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Vorgetäuschte Sicherheitstests AKW Philippsburg darf wieder ans Netz

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Für Mensch und Umwelt hat nach Angaben von EnBW trotz der vorgetäuschten Sicherheitsüberprüfungen keine Gefahr bestanden.

(Foto: dpa)

Aus bisher unbekannter Ursache täuschen drei Mitarbeiter Sicherheitstests im Kernkraftwerk Philippsburg nur vor. Als Reaktion verschärft Betreiber EnBW seine Sicherheitsbestimmungen - und darf das AKW nun wieder hochfahren.

Das Atomkraftwerk Philippsburg darf wieder ans Netz gehen. Das baden-württembergische Umweltministerium teilte mit, es habe den Umgang des Betreibers EnBW mit den vorgetäuschten Sicherheitstests überprüft. Die Untersuchung sei zufriedenstellend verlaufend, einem Wiederanfahren des Atomkraftwerks stehe nichts mehr im Wege. Zurzeit ist Block 2 des AKW Philippsburg allerdings nicht am Netz, weil er sich in der turnusmäßigen Revision befindet.

Voraussetzung zum Wiederanfahren war nach Angaben des Umweltministeriums eine Auflage der Atomaufsichtsbehörde. Sie hatte von EnBW einen Mechanismus verlangt, wonach das Auslassen von Sicherheitstests "praktisch ausgeschlossen ist oder sehr schnell bemerkt wird". Baden-Württembergs Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller erklärte, er sei froh, dass EnBW die Anordnung so rasch umgesetzt habe.

Motivation noch unklar

Die wesentliche Änderung der Sicherheitsbestimmungen ist demzufolge, dass künftig mindestens zwei Zuständige die Prüfungen vornehmen und auf einem Protokoll bestätigen müssen. Zudem müssen den Protokollen Nachweise für die durchgeführte Prüfung beigelegt werden.

EnBW hatte im April zunächst mitgeteilt, dass ein Mitarbeiter eines externen Dienstleisters die Überprüfung von Messeinrichtungen des Strahlenschutzes nur vorgetäuscht hatte. Später konnte zwei weiteren Mitarbeitern eine Beteiligung nachgewiesen werden. Sie waren für die Überprüfung der radiologischen Messeinrichtungen verantwortlich.

Warum die Mitarbeiter die Sicherheitstests nur vorgetäuscht haben, ist nach aktuellem Stand noch unklar. Nach Aussagen von EnBW-Chef Jörg Michels haben sie eine Befragung des Unternehmens abgebrochen. Eine Arbeitsgruppe soll die Hintergründe aufklären.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP

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