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"Bis Ende der Woche" Astrazeneca-Zulassung laut EMA in Sicht

Die Bewertung des Astrazeneca-Impfstoffs befinde sich in der Endphase, sagte EMA-Chefin Cooke im Gesundheitsausschuss des Europaparlaments.

Die Bewertung des Astrazeneca-Impfstoffs befinde sich in der Endphase, sagte EMA-Chefin Cooke im Gesundheitsausschuss des Europaparlaments.

(Foto: REUTERS)

Das Astrazeneca-Vakzin scheint bei Senioren weniger gut zu wirken als bei jüngeren Geimpften. Laut der Chefin der EU-Arzneimittelbehörde EMA ist eine Zulassung für eine bestimmte Altersgruppe möglich, festlegen möchte sie sich aber noch nicht. Die Zulassungsprüfung soll bis Freitag abgeschlossen sein.

Die Chefin der EU-Arzneimittelbehörde EMA, Emer Cooke, hat sich zuversichtlich gezeigt, die Zulassungsprüfung für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca "bis Ende der Woche" abzuschießen. Die Bewertung befinde sich in der Endphase, sagte Cooke heute im Gesundheitsausschuss des Europaparlaments. Sie bestätigte, dass sich bisherige Daten des Unternehmen nur auf "eine sehr kleine Zahl" älterer Testpersonen bezögen, ließ aber offen, ob dies Auswirkungen auf den Umfang der Zulassung haben könnte.

Die Experten der Behörde und der Mitgliedstaaten bewerteten die Gesamtheit der Daten für die Zulassung, betonte Cooke. Dabei werde auch einbezogen, "was verfünftigerweise bei Bevölkerungsgruppen erwartet werden kann, die noch nicht untersucht wurden". Dies sei "ein normaler Prozess".

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Auf eine Frage zu verschiedenen Optionen bei der Zulassung, sagte Cooke, eine Beschränkung auf bestimmte Altersgruppen sei theoretisch möglich. "Es ist möglich, eine Zulassung abzuschließen, die sich auf eine bestimmte Altersgruppe konzentriert, oder es ist möglich, eine Zulassung für eine breitere Altersgruppe abzuschließen." Sie könne dem Ergebnis aber nicht vorgreifen.

Heute hatten deutsche Medienberichte damit für Aufregung gesorgt, dass die EU den Impfstoff wegen angeblich extrem niedriger Wirksamkeit bei Senioren nur für Menschen unter 65 Jahren zulassen könnte. Über die Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs will die EU am Freitag entscheiden. Es wäre der dritte Impfstoff nach den Wirkstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna, der auf den Markt kommen dürfte.

EU-Kommission bestellte laut Astrazeneca zu spät

Daneben sorgen auch Lieferverzögerungen bei dem Impfstoff für Streit zwischen dem Pharmakonzern und der EU-Kommission. Der Chef von Astrazeneca sieht den langsamen Vertragsabschluss als Grund für Lieferengpässe. "Wir sind in Europa jetzt zwei Monate hinter unserem ursprünglichen Plan. Wir hatten auch Anfangsprobleme in Großbritannien. Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen. Wir hatten dort drei Monate mehr Zeit, um Pannen zu beheben", sagte Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot der "Welt".

Sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Mengen Impfstoff verpflichtet. AstraZeneca habe eine "Best effort"-Vereinbarung mit der Europäischen Union abgeschlossen. "Der Grund war, dass Brüssel mehr oder minder zum selben Zeitpunkt beliefert werden wollte wie die Briten - obwohl die drei Monate früher unterzeichnet hatten. Darum haben wir zugesagt, es zu versuchen, uns aber nicht vertraglich verpflichtet", so Soriot und fügte hinzu: "Vergessen Sie nicht: Wir entwickeln den Impfstoff gemeinnützig, wir verdienen damit kein Geld. Ich denke, wir behandeln Europa wirklich fair."

Quelle: ntv.de, ysc/AFP/rts