Politik

Moskau nimmt Paris in Pflicht Attacken auf russische Vertretungen in Paris und Dublin

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Während in Paris ein Brandsatz geworfen wurde, durchbrach in Dublin ein Lastwagen ein Botschaftstor.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

In mehreren europäischen Hauptstädten ereignen sich Angriffe auf russische Vertretungen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums fordert besseren Schutz durch Frankreich. Ein Video aus Dublin zeigt indessen eine Attacke samt einer hämischen Reaktion, die dem Frieden wohl nicht dient.

Nach einem Angriff auf ein russisches Kulturzentrum in Paris hat Russland einen "angemessenen" Schutz seiner diplomatischen Vertretungen in Frankreich gefordert. "Wir verlangen von den französischen Behörden, dass sie für eine angemessene Sicherheit unserer offiziellen Vertretungen sorgen", erklärte die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, im Onlinedienst Telegram. Dazu lud sie das Video einer Überwachungskamera hoch, das die Attacke zeigen soll.

Unbekannte hatten in der Nacht zum Montag nach Polizeiangaben einen Brandsatz gegen den Zaun vor dem Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur im Westen der französischen Hauptstadt geworfen. Verletzt wurde demnach niemand, es entstand geringer Sachschaden. Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte mit, dass Ermittlungen eingeleitet worden seien.

In Dublin durchbrach ein Lastwagen indessen vermutlich aus Protest gegen den russischen Angriff auf die Ukraine das Tor der russischen Botschaft. Der Fahrer wurde festgenommen, wie der irische Sender RTÉ am Montag berichtete. Der Mann habe das Fahrzeug im Rückwärtsgang gegen den Eingang zum Gelände in der irischen Hauptstadt gesteuert, sei ausgestiegen und habe Fotos mutmaßlicher Kriegsopfer verteilt. Die russische Botschaft verurteilte den Vorfall als einen "kriminellen Akt, der sich gegen eine friedliche diplomatische Mission richtete". Die Tat habe unter den Augen untätig zusehender Polizisten stattgefunden.

Ein Video zeigt das Durchbrechen des Tors. Zu hören ist dabei nicht nur das Krachen, sondern auch menschliches Lachen.

Seit Tagen Proteste in Dublin

Auch vor der Botschaft in Dublin kommt es seit Tagen zu Protesten gegen den russischen Angriffskrieg, der täglich viele Tote fordert. Am Montag kamen ukrainischen Angaben zufolge etwa dreizehn Zivilisten bei einem russischen Angriff auf eine Brotfabrik ums Leben, nachzulesen im ntv-Ukraine-Ticker.

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Der Fahrer des Lastwagen in Dublin verteilte Berichten zufolge Bilder von ukrainischen Kriegsopfern.

(Foto: picture alliance / empics)

In ihren Ausführungen zum Brandsatz in Paris erklärte die russische außenpolitische Sprecherin weiter: "Russische Vertretungen in der Ukraine wurden vor 2022 regelmäßig Ziel dieser Art von Attacken", so Sacharowa. Daher dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, "dass solche extremistischen Handlungen Ausdruck eines 'gerechten Zorns' im Zusammenhang mit dem russischen militärischen Sondereinsatz sind".

Das Russische Haus kündigte auf seiner Website an, dass geplante Veranstaltungen verschoben würden und die Einrichtung "vorübergehend geschlossen" sei. Auf ihrer Facebook-Seite beklagte die Einrichtung westliche "Fake News" in Bezug auf die Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt sowie "russlandfeindliche Aggressionen".

Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine haben zehntausende Menschen in Frankreich und anderen westlichen Ländern gegen Russland protestiert und ein Ende der russischen Angriffe in der Ukraine gefordert.

Moskau spricht hingegen von einem "militärischen Sondereinsatz" und fordert einen "neutralen" Status für die Ukraine sowie die "Entmilitarisierung" des Landes. Die Regierung in Kiew lehnt diese Forderungen als inakzeptabel ab.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/AFP

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