Politik

Vorwürfe gegen bulgarische Polizei Ansbach-Attentäter klagte über Schläge

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Im mittelfränkischen Ansbach sitzt der Schock nach dem Anschlag noch tief.

(Foto: dpa)

Nach dem Selbstmordanschlag in Ansbach taucht ein Brief auf, den der Attentäter selbst verfasst haben soll. Darin erhebt er Vorwürfe gegen die bulgarische Polizei. Er sei auf seiner Flucht misshandelt worden - und habe sich deshalb gegen seine Abschiebung gewehrt.

Vor seiner Tat hat der Selbstmordattentäter von Ansbach in einem Brief von Misshandlungen in einem Gefängnis in Bulgarien berichtet. Aus diesem Grund habe er nicht in das Land zurückgehen wollen, das ihm 2013 einen Schutzstatus gewährt hatte und in das er von Deutschland aus abgeschoben werden sollte. In dem Schreiben, das dem Nürnberger Bundestagsabgeordneten Harald Weinberg (Linke) von Flüchtlingshelfern aus Ansbach übergeben wurde, berichtete der 27-jährige Syrer, er sei von der bulgarischen Polizei geschlagen worden, weil er seine Fingerabdrücke nicht abgeben wollte. Zudem habe die dortige Polizei ihn zwei Monate lang in einer Einzelzelle festgehalten.

Auch eine medizinische Behandlung sei dem Mann verwehrt worden, obwohl er bei einem Raketenangriff auf sein Haus im syrischen Aleppo verletzt worden sei. "Einige Metallsplitter befanden sich in meinen Armen und Beinen", soll der Syrer geschrieben haben. Seine Frau und sein Kind seien bei dem Angriff ums Leben gekommen. Laut dem Schreiben kam er am 16. Juli 2013 über die türkische Grenze nach Bulgarien und setzte danach seinen Weg durch Serbien fort. Dort sei er von Polizisten gestoppt und nach Bulgarien zurückgebracht worden.

Weiter berichtet er, dass er nach dem Gefängnisaufenthalt in einem Flüchtlingscamp in Sophia untergebracht worden sei. Eine Hilfsorganisation habe ihn zum Arzt geschickt und dieser ihn dann ins Krankenhaus. Doch eine Operation sei in Bulgarien nicht möglich gewesen, heißt es in dem Brief weiter. Daher sei er mit dem Flugzeug nach Österreich gereist.

"Nun suche ich in Deutschland Schutz"

Nach seiner Festnahme sei er dort ins Krankenhaus gekommen, wo er operiert wurde. "Jedoch wollten mich die Behörden noch vor Beendigung aller Operationen wieder nach Bulgarien abschieben. Deswegen sah ich mich auch gezwungen, Österreich zu verlassen. Und suche nun in Deutschland Schutz." Ob die Schilderungen in dem Brief echt sind, ist nicht gesichert. Sie beruhen allein auf den Aussagen des Flüchtlings, der bei dem Selbstmordattentat am vergangenen Sonntagabend getötet wurde.

Der 27-Jährige hatte in der mittelfränkischen Stadt vor einem Lokal eine Bombe gezündet, die er in einem Rucksack bei sich trug. 15 Menschen wurden verletzt. Zuvor war ihm der Zutritt zu einem Konzert verweigert worden, weil er keine Eintrittskarte hatte. In einem Video bekannte sich der Mann zur Terrormiliz Islamischer Staat.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP