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"Zutiefst beunruhigend" Atombehörde: Nordkorea reaktiviert Reaktor

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Der Atomkomplex Yongbyon im Jahr 2013.

(Foto: REUTERS)

Laut der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA nutzt Nordkorea wieder den Reaktor seiner Atomanlage Yongbyon. Die Experten befürchten, dass die Einrichtung atomwaffenfähiges Material herstellt. Bereits vor zwei Monaten gab es Hinweise auf ein Hochfahren der Anlage.

Nordkorea hat offenbar den Reaktor der Atomanlage in Yongbyon zur Herstellung von atomwaffentauglichem Material wieder in Betrieb genommen. "Seit Anfang Juli 2021 gibt es Anzeichen, einschließlich des Abflusses von Kühlwasser, die mit dem Betrieb des Reaktors in Einklang stehen", schrieb die UN-Atomaufsichtsbehörde IAEA in ihrem Jahresbericht über den Fünf-Megawatt-Reaktor. "Die jüngsten Anhaltspunkte sind zutiefst beunruhigend."

Bereits im Juni hatte die internationale Atomaufsichtsbehörde erklärt, dass es in Yongbyon Hinweise auf ein Wiederanfahren des Reaktors zur Abtrennung von Plutonium aus verbrauchtem Reaktorbrennstoff gebe, das für Atomwaffen verwendet werden könnte. Die IAEA hat keine direkte Möglichkeit zur Überwachung von Nordkoreas Atomaktivitäten, seit die Regierung in Pjöngjang die Inspektoren 2009 des Landes verwiesen hat. Die IAEA beobachtet Nordkorea nun aus der Ferne, hauptsächlich mithilfe von Satellitenbildern.

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Die Demontage von Yongbyon war eines der zentralen Themen des Gipfeltreffens des damaligen US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor zwei Jahren in Vietnams Hauptstadt Hanoi. Trump brach das Treffen damals vorzeitig ab, weil Kim nach seiner Darstellung nicht zu hinreichenden Zugeständnissen zu Yongbyon bereit war. Bei ihrem ersten Gipfel im Juni 2018 in Singapur hatten Trump und Kim die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel als Ziel vereinbart. Konkrete Ergebnisse hatten aber weder die folgenden Gespräche beider Seiten noch der zweite Gipfel in Vietnam erbracht.

Auch der amtierende US-Präsident Joe Biden will nach eigenen Worten mit Diplomatie auf eine atomare Abrüstung des Landes hinarbeiten. Bisher hat er keine Bereitschaft zu erkennen gegeben, Sanktionen gegen Nordkorea aufzuheben. Internationale Strafmaßnahmen haben mit dazu beigetragen, dass das Land Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln hat. Grund für die Engpässe ist aber auch die Corona-Politik des Landes, die besondere Beschränkungen an den Grenzen umfasst.

Quelle: ntv.de, jpe/rts

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