Favorit für nächste LandtagswahlAfD-Kandidat will Sachsen-Anhalts Regierungsapparat eindampfen

In einer Art Superwahljahr wird im September 2026 auch in Sachsen-Anhalt gewählt. AfD-Spitzenkandidat Siegmund will im Falle von Wahlsieg und Regierungsübernahme Ministerien und Behörden "deutlich verschlanken", sprich: abschaffen.
Der AfD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, will im Fall einer Regierungsübernahme mehrere Ministerien und Behörden abschaffen. "Die Landesregierung werden wir deutlich verschlanken", sagte er dem "Spiegel" - ein bis zwei Ministerien sollten "durch sinnvolle Zusammenlegungen" wegfallen. Zudem wolle er bei den Behörden des Landes kürzen. Über die Landesenergieagentur, zuständig für Energieeffizienz und Ressourcenschonung, sagte er: "Braucht niemand."
Weiter heißt es beim "Spiegel", Siegmund plane laut eigenen Angaben, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk durch höchstens zwei Sender zu ersetzen, denen Meinungsäußerungen aller Art verboten sein sollen. Dieser "Grundfunk" dürfe dann "ausschließlich sachlich berichten".
Plan der Migranten-Auslese?
Schon zuvor hatte Siegmund radikale Pläne publik gemacht. So wolle er als Regierungschef die allgemeine Schulpflicht in ihrer bisherigen Form abschaffen und unter den Migranten "die Spreu vom Weizen trennen". Es gehe dabei nicht bloß um Sachsen-Anhalt: "Das große Ziel ist es, das ganze Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen."
Konkreter wurde Siegmund bislang nicht, dem "Spiegel" sagte er: "Was wir im Detail genau anpacken werden, wird derzeit in den zuständigen Gremien unserer Partei beraten."
Der 35-Jährige hat Chancen, erster Ministerpräsident seiner in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei zu werden: In Umfragen liegt die AfD derzeit bei etwa 40 Prozent. Die Landtagswahl ist für den 6. September 2026 angesetzt.