Politik

Interview mit Athener Zeitung Assad spricht von neuem "Weltkrieg"

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Assad im Gespräch mit dem Chefredakteur der griechischen Zeitung.

(Foto: AP)

Nur selten hört man Worte von Syriens Staatschef Assad. Nun gibt er einer griechischen Zeitung ein ausführliches Interview. Darin dementiert er erneut den Einsatz von Chemiewaffen, spricht aber auch über die Möglichkeit, dass der Konflikt eskalieren könnte.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad ist der Ansicht, dass in seinem Land ein Weltkrieg stattfindet, der aber andere Merkmale als die beiden früheren habe. "Er ist vielleicht kein voller Dritter Weltkrieg. Dennoch ist es bereits ein Weltkrieg, (der auf einer) anderen Art als der Erste und der Zweite (Weltkrieg) stattfindet", sagte Assad in einem Interview der konservativen Athener Zeitung "Kathimerini". Es sei definitiv kein Kalter Krieg mehr.

Er äußerte die Hoffnung, dass es in seinem Land zu keiner direkten Konfrontation zwischen Russland und den USA komme. Dann würde nach Assads Ansicht die Situation "auf der ganzen Welt außer Kontrolle geraten". Die Agenda von einigen Kräften in den USA habe immer darin bestanden, einen neuen Konflikt mit Russland zu schaffen. Nur die "Weisheit" Russlands habe bisher verhindert, dass sie damit Erfolg hätten.

Der syrische Machthaber dementierte erneut, dass seine Streitkräfte chemische Waffen gegen Oppositionelle eingesetzt hätten. Seit 2013 verfüge Syrien nicht mehr über ein chemisches Arsenal. Assad argumentierte außerdem, dass es nicht im Sinne seines Regimes gewesen sein könne, zu diesem Mittel am Ende einer Schlacht zu greifen. Er bezweifelte zudem, dass es überhaupt zum Einsatz von Chemiewaffen gekommen sei und zeichnete das Bild eines Propagandamanövers.

Feind und Freund

Ein Treffen mit dem Präsidenten der USA nach dem Muster des geplanten Treffens von Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un lehnte Assad ab. "Ich glaube nicht, dass wir in dieser Zeit etwas mit dieser Regierung (Trump) erzielen können", sagte Assad. Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan warf Assad vor, mit islamischen Extremisten zu sympathisieren. "Erdogan unterstützt die Terroristen. Er schlägt sich an die Seite der Muslimbrüder", sagte Assad.

Auf die Frage, ob er zum Rücktritt bereit wäre, um sein Land zu befrieden, meinte Assad, er würde dies nur dann tun, wenn er "das Gefühl" bekommen sollte, dass das syrische Volk gegen ihn sei. Er habe früher bereits gesagt, dass es ohne Einmischung von außen ein Jahr dauern werde, um die "Stabilität in Syrien" wiederherzustellen. Daran habe er nach wie vor keine Zweifel. Er hoffe, dass es bald gelinge, "Syrien unter der Kontrolle der Regierung" wiederzuvereinigen. Als Verbündete nannte Assad Russland, den Iran und China.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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