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"Schwieriger" Weg in Afghanistan AKK schwört Truppe ein

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Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer inspizierte das Camp Marmal in Afghanistan.

(Foto: dpa)

Seit 18 Jahren sind deutsche Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Daran wird sich auf absehbare Zeit wohl auch nichts ändern. Die Lage in Afghanistan bleibt angespannt. Das weiß auch Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Bei einem Truppenbesuch betont sie dennoch die bisherigen Fortschritte.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat zum Auftakt ihres Truppenbesuchs in Afghanistan einen langen Atem für den deutschen Einsatz in dem Krisenstaat angemahnt. Dieser sei "bisher ein harter Weg" gewesen, sagte die Ministerin nach ihrer Ankunft am nordafghanischen Bundeswehr-Standort in Masar-i-Scharif. Bis die afghanischen Sicherheitskräfte allein für Frieden sorgen können, sei es noch ein "langer" und "schwieriger" Weg. Zugleich hob sie "Fortschritte" bei der Sicherheitslage hervor.

Die Mission der Bundeswehr sei ein "gut überlegter Einsatz" gewesen, sagte die CDU-Vorsitzende weiter. Er diene dem Zweck, in Afghanistan "Frieden und Stabilität" zu schaffen. Zudem sollen Sicherheitskräfte, Politik und Zivilbevölkerung Afghanistans in die Lage versetzt werden, selbst für Sicherheit zu sorgen. "Aber Stand heute würde ich sagen, dass sehr vieles dafür spricht, dass die Arbeit, die wir begonnen haben und die noch nicht beendet ist, auch fortgesetzt werden kann." Sie plädierte daher für eine Verlängerung des am 31. März auslaufenden Mandats für die Beteiligung der Bundeswehr an der Nato-Ausbildungsmission "Resolute Support" in dem Land.

Der seit 18 Jahren andauernde Einsatz am Hindukusch sei jedoch nicht gescheitert, es gebe Fortschritte, so Kramp-Karrenbauer. Die jüngste Präsidentschaftswahl sei "entgegen aller Ankündigungen sehr friedlich verlaufen". Die Abstimmung sei allein durch afghanische Kräfte abgesichert worden, "die auch von uns mit ausgebildet worden sind". Der Wahlkampf und auch der Wahltag selbst waren von Gewalt überschattet worden. Afghanische Sicherheitskräfte werten den Wahltag dennoch als Erfolg, da es den Taliban nicht gelang, mit einem größeren Anschlag die Schlagzeilen zu beherrschen.

Nach einer neuen Welle der Gewalt hatte sich die Lage in dem Land zuletzt wieder etwas beruhigt. Im Rückblick aber war die Situation düster. So verzeichnet der globale Terrorismus-Index für Afghanistan einen traurigen Rekord. Dort starben im vergangenen Jahr 7379 Menschen durch Terrorismus, knapp 60 Prozent mehr als 2017. Entsprechend lösten die Taliban zuletzt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als gefährlichste Gruppe ab.

Bisher Erreichtes nicht "aufs Spiel setzen"

Kramp-Karrenbauer will während ihres Truppenbesuchs nach eigenen Worten viele persönliche Gespräche führen, um sich "ein Bild über die Lage des Einsatzes hier zu machen". Zudem plane sie Gespräche mit "Verantwortlichen" in dem Land. Ihre Erfahrung will die Ministerin aus Afghanistan mit zurücknehmen nach Berlin. Es werde dann darum gehen, in den "nächsten Wochen und Monaten" über die Fortsetzung des deutschen Engagements in Afghanistan "die notwendigen Entscheidungen zu treffen".

Zuvor hatte Kramp-Karrenbauer im ZDF-"Morgenmagazin" betont, sie lehne einen vorschnellen Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan ab. Das bisher Erreichte dürfe "als Erfolg nicht aufs Spiel" gesetzt werden. Innerhalb der Nato sei deshalb vereinbart, dass nach Abschluss der Friedensverhandlungen für Afghanistan noch einmal geprüft werde, wie die bisherigen Erfolge abgesichert werden könnten. Davon hänge ab, "in welcher Stärke wir vor Ort bleiben".

US-Präsident Donald Trump hatte vor einigen Tagen bei seinem ersten Besuch in Afghanistan eine Wiederaufnahme der US-Friedensverhandlungen mit den radikalislamischen Taliban angekündigt, die er im September nach einem Anschlag gestoppt hatte. Direkte Verhandlungen mit der afghanischen Regierung lehnen die Islamisten bisher ab. Deutschland half zuletzt, Treffen zwischen Vertretern der afghanischen Gesellschaft und den Taliban zu arrangieren, die den Weg für direkte Friedensgespräche ebnen könnten.

In Afghanistan sind im Rahmen der Nato-geführten Mission "Resolute Support" etwa 1200 deutsche Soldaten stationiert. Mitte Februar hatte das Bundeskabinett die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in dem Land am Hindukusch beschlossen. Im Mittelpunkt der Mission stehen die Ausbildung und Beratung afghanischer Sicherheitskräfte. Am Standort in Masar-i-Scharif sind etwa 1000 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/rts/dpa

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