich", begründete Beuth die Entscheidung. Ein Expertenstab solle die Neustrukturierung des SEK organisieren.

Bekannt war bisher, dass die Staatsanwaltschaft gegen 18 aktive und zwei ehemalige SEK-Angehörige ermittelt. Sie sollen unter anderem Hakenkreuze und Hitler-Bilder ausgetauscht haben. Gegen weitere Beamte laufen disziplinarische und arbeitsrechtliche Maßnahmen. Beuth sagte, es handele sich um einen Zwischenstand. Er verwies auf Durchsuchungen vergangene Woche. Sichergestelltes Material werde weiter ausgewertet.

SPD-Fraktionschefin Nancy Faeser sagte, die Erklärung des Ministers zeige, dass es sich um eine deutlich größere Dimension handele als bislang bekannt. Zudem stelle sich die Frage, warum das LKA Hessen die Ermittlungen führe, obwohl in dem Fall auch gegen zwei LKA-Beamte vorgegangen werde.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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