Politik

"Unausweichliches Schicksal" Armee rät Aleppos Bewohnern zur Flucht

e3a480e590935034c1d3812f33c7dd88.jpg

Viele Teile von Aleppo liegen komplett in Trümmern.

(Foto: REUTERS)

Mit aller Gewalt gegen die Rebellen: Die syrische Armee fordert Bewohner im Osten Aleppos dazu auf, die Stadt zu verlassen. Offenbar plant Assad ein Vorgehen, das auf Zivilisten keine Rücksicht nehmen wird.

Die syrische Armee hat Rebellen und Bewohner von Ost-Aleppo zum Verlassen der Metropole aufgerufen. Alle, die bleiben, würden sich ihrem "unausweichlichen Schicksal" ergeben, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Die Versorgungswege der Rebellen im Norden der Stadt seien abgeschnitten worden. Zudem habe das Militär Kenntnis über sämtliche Rebellenstellungen und Waffenlager in der Stadt.

Das syrische Militär treibt seit Tagen mit russischer Unterstützung eine Großoffensive in Aleppo voran. Am Mittwoch kündigte die Heeresleitung staatlichen Medien zufolge an, aus humanitären Gründen die Angriffe auf den Osten der Stadt zurückzufahren. Die genauen Hintergründe der überraschenden Ankündigung blieben unklar. Die Armeeführung in Damaskus verwies auf die "Erfolge unserer Streitkräfte in Aleppo". Unklar ist auch, ob Syriens Verbündeter Russland seine Luftangriffe ebenfalls reduziert.

Auf Diplomatieebene kam inzwischen wieder Bewegung in dem Syrien-Konflikt. Zwei Tage nach dem Abbruch der Syrien-Gespräche nahmen die Außenminister der USA und Russlands wieder Kontakt auf - die beiden telefonierten miteinaner. Das Gespräch zwischen Kerry und Lawrow bedeute jedoch kein schnelles Einlenken der US-Regierung, die bilateralen Gespräche über den Konflikt in Syrien blieben weiterhin ausgesetzt, betonte ein Sprecher in Washington. Seinen Angaben zufolge führte Kerry auch Gespräche mit seinen Kollegen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, der Türkei und in Katar sowie mit Vertretern der EU.

Attentäter tötet 20 Menschen

Derweil sind bei einem Anschlag in der syrischen Grenzstadt Atmah Aktivisten zufolge mindestens 20 Rebellenkämpfer getötet worden. Es gebe zudem mehr als 20 Verletzte, meldet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nach ersten Informationen habe sich ein Selbstmordattentäter am Grenzübergang zur Türkei in die Luft gesprengt.

Der Islamische Staat übernahm die Verantwortung für den Anschlag. Ein Attentäter habe sich mit einem Fahrzeuge in die Luft gesprengt, berichtete das IS-Sprachrohr Amak im Internet. Den Menschenrechtlern zufolge kam es zu der Explosion, als sich Kämpfer der Regimegegner an der Grenze zu einer Wachablöse versammelt hatten. Atmah im Nordwesten Syriens steht unter Kontrolle von Regimegegnern. Der Grenzübergang ist für die Versorgung von Rebellengebieten im Nordwesten des Bürgerkriegslandes wichtig. Bereits im August waren bei einem Selbstmordanschlag in Atmah mehr als 30 Rebellen getötet worden. Auch damals übernahm der IS die Verantwortung.

Quelle: ntv.de, fma/rts/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen