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"Zustand des Alltagsrassismus" Angriffe auf Flüchtlinge gehen leicht zurück

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Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg (Archivbild).

picture alliance / dpa

Im ersten Halbjahr dieses Jahres zählte das Innenministerium 627 Angriffe auf Flüchtlinge sowie 77 auf deren Unterkünfte. Das sind weniger als in den vergangenen Jahren. Die Linkspartei beklagt jedoch den Alltagsrassismus und kritisiert zwei andere Parteien.

Die Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2018 zurückgegangen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums gab es bis Ende Juni 627 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb von ihren Unterkünften und 77 Attacken auf ihre Unterkünfte. Dabei wurden 120 Menschen verletzt. Dies geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitierten.

Zu den Delikten zählten demnach unter anderem gefährliche Körperverletzung, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidigung und Verstöße gegen das Waffengesetz. Im Vergleich zu den Vorjahren nahm die Zahl der Taten ab: Im ersten Halbjahr 2017 hatte es 642 Übergriffe auf Asylbewerber außerhalb von Flüchtlingsunterkünften gegeben und 153 Angriffe auf Unterkünfte. 123 Menschen wurden dabei verletzt. Im Gesamtjahr 2017 wurden Flüchtlinge und ihre Unterkünfte in mehr als 2200 Fällen angegriffen, 2016 waren es noch mehr als 3500.

"Auch wenn ich mich generell über den Rückgang der Zahlen seit 2016 freue, ist das ein unerträglicher Zustand des Alltagsrassismus und rechter Gewalt", sagte die Linke-Innenexpertin Ulla Jelpke den Funke-Zeitungen. Sie führte die fortbestehenden Angriffe auch auf politische Stimmungsmache gegen Flüchtlinge zurück und kritisierte dabei insbesondere AfD und CSU.

Die Zahlen zeigten, dass die "alltägliche Hetze gegen Geflüchtete" konkrete Auswirkungen habe, erklärte Jelpke. Die AfD nehme diese Konsequenz ihrer Hetze offenbar ungerührt in Kauf. "Aber auch die CSU und Innenminister Seehofer sollten zur Kenntnis nehmen, dass die einseitig negative Thematisierung von Zuwanderung für die betroffenen Menschen gravierende Auswirkungen hat", mahnte die Linken-Abgeordnete.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa

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