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Höhere Überweisungen möglich Athen lockert Finanzkontrollen

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Nachdem Griechenlands Banken wieder aufgemacht haben, fallen nun weitere Einschränkungen im Finanz-Bereich.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für das Bankensystem in Griechenland sind die Kapitalverkehrskontrollen überlebenswichtig. Jetzt fährt die Regierung sie langsam wieder runter. Viele Beschränkungen fallen weg. Das kommt auch Unternehmen im Ausland entgegen.

Athen hat die Finanzbeschränkungen für Unternehmen und ins Ausland reisende Griechen nach knapp vier Wochen gelockert. Somit können Unternehmen wieder Zahlungen im Ausland leisten und Griechen bei Reisen ab sofort 2000 statt bislang 1000 Euro mitnehmen. Reedereien sei es zudem gestattet, bis zu 50.000 Euro pro Tag abzuheben, teilte das Finanzministerium mit.

Außerdem erhöhte die griechische Zentralbank das Limit für Unternehmen bei Auslandsüberweisungen von 50.000 auf 100.000 Euro. Wegen der Finanzkontrollen mussten sich die Firmen bislang eine Genehmigung holen, wenn sie das Limit überschreiten wollten. Die Änderungen deckten somit 70 Prozent der Transaktionen ab, sagte Notenbankchef Ioannis Stournaras.

Griechenland hatte die Kapitalverkehrskontrollen am 29. Juni auf Druck der Geldgeber eingeführt, um sein Finanzsystem zu stabilisieren und seinen angeschlagenen Banken etwas Luft zu verschaffen. Am Montag öffneten nach drei Wochen wieder die Banken in Griechenland, nachdem die Europäische Zentralbank zuvor die Nothilfen für die griechischen Geldhäuser erhöht hatte.

Streit um Privatisierungen

Für neuen Zündstoff könnte derweil eine Ankündigung des Energieministers Panos Skourletis sorgen. Er erklärte in einem Interview mit der Wochenzeitung "Agora", dass sein Land nach Alternativen zu den geplanten Privatisierungen im Energiesektor suche. Wegen der strategischen Bedeutung sollte der Netzbetreiber Admie in staatlichen Händen bleiben. Er lehne auch eine Privatisierung der Energiefirma PPC ab. Beide seien "unbezahlbar", sagte Skourletis.

In den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern über die Gewährung eines dritten Hilfspakets hatte die Regierung in Athen versprochen, Admie zu verkaufen. Allerdings wurde vereinbart, darauf zu verzichten, wenn andere Maßnahmen zu mehr Wettbewerb im Markt führten.

Das neue Hilfsprogramm zwischen Griechenland und den Gläubigern sieht einen Privatisierungsfonds im Umfang von 50 Milliarden Euro vor, 12,5 Milliarden davon soll die Regierung für Investitionen einsetzen können. Mit weiteren 12,5 Milliarden Euro sollen Schulden gesenkt werden.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/rts

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