Politik

Pjöngjang gibt USA Schuld Atomgespräche in Schweden scheitern

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Die Gespräche fanden im Konferenzzentrum Villa Elfvik Strand auf einer Insel in Stockholm statt.

(Foto: REUTERS)

Noch am Tage ihres Beginns scheitern die neuen Atomgespräche zwischen den USA und Nordkorea in Schweden. Die Delegation aus Pjöngjang gibt des Amerikanern die Schuld, diese hätten die Erwartungen nicht erfüllt.

Die jüngste Runde der Atomgespräche zwischen Nordkorea und den USA ist nach Angaben des nordkoreanischen Verhandlungsführers gescheitert. Schuld seien die USA, sagte Unterhändler Kim Myong Gil in Stockholm. Die Gespräche hätten die "Erwartungen" Pjöngjangs nicht erfüllt und keinerlei Fortschritte gebracht. Washington habe in den Verhandlungen an seiner "üblichen Haltung" festgehalten. Nun liege es an Washington, den Dialog wiederaufzunehmen.

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Der nordkoreanische Gesandte Kim Myong Gil hatte vor dem Treffen von "großen Erwartungen" gesprochen.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Beide Länder hatten ihre Gespräche erst am Samstag wieder aufgenommen. Die schwedische Außenministerin Ann Linde schrieb auf Twitter, es sei ermutigend, dass Delegationen der beiden Staaten momentan in Schweden seien, um Gespräche auf Arbeitsebene zu führen.

Kurz zuvor hatte sich auch US-Außenminister Mike Pompeo noch zuversichtlich gezeigt, dass die Gespräche Fortschritte bringen könnten. Dieser erste Austausch solle nach langer Pause die Grundlage für Verhandlungen "in den kommenden Wochen und Monaten" bilden, um nachhaltige Fortschritte zu erreichen, sagte er während eines Besuchs in Griechenland.

Dem renommierten Nordkorea-Experten Ankit Panda zufolge deutete der schnelle Abbruch der Verhandlungen nun darauf hin, dass Nordkorea vergeblich Zugeständnisse der USA bei der Aufhebung von Sanktionen erwartet habe. Damit stünden die Zeichen nun wieder auf Eskalation, warnte er auf Twitter. "Erwarten Sie mehr Raketen-Tests", schrieb er.

Kritik an Trumps Strategie

Die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea kommen seit Monaten nicht von der Stelle. Ein Gipfeltreffen in Hanoi im Februar hatten US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un ergebnislos abgebrochen. Ende Juni trafen sich Trump und Kim in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Dabei einigten sie sich auf eine Fortsetzung der Gespräche auf Arbeitsebene.

Die USA und westliche Verbündete fordern eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und eine Einschränkung der Raketen- und Waffenprogramme des ostasiatischen Landes. Nordkorea hat grundsätzlich den Willen zur Abrüstung bekundet, besteht aber vor weiteren Zugeständnissen auf einer schrittweisen Aufhebung der Sanktionen. Nordkorea verfügt Experten zufolge über erste Atomwaffen und treibt die Entwicklung ballistischer Raketen weiter voran. Solche Raketen können mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden.

Trumps Verhandlungsstrategie hat auch viele Kritiker, die argumentieren, Kim spiele nur auf Zeit, um sein Atomwaffenarsenal zu verbessern. Der kürzlich von Trump entlassene nationale Sicherheitsberater John Bolton etwa hatte am Montag erklärt, Nordkorea werde trotz Gipfeltreffens und Verhandlungen sein Atomwaffenprogramm "nie freiwillig aufgeben".

Nordkorea hatte zuletzt mehrere Kurz- und Mittelstreckenraketen getestet. Erst am Mittwoch testete das Land nach eigenen Angaben eine neuartige ballistische Rakete vom Typ Pukguksong-3, die von einem U-Boot abgefeuert worden sein soll. Das wäre ein bedeutender Fortschritt für Nordkoreas Waffenprogramm. Das US-Militär bestritt indes, dass die Rakete von einem U-Boot abgefeuert wurde.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa

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