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2018 bislang 110 Straftaten Angriffe auf Asylunterkünfte mehr als halbiert

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Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Donauwört ist mit einem Zaun und Stacheldraht geschützt.

picture alliance / Stefan Puchne

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, verzeichnen Behörden 1031 Straftaten gegen Asylunterkünfte. Seit 2015 gehen die Zahlen kontinuierlich zurück. Angriffe finden trotzdem fast jeden zweiten Tag statt. Häufigster Hintergrund: Rechtsradikalismus.

Die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte hat sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbiert. Zwischen Januar und September zählten die Behörden 110 Straftaten gegen Asylunterkünfte, wie das Bundeskriminalamt (BKA) auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mitteilte. Das waren weniger als halb so viele (44 Prozent) wie im Vorjahreszeitraum.

Damit wurde aber immer noch im Schnitt alle zweieinhalb Tage ein Angriff auf ein Asylbewerberheim verübt. Fast alle Taten - 108 von 110 - hatten dem BKA zufolge einen rechtsradikalen Hintergrund. In den meisten Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung (38), Schmierereien und Propaganda (36), sowie vereinzelt um Gewaltdelikte und Volksverhetzung.

Im gesamten Jahr 2017 hatten die Behörden 312 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert. 2016 waren es bundesweit 995 und 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, 1031. Dies könnte jedoch schlicht damit zusammenhängen, dass die Zahl an Asylanträgen seitdem drastisch zurückgegangen ist. Viele Flüchtlingsunterkünfte wurden deshalb wieder geschlossen.

2014 hatte es 199 Angriffe auf Asylunterkünfte gegeben. Damit könnte in diesem Jahr der Stand von vor der Krise wieder erreicht oder unterschritten werden.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP

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