Politik

"Die Partei" mit Ergebnissprung "Ab jetzt jagen wir Gauland"

somuncu.jpg

Serdar Somuncu holte für "Die Partei" in seinem Wahlkreis in Berlin Kreuzberg mehr als sieben Prozent der Stimmen.

(Foto: dpa)

In den Bundestag zieht sie zwar nicht ein, trotzdem hat "Die Partei" allen Grund zum Jubeln. Bei der Bundestagswahl holt sie nach eigenen Angaben ein Prozent der Stimmen. In einem Wahlkreis kann sie sich sogar gegen die AfD behaupten.

"Die Partei" hat bei der Bundestagswahl ein Prozent der Stimmen geholt. Auf Facebook bedankte sich die Satirepartei für die mehr als 450.000 Zweitstimmen. Bei der Bundestagswahl 2013 hatten nur 0,2 Prozent der Wahlberechtigten für die Spaßpartei um Martin Sonneborn gestimmt.

Besonders erfolgreich war "Die Partei" im Berliner Wahlkreis Kreuzberg-Friedrichshain. Hier lag sie mit knapp 7 Prozent noch vor der AfD, die rund 6 Prozent holte. Zum Einzug der AfD in den Bundestag schrieb der Parteivorstand auf seiner Facebookseite: "Ab jetzt werden wir Gauland jagen. Und uns verstärkt um die Wiedererrichtung der Mauer bemühen." Das endgültige Ergebnis des Bundeswahlleiters steht noch aus.

Der Direktkandidat der Satirepartei, der Kabarettist Serdar Somuncu, zeigte sich auf Facebook zufrieden mit dem Ergebnis. Es habe sich gezeigt, "dass eine Kampagne, die Mut, Intelligenz und Humor beweist, erfolgreicher gegen Demagogie und Hass sein kann als das Wiederholen leerer Phrasen vor der parlamentarischen Apokalypse", sagte der 49-Jährige. Somuncu wollte als Spitzenkandidat der Partei in den Bundestag einziehen.

Im Vorfeld viel Kritik an Satirepartei

Auch finanziell dürfte "Die Partei" nun erst einmal abgesichert sein. Liegt das Ergebnis über 0,5 Prozent, erhalten Parteien 0,85 Cent pro Stimme vom Bund. Die Satirepartei hatte zuletzt einen Streit um staatliche Zuschüsse vor dem Berliner Verwaltungsgericht gewonnen. Der Bundestag hatte von der Satirepartei rund 70.000 Euro Rückzahlungen und 383.000 Euro Strafzahlungen gefordert. Das hätte "Die Partei" nach eigenen Angaben in die Pleite getrieben.

Kritiker hatten Wählern der Satirepartei im Vorfeld der Bundestagswahl vorgeworfen, ihre Stimme "zu verschenken" und damit die AfD groß zu machen. Sie bezeichneten sie als "demokratiefeindlich". Wer sie wähle, sei "demokratieschädlicher als jeder Nichtwähler", weil er seine Stimme "aktiv auf den Müll" werfe. Andere trauten ihr durchaus zu, mit satirischen Beiträgen auf Missstände in der deutschen Politik hinzuweisen. Sie sei eine Kleinpartei, die auf ihre eigene Art den "drögen Politikbetrieb bunt" mache und dadurch bereichere.

Was sagt man dazu? Diskutieren Sie mit auf unserer Facebook-Seite.

Quelle: ntv.de, bra