Politik

Bestechung von Politikern? Athen weist russische Diplomaten aus

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Im Namensstreit mit Mazedonien hatte es immer wieder Proteste gegeben.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Nach 27 Jahren ist der Namensstreit zwischen Griechenland und Mazedonien gerade beendet, da keimen neue Vorwürfe auf: Um eine Beilegung des Konflikts zu verhindern, sollen russische Diplomaten griechische Politiker und Kirchenvertreter bestochen haben.

Griechenland weist zwei russische Diplomaten aus, denen Bestechung von Kirchenvertretern und Politikern vorgeworfen wird. Zudem sei die Einreise zweier weiterer russischer Diplomaten unerwünscht, berichtete die Athener Zeitung "Kathimerini" weiter. "Es hat Verhaltensweisen gegeben, die geeignete Maßnahmen notwendig machen", erklärte dazu der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos im griechischen Nachrichtensender Skai. Weitere Details nannte er nicht.

Die Diplomaten hätten versucht, mit Geld Einfluss auf orthodoxe Bischöfe, auf Bürgermeister und andere Institutionen in Griechenland zu nehmen, so "Kathimerini". Hauptziel dieser Diplomaten sei gewesen, die Beilegung des Streits zwischen Athen und Skopje um den Namen Mazedoniens zu verhindern, berichtete das Blatt. Russischen Medien zufolge ließ das russische Außenministerium verlauten, es werde wie schon in ähnlichen Fällen eine angemessene Antwort aus Moskau folgen.

Die USA und auch die EU dringen seit Jahren auf eine Lösung und einen baldigen Beitritt Mazedoniens in die Nato, um Russlands Einflussmöglichkeiten in Mazedonien einen Riegel vorzuschieben. Skopje und Athen hatten im Juni nach 27 Jahren ihren Namensstreit beigelegt. Mazedonien soll künftig seinen Namen auf "Nord-Mazedonien" ändern. Damit soll eine Verwechselung mit der nordgriechischen Provinz Mazedonien verhindert werden. Als Gegenleistung will Athen seine bisherige Blockade einer Annäherung Skopjes an die EU und den Beitritt zur Nato aufgeben.

Quelle: ntv.de, lri/dpa