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Spezialisten statt Autozölle Altmaier bietet Trump Fachkräfte an

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Wirtschaftskraft aus Deutschland: In Tuscaloosa, Spartanburg und anderen US-Standorten sichern deutsche Autobauer amerikanische Arbeitsplätze.

(Foto: picture alliance/dpa)

Entgeht die deutsche Autoindustrie den Zollplänen des US-Präsidenten? Zum Abschluss seiner USA-Reise legt Deutschlands Wirtschaftsminister einen symbolisch aufgeladenen Zwischenstopp in Alabama ein. Mit Jobs will Altmaier versuchen, Trump zu überzeugen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat mit Blick auf den schwelenden Handelskonflikt eine Fachkräfte-Allianz mit den USA vorgeschlagen. Zum Abschluss seiner US-Reise sagte Altmaier in Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama, er glaube, dass es falsch sei, Zölle zu erhöhen.

"Deshalb habe ich Vorschläge unterbreitet jenseits von Zöllen, wie wir die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit stärken können. Ein Element davon wäre, dass wir enger im Bereich der Gewinnung von Fachkräften zusammenarbeiten."

Hintergrund ist der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften sowohl in Deutschland als auch in den USA. US-Präsident Donald Trump hatte Mitte Mai die von ihm angedrohten Sonderzölle auf Einfuhren von Autos aus der EU - die besonders deutsche Hersteller treffen würden - für ein halbes Jahr ausgesetzt. In dieser Zeit soll über ein Zollabkommen verhandelt werden. Eine engere Kooperation bei Fachkräften sei nur ein Element von mehreren Vorschlägen, betonte der CDU-Politiker. Darüber werde in den nächsten Wochen mit den Amerikanern gesprochen.

Am Standort Tuscaloosa betreibt der Stuttgarter Autobauer Daimler eines seiner wichtigsten Werke im US-Markt. Der Münchner Hersteller BMW ist gut fünf Autostunden weiter östlich im Bundesstaat South Carolina mit umfangreichen Produktionsanlagen vertreten. Beide Unternehmen zählen vor Ort jeweils zu den größten und wichtigsten Arbeitgebern. Angesichts der drohenden Anhebung der US-Einfuhrzölle auf europäische Autos hob Altmaier bei seinem Werksbesuch in Tuscoaloosa vor allem auch die Bedeutung deutscher Investitionen in den USA hervor.

Riskiert Trump US-Arbeitsplätze?

Deutsche Firmen hätten in den Vereinigten Staaten Milliarden investiert und Hunderttausende Jobs geschaffen, sagte Altmaier am letzten Tag seiner fast einwöchigen US-Reise. Statt Handelskonflikten sei mehr Kooperation notwendig, sagte er. Deutschland und die USA könnten ihre Zusammenarbeit bei der beruflichen Ausbildung verstärken.

Die republikanische Gouverneurin von Alabama, Kay Ivey, sprach sich während Altmaiers Besuch klar gegen Trumps Zollpläne aus. Ivey sagte in Tuscaloosa, ihre Aufgabe sei es, Jobs in Alabama zu schützen. Höhere Zölle könnten keine Antwort sein. Ähnlich hatten sich bereits weitere US-Politiker - auch aus den Reihen der Republikaner - geäußert.

Mercedes produziert in Tuscaloosa SUV-Baureihen vorrangig zum Export in andere Weltmärkte. Der Autobauer beschäftigt in dem Werk nach Firmenangaben rund 3800 Menschen und hat bisher rund sechs Milliarden Dollar investiert. Altmaiers Besuch des Werks dient offenkundig auch als Signal in Richtung der US-Regierung, um die Bedeutung deutscher Firmen in den USA zu unterstreichen.

Deutschlands Wirtschaftsminister hatte am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer in Washington erklärt, er halte eine Lösung in Teilbereichen des Handelskonflikts bis Ende des Jahres für möglich. Die Chancen dafür stünden bei 50:50.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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