Politik

RTL/ntv-Trendbarometer 75 Prozent der Deutschen sparen Energie

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Der Gaspreis ist in den vergangenen Monaten rasant gestiegen und treibt die Inflation an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Energiekosten-Abwehrschirm über 200 Milliarden Euro soll die Menschen im Land vor hohen Gaspreisen schützen. Dass das eine ausreichende Entlastung sein wird, glauben nur wenige. Drei Viertel der Menschen im Lande versuchen derweil, die Strom- und Gasrechnung zu reduzieren.

Die Sparappelle aus der Politik finden im Land großen Widerhall. Im Angesicht der rasant gestiegenen Strom- und Gaskosten schränken sich 75 Prozent der Bundesbürger bei Heizung und Strom ein, wie eine Forsa-Umfrage für das Trendbarometer von RTL und ntv zeigt. Demnach halten sich auch 58 Prozent bei Neuanschaffung von Kleidung, Möbeln oder anderen Gütern zurück. 49 Prozent versuchen Benzin zu sparen, 47 Prozent schränken sich bei Lebensmitteln ein, 29 Prozent bei Weihnachtsgeschenken. Wer weniger Einkommen hat, schränkt sich meist noch stärker ein.

Der von Kanzler Olaf Scholz als "Doppelwumms" bezeichnete Energiepreis-Abwehrschirm über 200 Milliarden Euro soll die Folgen der hohen Inflation abmildern. In der Forsa-Umfrage zeigt sich dabei, dass viele das Wort gar nicht verstanden haben. Demnach leuchtete der "Doppelwumms" nur 19 Prozent der Befragten spontan ein. 81 Prozent hingegen nicht. Bei den SPD-Anhängern waren es immerhin 35 Prozent, bei den Grünen 30. Bei den anderen Parteien liegt die Verständnisrate zum Teil klar unter 20 Prozent.

Es glauben auch nicht viele, dass der Abwehrschirm sie in ausreichendem Maße entlastet. Nur 19 Prozent gehen davon aus, 39 Prozent sind pessimistisch. 42 Prozent trauen sich keine Einschätzung zu. Je mehr die Menschen verdienen, umso optimistischer sind sie. Bei einem Haushaltseinkommen von unter 2500 Euro netto glauben nur 13 Prozent an eine ausreichende Entlastung. Kommen jeden Monat 4000 Euro herein, sind es dagegen 27 Prozent.

Geringes Vertrauen in die Regierung

Dabei ist das Vertrauen in die Regierung gering. Nur neun Prozent gehen davon aus, dass Kanzler Scholz eine "durchdachte Strategie" hat. Elf Prozent trauen das Finanzminister Christian Lindner zu, bei Wirtschaftsminister Robert Habeck sind es 18 Prozent. 68 Prozent glauben, dass keiner der drei einen klaren Plan hat. Einen Vertrauensverlust erlitt Grünen-Politiker Habeck - im August lag sein Wert noch bei 26 Prozent. Das Hickhack um die gescheiterte Gasumlage dürfte ihm geschadet haben. Dafür genießt er bei den eigenen Anhängern das größte Vertrauen. 46 Prozent glauben bei ihm an eine "durchdachte Strategie", bei Scholz und FDP-Chef Lindner ist es in den eigenen Reihen je nur etwa ein Drittel.

In der Frage, ob Deutschland der Ukraine Kampfpanzer liefern sollte, wächst die Zustimmung geringfügig. 40 Prozent sind mittlerweile dafür, vor einem Monat waren es 38. Bei den Grünen gibt es eine große Mehrheit dafür (58 Prozent). Bei den anderen Parteien liegt die Unterstützung stets bei unter 50 Prozent, abgestuft nach FDP, Union, SPD und AfD. Dass Deutschland immer zu spät und zu wenig Waffen an die Ukraine liefert, glaubt wie vor vier Wochen nur etwa ein Drittel der Befragten. Eine wachsende Zahl an Flüchtlingen aus der Ukraine würde einer Mehrheit von 54 Prozent keine Sorgen bereiten. 27 Prozent würden sich "etwas" Sorgen machen, 19 Prozent große.

Quelle: ntv.de, vpe

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