Politik

Strategie zur Bundestagswahl AfD beschließt die Provokation

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Georg Pazderski ist erleichtert, dass das Papier endlich beschlossen ist, sagte er.

(Foto: imago/Metodi Popow)

Die AfD strebt den Einzug in den Bundestag an. Und die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Nun hat sich die Partei auf Eckpunkte im Wahlkampf verständigt. Dazu gehört die Definition der potenziellen Wähler - aber auch die Benennung eigener Schwächen.

Die AfD will 2017 mit gezielten Provokationen und Tabu-Themen auf Stimmenfang gehen. Ein entsprechendes Strategiepapier wurde in einer Telefonkonferenz des AfD-Bundesvorstandes beschlossen. Wie aus Parteikreisen verlautete, nahmen die beiden Parteivorsitzenden, Jörg Meuthen und Frauke Petry, aus Termingründen nicht daran teil.

In dem Papier heißt es, die AfD solle im Bundestagswahlkampf gezielt Themen ansprechen, die den Bürgern Sorgen bereiteten, von den etablierten Parteien aber nicht offen diskutiert würden. Mit "sorgfältig geplanten Provokationen" wolle man die anderen Parteien zudem zu nervösen und unfairen Reaktionen verleiten. Denn je mehr die AfD von ihnen stigmatisiert werde, "desto positiver ist das für das Profil der Partei". Über die Strategie, hinter der Parteivorstandsmitglied Georg Pazderski steht, hatte die "Bild"-Zeitung zuerst berichtet.

"Ich bin froh, dass der Bundesvorstand das Strategiepapier endlich verabschiedet hat", sagte Pazderski. Er rechne mit einem "großen Wahlerfolg" seiner Partei, "auch weil die Altparteien einen Fehler nach dem anderen begehen". Petry hatte jüngst erklärt, dies sei "ein weiteres Papier von vielen".

Als lohnenswerte Zielgruppen identifiziert die AfD in dem Papier wertkonservative Bürgerliche, Gegner eines "europäischen Superstaats", Protestwähler, Nichtwähler sowie leistungsbereite Arbeiter und Arbeitslose. In einem Kapitel über eigene "Schwächen" heißt es: "Die Zusammenarbeit zwischen den Ebenen in der AfD funktioniert noch nicht optimal".

Quelle: ntv.de, jwu/dpa