Politik

Von US-Armee ausgeflogen 90 Afghanen beantragen in Ramstein Asyl

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Die Menschen sind auf der US-Basis Ramstein in Zelten untergebracht.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Auf der US-Militärbasis in Ramstein warten derzeit noch Tausende aus Afghanistan ausgeflogene Ortskräfte und ihre Familien auf die Weiterreise in die USA. Einige von ihnen würden aber offenbar lieber in Deutschland bleiben. Laut Bundesinnenministerium haben bisher 90 Asyl beantragt.

Einige der vom US-Militär ausgeflogenen Afghanen wollen als Flüchtlinge in Deutschland bleiben. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mitteilte, haben von den Tausenden Menschen, die zuvor auf dem US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz untergebracht waren, bislang rund 90 Menschen einen Asylantrag gestellt. Zuerst hatte die "Welt" über die Asylanträge berichtet.

Zur Unterstützung der großangelegten Evakuierungsmission aus Afghanistan hatten die USA international mehrere Drehkreuze eingerichtet, um afghanische Schutzsuchende vorübergehend unterzubringen, bevor sie langfristig umgesiedelt werden. Eines davon ist der Stützpunkt Ramstein. Hier werden an diesem Mittwoch US-Außenminister Antony Blinken und Bundesaußenminister Heiko Maas erwartet.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums kamen bis Montagvormittag insgesamt 34.103 Menschen aus Afghanistan in Ramstein an. Von diesen Evakuierten seien bis zu diesem Zeitpunkt 20.943 Menschen in die USA ausgeflogen worden. Die Weiterreise habe sich wegen des Hurrikans "Ida" etwas verzögert, hieß es. "Gemessen an der Gesamtzahl der Menschen, die in Ramstein angekommen sind, ist die Anzahl der Asylanträge überschaubar", sagte Ministeriumssprecher Steve Alter.

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) haben im vergangenen Monat insgesamt 2266 Menschen aus Afghanistan in Deutschland Asyl beantragt. Im August 2020 waren es 759 Asylanträge afghanischer Staatsbürger gewesen. Die ehemaligen Ortskräfte deutscher Institutionen, die zum Teil mit den Evakuierungsflügen der Bundeswehr von Afghanistan nach Deutschland gekommen waren, müssen keinen Asylantrag stellen. Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis "aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen".

Quelle: ntv.de, jhe/dpa

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