Politik

Neues Afghanistan-Mandat AKK fürchtet mehr Gefahr für Bundeswehr

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Im Februar hat Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer die Soldaten in Afghanistan besucht.

(Foto: picture alliance/dpa/Bundeswehr)

Die Bundeswehr bleibt anders als geplant bis mindestens Ende Januar 2022 in Afghanistan. Angesichts der erstarkenden Taliban geht Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer davon aus, dass die Gefahr für die deutschen Soldaten steigen wird. Zu ihrem Schutz kündigt sie eine Reihe von Maßnahmen an.

Nach der Verlängerung des Afghanistan-Mandats für die Bundeswehr sieht Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die dort stationierten deutschen Soldaten in größerer Gefahr. "Ich gehe von einer größeren Bedrohung aus", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die militant-islamistischen Taliban planten neue Gewalttaten, falls westliche Truppen entgegen früherer Absprachen über den 30. April hinaus im Land blieben. Deshalb habe sie in Absprache mit den militärischen Spitzen angeordnet, die Schutzmaßnahmen zu verstärken.

Kramp-Karrenbauer verwies darauf, dass nun "Verstärkungskräfte, zusätzliche Bewaffnung, Ausrüstung und Munition" nach Afghanistan gebracht würden. "Mein Ziel bleibt der geordnete Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan - gemeinsam mit unseren Partnern", sagte die Ministerin zur Dauer der weiteren Stationierung. Unter dem früheren Präsidenten Donald Trump hatten die USA mit den Taliban eigentlich einen Abzug aller internationalen Truppen bis 1. Mai vereinbart. Der Termin steht inzwischen wieder infrage.

Der Bundestag hatte das Mandat bis Ende Januar 2022 verlängert. Der Einsatz erfolgt im Rahmen der Nato-Mission "Resolute Support". Die Bundeswehr ist im Norden von Afghanistan für eines von fünf Nato-Gebieten zuständig. Derzeit sind etwa 1100 deutsche Soldaten vor Ort. Sie stellen momentan das zweitgrößte Kontingent nach der US-Armee, die nach einer deutlichen Truppenreduzierung unter dem früheren Präsidenten Donald Trump noch 2500 Soldaten im Land hat.

In diesem Monat sind in Istanbul nach Angaben der türkischen Regierung Friedensverhandlungen zwischen Vertretern der afghanischen Regierung und den Taliban geplant. Das genaue Datum und die Gesprächsinhalte seien derzeit noch Gegenstand von Beratungen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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