Politik

Skandal um Malbuch AfD-Chef: "Das bleibt nicht ohne Folgen"

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Tino Chrupalla will nicht, dass die AfD in Rechtsextremismusverdacht gerät.

(Foto: imago images/Reiner Zensen)

Das rassistische Malbuch, das auf einer AfD-Veranstaltung in Krefeld verteilt wurde, deklarierte die Landtagsfraktion in NRW als "Satire". Der Staatsschutz teilt die Auffassung nicht und ermittelt wegen Volksverhetzung. Jetzt meldet sich der Parteivorsitzende zu Wort.

AfD-Chef Tino Chrupalla hat ein umstrittenes Malbuch der nordrhein-westfälischen AfD-Fraktion scharf kritisiert und Konsequenzen in Aussicht gestellt. "Dieses Buch geht gar nicht, da sind wir uns doch alle einig. Wer so etwas rausbringt, hat in der AfD nichts zu suchen", sagte Chrupalla der Zeitung "Die Welt". "Das habe ich am Dienstag im Bundesvorstand auch genau so deutlich angesprochen. Dieses Buch bleibt nicht folgenlos, das können Sie mir glauben."

Solche Vorkommnisse seien allerdings Einzelfälle. "Derjenige, der dieses Buch erstellt hat, setzt damit die AfD dem Verdacht des Rechtsextremismus aus", sagte Chrupalla. Die Hefte mit dem Namen "Nordrhein-Westfalen zum Ausmalen" sollen kürzlich bei einer Veranstaltung der AfD-Landtagsfraktion in Krefeld verteilt worden sein. In den Malbüchern werden unter anderem bewaffnete Menschen unter türkischer Flagge gezeigt - offenbar bei einem Autokorso. Unter dem Banner "Wir baden das aus" sind in einem Schwimmbad Vollverschleierte und eine Hand mit Messer zu sehen.

Die Polizei hatte vergangene Woche bestätigt, dass sie wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Verschiedene Vertreter anderer Parteien nannten das Heft rassistisch. Die AfD-Landtagsfraktion hatte die Kritik zuerst als "Angriff auf die Kunst- und Satirefreiheit" gewertet, war später aber zurückgerudert: "Das Buch hätte in dieser Form nicht erscheinen dürfen", teilte Fraktionschef Markus Wagner am Mittwoch vergangener Woche mit. Das gesamte Projekt werde ersatzlos beendet.

Quelle: ntv.de, ino/dpa