Politik

Bodenoffensive läuft Assad-Truppen rücken in Ost-Ghuta vor

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Syrische Soldaten in einem von ihnen eroberten Teil Ost-Ghutas.

(Foto: imago/Xinhua)

Nach den heftigen Luftangriffen mit vielen Toten sucht das syrische Regime in Ost-Ghuta jetzt die Entscheidung. Regierungseinheiten beherrschen bereits ein Drittel der Enklave. Derweil wollen die Rebellen Zivilisten das Verlassen des umkämpften Gebiets erlauben.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben Beobachtern zufolge mehr als ein Drittel der umkämpften Rebellen-Enklave Ost-Ghuta unter ihre Kontrolle gebracht. Seit Beginn der Luftangriffe auf das Gebiet vor zwei Wochen seien mehr als 700 Menschen getötet worden, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad hatten ihre Bodenoffensive zur Rückeroberung vor einer Woche begonnen.

Erstmals seit Beginn der syrischen Offensive in Ost-Ghuta ist dort ein internationaler Hilfskonvoi eingetroffen. Die Fahrzeugkolonne von UN und Rotem Kreuz passierte einen Kontrollpunkt der syrischen Armee. UN-Vertreter Ali al-Satari, der den Konvoi begleitet, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es werde mehrere Stunden dauern, die Lastwagen zu entladen. Möglicherweise könnten sie erst nach Einbruch der Nacht die Enklave wieder verlassen. Zugleich äußerte er sich besorgt wegen der anhaltenden Kämpfe. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Militär gemeldet, die Rebellen hätten im Gegenzug für Hilfslieferungen zugesichert, Zivilisten das Verlassen des Gebiets zu gestatten.

Ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte, die syrischen Behörden hätten den größten Teil der medizinischen Güter des Hilfstransportes zurückgehalten. Unter anderem seien chirurgische Instrumente, Insulin und Dialyse-Ausrüstungen von den Fahrzeugen entfernt worden. Nach Sataris Worten waren die Hilfsgüter ursprünglich für 70.000 Menschen bestimmt gewesen. Die übrig gebliebene Menge reiche nur noch für 27.500 Personen. "Der Konvoi ist nicht ausreichend", sagte er.

Moskau verkündet Feuerpause

Russland, das mit der syrischen Führung verbündet ist, hatte zuvor eine Feuerpause ausgerufen. Moskau warf den Rebellen zugleich aber vor, Bewohner am Verlassen des Gebietes zu hindern. Ost-Ghuta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus ist eines der letzten größeren Rückzugsgebiete der Aufständischen. Es wird von islamistischen Rebellengruppen kontrolliert. Rund 400.000 Menschen sind dort seit Jahren eingeschlossen.

Seit Mitte Februar fliegen syrische Kampfflugzeuge mit russischer Unterstützung heftige Luftangriffe auf Ost-Ghuta. Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende Februar eine Resolution für eine einmonatige Waffenruhe in Syrien verabschiedet, die jedoch nicht umgesetzt wurde.

Quelle: n-tv.de, lsc/wne/rts/AFP/dpa

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