Politik

88 Geistliche wählen NachfolgerIranischer Minister erwartet Chamenei-Nachfolge bereits in zwei Tagen

01.03.2026, 18:32 Uhr
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Abbas Araghtschi verurteilt die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei. (Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Bis ein neues Staatsoberhaupt im Iran feststeht, soll ein dreiköpfiger Rat die Amtsgeschäfte des Ajatollahs kommissarisch übernehmen. Doch diese Übergangsregelung wird laut Außenministerium nur von kurzer Dauer sein.

Wer Chamenei nach seinem Tod nachfolgen könnte, ist bisher unklar. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hält es für möglich, dass ein neuer geistlicher Führer im Iran innerhalb von nur wenigen Tagen feststeht. "Es könnte schon in einem oder zwei Tagen zur Wahl eines obersten Führers kommen", sagte Araghtschi dem Nachrichtensender Al-Jazeera in einem Interview.

Araghtschi verurteilte die Tötung des bisherigen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei durch die israelisch-amerikanischen Angriffe als "beispiellos und eine schwere Verletzung internationalen Rechts".

Bis ein neues Staatsoberhaupt gewählt ist, soll ein dreiköpfiger Rat seine Aufgaben übernehmen. Diese Rolle fällt laut offiziellen Angaben Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie dem Mitglied des Wächterrats, ⁠Alireza ⁠Arafi, zu. Für die Wahl ist ein sogenannter Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, zuständig.

Öffentlich hatte sich der Religionsführer Chamenei vor seinem Tod nicht zu seiner Nachfolge geäußert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand. Dem Staatsapparat dürfte es jedoch schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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