Politik

"Er ist für den Kampf gerüstet" Albig plädiert für Gabriel als Kandidat

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Sigmar Gabriel nimmt sich für die Verkündung noch ein paar Wochen Zeit.

(Foto: dpa)

Erst Berlins Regierungschef Müller, jetzt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig: Mehrere SPD-Politiker stärken Parteichef Gabriel über Weihnachten den Rücken. Ende Januar will die Partei verkünden, wer für die Sozialdemokraten in den Wahlkampf zieht.

Mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hat sich ein weiterer hochrangiger SPD-Politiker für Parteichef Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidaten stark gemacht. "Der Vorsitzende einer so stolzen Partei wie meiner ist dazu prädestiniert, seine Partei in den Wahlkampf zu führen", sagte Albig.

Gabriel sei dafür gut geeignet und gut vorbereitet. "Ich schätze auch Martin Schulz sehr und habe zu ihm eine außerordentlich gute Beziehung", betonte Albig. "Aber der Umstand, als Präsident des EU-Parlaments sehr beliebt zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man nach einer Ernennung zum Kanzlerkandidaten noch genau so beliebt bleibt wie davor."

Bei der Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück 2012 habe er wie alle Sozialdemokraten sehr schmerzhaft erfahren, wie schnell sich die Wahrnehmung einer Person in der Öffentlichkeit verändere. "Das würde bei Martin Schulz sehr wahrscheinlich nicht anders sein", sagte Albig. "Sigmar Gabriel weiß exakt, in was für einem Stahlgewitter er steht, und er erschreckt sich da nicht." Gabriel habe seine Stärken und seine Schwächen. "Er ist für den Kampf, der ein harter sein wird, gut gerüstet."

Kurz zuvor hatte bereits Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller öffentlich für Gabriel plädiert. Er glaube nicht, dass ein anderer Bewerber es besser machen kann. "Ja natürlich, unsere Umfragen könnten besser sein. Aber zu sagen, es liegt nur am Parteivorsitzenden, man müsste da eine andere Entscheidung treffen und schon würde es andere Werte geben, das ist nicht richtig", sagte Müller.

Scholz: SPD hält an Zeitplan fest

Die Sozialdemokraten wollen am 29. Januar verkünden, mit welchem Kanzlerkandidaten sie in den Bundestagswahlkampf 2017 ziehen. Gabriel hat als Parteichef das Recht des ersten Zugriffs. Sollte er nicht antreten, könnte der scheidende EU-Parlamentspräsident Schulz zum Zuge kommen.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, selbst immer wieder im Zusammenhang mit der Kanzlerkandidatur genannt, erklärte, man wolle an dem Zeitplan festhalten. Der SPD-Bundesvize betonte: "Wir haben uns darauf verständigt, Ende Januar zu sagen, wer für die SPD Kanzlerkandidat werden soll." Dazu werde der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel, "der eine sehr gute Arbeit macht, einen Vorschlag unterbreiten".

Daran ändere auch Merkels erneute Kandidatur nichts. "Es stand für mich immer fest, dass Angela Merkel wieder kandidiert und dass sie ihre Kandidatur unmittelbar vor dem CDU-Parteitag überraschend erklären wird", sagte Scholz. Im Übrigen verwies er darauf, dass beim Wahlsieg der SPD 1998 mit Gerhard Schröder die Entscheidung zur Kandidatenfrage noch viel später im Wahljahr getroffen worden sei.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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