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Linke fordert höheren Mindestlohn "Arm trotz Arbeit" nimmt zu

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Ein Sozialkaufhaus der Diakonie in Rostock.

dpa

Ein Job bedeutet für viele Menschen in Deutschland nicht länger finanzielle Absicherung. Einem Bericht zufolge ist inzwischen jeder zehnte Arbeitnehmer von Armut bedroht. Vor allem befristet Beschäftigte sind gefährdet.

In Deutschland droht immer mehr Menschen die Armut, selbst wenn sie einen Arbeitsplatz haben: Fast jeder zehnte Beschäftigte sei 2015 von Armut bedroht gewesen, berichtet die "Passauer Neue Presse". Zwischen 2005 und 2015 sei diese Quote von 5,5 Prozent auf 9,7 Prozent gestiegen. Die Zahlen stammen von der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Die Bundestagsfraktion der Linken hat sie ausgewertet.

Für Vollzeitbeschäftigte stieg das Armutsrisiko gegenüber 2006 von 4 auf 7,1 Prozent, geht dem Bericht zufolge weiter aus den Zahlen hervor. Am höchsten sei das Risiko für befristet Beschäftigte: Fast ein Fünftel - 18,1 Prozent - sei von Armut bedroht.

"Nach wie vor sind viel zu viele Menschen in Deutschland arm trotz Arbeit", sagte Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann der Zeitung. Die Bundesregierung versage hier auf ganzer Linie. Die Linken-Politikerin forderte die Erhöhung des Mindestlohns von derzeit 8,50 auf 12 Euro pro Stunde. Überdies müsse die Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit abgeschafft werden.

Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügt. In Deutschland lag die Schwelle 2015 bei einem Jahresnettoeinkommen von 12.401 Euro für eine Einzelperson.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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