Politik

Erfolgreiches Referendum Auslandstürken tragen Erdogan zum Sieg

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Auch in Berlin feierten viele Türken das erfolgreiche Referendum.

(Foto: dpa)

Wahlkampfauftritte türkische Politiker treiben die EU Anfang des Jahres zur Weißglut. Doch der Ärger scheint sich für den türkischen Präsidenten gelohnt zu haben: In Deutschland, Österreich und anderen EU-Staaten erhält seine Verfassungsreform deutlich mehr Zustimmung als in der Heimat.

In Deutschland hat das angestrebte Präsidialsystem von Staatschef Recep Tayyip Erdogan beim Referendum viel mehr Zustimmung erfahren als in der Türkei selbst. Fast zwei Drittel der Türken in Deutschland haben der Verfassungsänderung zugestimmt. Nach Auszählung fast aller Stimmen aus dem Ausland waren der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge waren es 63,1 Prozent.

In Österreich lag die Zustimmung mit 73,5 Prozent noch höher. In den Niederlanden konnten die Unterstützer des Präsidialsystems 71 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Auf den höchsten Wert in Europa kam Belgien mit 75,1 Prozent Ja-Stimmen. In der Schweiz blieb das Ja-Lager dagegen mit 38 Prozent klar in der Minderheit.

Fast 60 Prozent in Europa

Besonders mit Deutschland und den Niederlanden hatte der Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder Anfang des Jahres für schwere Verwerfungen mit Ankara geführt. Erdogan hatte beiden Ländern "Nazi-Methoden" vorgeworfen.

Nach den Zahlen von Anadolu stimmten im Ausland insgesamt 59,2 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja, im Inland waren es demnach 51,2 Prozent. Die Zahlen von Anadolu weichen leicht von denen der Wahlkommission ab.

Insgesamt waren im Ausland rund 2,9 Millionen Wahlberechtigte registriert, rund die Hälfte davon in Deutschland. Auslandstürken machten etwa fünf Prozent aller Wahlberechtigten aus.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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