Politik

"Kampfansage" an Italiens Rechte Sea Watch entsendet neues Rettungsschiff

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Das neue Rettungsschiff "Sea Watch 5" soll "schneller, größer und effizienter sein als ihre Vorgängerinnen. (Foto: "Sea Watch 3")

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Italiens Wahlsiegerin Giorgia Meloni kündigt eine harte Hand gegen Mittelmeer-Migranten an. Sea Watch reagiert mit der Entsendung eines neuen Schiffs in die Region. Das sei besser gegen "Abschreckungsversuche" gerüstet, als ihre Vorgängerinnen.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch hat angekündigt, ein neues Rettungsschiff ins zentrale Mittelmeer entsenden zu wollen. Die "Sea Watch 5" sei "schneller, größer und effizienter als ihre Vorgängerinnen", hieß es in einer Mitteilung. Die Organisation reagiert damit nach eigenen Angaben auch auf den Rechtsruck bei der Parlamentswahl in Italien. "Statt 'Mutter, Italienerin, Christin', sagen wir, 'Seenotrettung, Menschenrechte, Sea-Watch 5'", erklärte Sea-Watch-Vorstand Johannes Bayer mit Verweis auf die Selbstbezeichnung der Rechtsaußen-Wahlsiegerin Giorgia Meloni.

Die Hilfsorganisation nannte das neue Schiff eine "Kampfansage an den Rechtsruck in Italien". Stimmen für Melonis Partei Fratelli d'Italia (FDI) und ihr Bündnis seien auch Stimmen "für eine illegitime Einschränkung des Rechts auf Asyl und Migration" gewesen, hieß es in der Mitteilung. Das neue Schiff, das bisher unter dem Namen "Ocean Don" gefahren sei, habe eine Länge von 58 Metern und sei "besser gerüstet" gegen "Abschreckungsversuche" als seine Vorgängerinnen.

Als finanzielle Unterstützer wurde neben zahlreichen Privatpersonen auch das Bündnis "United4Rescue" genannt. Die stellvertretende Vorsitzende Liza Pflaum erklärte, dass mit dem neuen Bündnisschiff "der tödlichen Abschottungspolitik der EU-Staaten ein starkes Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit" entgegengesetzt werde.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzte im August die Zahl der Toten und Vermissten auf der Fluchtroute über das Mittelmeer seit Jahresbeginn auf mehr als 1100 Menschen, davon mehr als 900 im zentralen Mittelmeer. Diese Route von Nordafrika nach Europa gilt als gefährlichste Migrationsroute der Welt.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 27. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, vmi/AFP

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