Politik

Freifahrten für Soldaten AKK macht Druck auf die Deutsche Bahn

Die Gespräche über freie Bahnfahrten für Bundeswehrsoldaten stocken. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer fordert deshalb mit Nachdruck eine zügige Lösung. Scharfe Kritik an dem staatsnahen Konzern kommt auch vom Wehrbeauftragten.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in der Debatte um Bahn-Freifahrten für Bundeswehrsoldaten den Druck auf die Deutsche Bahn erhöht. "Wir wollen zügig eine Lösung", sagte die CDU-Chefin im ZDF. Angesichts der großen Verantwortung, die Soldaten mit ihrem Dienst übernähmen, sei es "das Minimum", dass sie die Bahn frei benutzen könnten. Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels von der SPD zeigte sich derweil verärgert über Einwände der Deutschen Bahn gegen die Idee.

Es gehe um Anerkennung für die Soldaten, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie hielten vor Ort den Kopf hin. Zum konkreten Verhandlungsstand machte die Verteidigungsministerin jedoch keine Angaben. Sie verwies darauf, dass die Gespräche schon seit Längerem liefen.

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, die Gespräche der Bundeswehr mit der Bahn seien ins Stocken geraten. Strittig sind demnach vor allem die Buchungskonditionen. Die Bahn wolle Soldaten nur in nicht stark ausgelasteten Zügen fahren lassen, für die sie normalen Kunden vergünstigte Sparpreis-Tickets anbiete, hieß es. Zudem müsse aufwendig ein eigenes Buchungssystem programmiert werden, was 26 Millionen Euro kosten würde.

"Besondere Wertschätzung"

Auch das Budget für die Freifahrten kalkuliert die Bahn demnach weitaus höher als bisher. Für geschätzte 400.000 bis 800.000 Freifahrten von Soldaten pro Jahr seien rund 38 Millionen Euro nötig. Die Bahn bestehe zudem darauf, dass Soldaten nur Fernverkehrszüge wie den ICE aber keine Regionalverbindungen nutzen könnten.

Der Wehrbeauftragte Bartels unterstütze die Idee von Freifahrten für Soldaten. Wenn man für den Dienst der Soldaten eine "besondere Wertschätzung der Nation zum Ausdruck bringen will, kann das ja wohl nicht an der Frage der Kostenrechnung eines besonders staatsnahen Unternehmens scheitern", sagte Bartels der Funke Mediengruppe.

Der SPD-Politiker forderte, der Bahnvorstand sollte "in eigener Verantwortung entgegenkommend" sein. Ein symbolischer Kostenbeitrag aus dem Verteidigungshaushalt müsse reichen. Der Bund zahle schließlich schon "zig Milliarden für den Ausbau des Schienennetzes".

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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