Politik
Einige Aktivisten haben sich an einen Bagger festgekettet. Sie wollen den Hambacher Forst nicht kampflos aufgeben.
Einige Aktivisten haben sich an einen Bagger festgekettet. Sie wollen den Hambacher Forst nicht kampflos aufgeben.(Foto: dpa)
Samstag, 15. September 2018

Räumung im Hambacher Forst: Aktivisten besetzen Kraftwerksbagger

Die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst zieht sich weiter hin. Die Aktivisten ergeben sich nicht kampflos: Von den knapp 60 Häusern sind lediglich zwei abgerissen. Die Polizei vermutet zudem einige Demonstranten in unterirdischen Gängen.

Die Polizei hat den dritten Tag in Folge die Räumung von Baumhäusern der Braunkohlegegner im Hambacher Forst fortgesetzt. Die Beamten versuchen seit Samstagmorgen eine weitere "Siedlung" mit dem Namen "Gallien" zu räumen, erklärte ein Polizeisprecher. Mitarbeiter des Bauordnungsamtes forderten die Aktivisten mit Hilfe von Lautsprechern auf, die Baumhäuser binnen 30 Minuten zu verlassen.

Unterdessen besetzten neun Aktivisten drei Bagger im Braunkohlekraftwerk Niederaußem in der Nähe des Hambacher Forstes. Die Polizei zog dort Einsatzkräfte zusammen. Die Braunkohlegegner sprachen von 20 Aktivisten in Niederaußem.

Die Polizei hatte am Freitag begonnen, die Baumhaussiedlung "Oaktown" im Hambacher Forst zu räumen. Zwei Häuser seien inzwischen leer, sagte der Polizeisprecher. Die Räumung von "Oaktown" zieht sich allerdings hin, da es Hinweise gebe, dass sich Aktivisten in unterirdischen Gängen verschanzt hätten, hieß es. Mit Teleskopkameras prüft die Feuerwehr nun, ob sich in den Gängen Umweltaktivisten aufhalten, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Auch die Grubenwehr ehemaliger Zechen wurde zurate gezogen.

Die Experten hätten die "Stollen" geprüft und für einsturzgefährdet erklärt, sagte der Sprecher. Solange unklar sei, ob es weitere Gänge gebe und dort Aktivisten versteckt seien, könne auch kein schweres Räumgerät eingesetzt werden, so der Sprecher der für die Räumung zuständigen Stadt Kerpen, Erhard Nimtz.

Der Energiekonzern RWE plant im Herbst den Wald für den Braunkohleabbau abzuholzen. Die Aktivisten kämpfen seit Jahren gegen die Rodung des uralten Waldes. In dieser Zeit haben sie eine Infrastruktur dort aufgebaut. 50 bis 60 Baumhäuser haben sie errichtet, die meisten in rund 25 Metern Höhe. Bislang sind zwei dieser Häuser abgerissen worden.

Quelle: n-tv.de