Politik

Schutzmasken-Pflicht rückt näher Altmaier: Brauchen zwölf Milliarden Masken

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Altmaier will Maskenproduzenten mit garantierten Abnahmen locken.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Sachsen gilt ab Montag eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Nahverkehr und Geschäften. Eine bundesweite Regelung scheitert an der Verfügbarkeit: Bundeswirtschaftsminister Altmaier rechnet mit einem Milliardenbedarf - und setzt auf deutsche Produktion.

Um andere vor einer Corona-Infektion zu schützen, werden die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland wohl in absehbarer Zeit eine Maske im Nahverkehr und in Geschäften tragen müssen. Eine bundesweite Pflicht scheitert im Wesentlichen noch an der Verfügbarkeit des Mund-Nasen-Schutzes. Wirtschaftsminister Peter Altmaier beziffert den Bedarf mit bis zu zwölf Milliarden Schutzmasken pro Jahr.

Der CDU-Politiker sagte in der "Bild am Sonntag" zu dem hohen Schutzmaskenbedarf, dies sei notwendig, "wenn wir allen Menschen in Deutschland das Arbeiten, Einkaufen und Busfahren mit Mundschutz ermöglichen möchten". Altmaier sprach sich weiter dafür aus, "einen beträchtlichen Teil davon" in Deutschland herzustellen. Gelinge dies, dann "haben wir viel erreicht".

Weil macht Pflicht von Verfügbarkeit abhängig

Ziel sei es, in der zweiten Sommerhälfte Millionen OP-Masken und Mundschutze in Deutschland produzieren zu können, sagte Altmaier. Man könne den Unternehmen zwar nicht vorschreiben, "was oder wie viel sie zu produzieren haben", betonte der Minister. "Wir werden die Industrieproduktion aber mit Investitionszuschüssen und Abnahmegarantien mit in Gang bringen."

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte zuvor die Erwartung geäußert, "dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem öffentlichen Leben gehören" und etwa im Nahverkehr generell "bald zur Pflicht werden". Weil schränkte allerdings in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" ein, eine allgemeine Masken-Pflicht könne es erst geben, "sobald sie ausreichend verfügbar sind".

Einige Länder und Städte gehen voran

Am Montag tritt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zunächst in Sachsen in Kraft, ähnliche Regelungen wegen der Corona-Pandemie gelten bereits in einigen Städten, im thüringischen Jena auch am Arbeitsplatz. Ab Montag folgen etwa Hanau und Wolfsburg.

Mecklenburg-Vorpommern schreibt Masken ab dem 27. April in Verkehrsmitteln vor. Bundesweit gibt es eine "dringende Empfehlung" für das Tragen zumindest improvisierter Schutzmasken im öffentlichen Raum. Letzteres sei "eine klare Vorgabe", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in der "Passauer Neuen Presse". Vorsichtige Erleichterungen müssten mit Schutzauflagen im sozialen, öffentlichen und Geschäftsleben verbunden werden.

Gespaltenes Meinungsbild

In einer Umfrage des Instituts Civey für den Berliner "Tagesspiegel" sprachen sich 46 Prozent der Bürger für einen verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz aus. Dagegen wandten sich 40 Prozent, 14 Prozent waren unentschieden.

Die improvisierten sogenannten Community-Masken bieten ihren Trägern nur einen begrenzten Schutz, vermindern aber vor allem das Infektionsrisiko für andere. Tragen sie alle Menschen in der Öffentlichkeit, sinkt somit die Gefahr der Virus-Übertragung insgesamt. Erhältlich sind Masken derzeit vor allem in Apotheken sowie im Online-Handel, zudem gibt es zahlreiche Angebote und Bauanleitungen für Eigenproduktionen.

Quelle: ntv.de, shu/AFP