Social-Media-Hype genutztAußenministerium zelebriert Europa mit viralem Pinguin

Ein Pinguin watschelt einsam durch eine Eislandschaft. Um das aus einer Doku von Werner Herzog stammende Tier entbrennt ein Hype. Die Bundesregierung greift das auf. Jetzt sind auf seinem Rucksack die Konterfeis von Merz, Macron und Starmer zu sehen.
Nach dem Weißen Haus greift nun auch die Bundesregierung den viralen Trend mit dem melancholischen Pinguin auf. Über den Instagram-Account von Außenminister Johann Wadephul wurde ein Video veröffentlicht, das den viralen Pinguin zeigt - und ihn mit einer Botschaft für den Zusammenhalt Europas verbindet.
Zu sehen ist ein Pinguin, der durch eine Eislandschaft watschelt - und dann KI-generiert durch die Berglandschaft fliegt. Auf seinem bunten Rucksack: Bilder von Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer. Im Hintergrund laufen Ausschnitte und Bilder aus den jüngsten Reden der drei Politiker - darunter auch Macrons mit französischem Akzent gesprochene und inzwischen viral gegangene Aussage "for sure" (deutsch: sicher/mit Sicherheit) aus seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Der Beitrag reiht sich ein in den internationalen Social-Media-Hype um den sogenannten "einsamen Pinguin", der ursprünglich aus der Dokumentation "Begegnungen am Ende der Welt" von Regisseur Werner Herzog stammt. In der Szene wandert ein Pinguin entgegen aller Vernunft allein in Richtung der antarktischen Berge. Herzog sagte kürzlich, die Szene habe die "Faszination und Vorstellungskraft so vieler Menschen" eingefangen. Durch KI-Bearbeitungen und neue Kontexte ist der Pinguin inzwischen zu einem popkulturellen Symbol geworden.
Bei Instagram findet sich der Ausschnitt unter anderem mit der Aussage: "Wie könnte ich jemals aufgeben, wenn ich weiß, dass der Pinguin es nie getan hat?". Die bearbeiteten Videos wurden bis Donnerstagmittag millionenfach angeklickt.
Warum der Pinguin plötzlich wieder die Runde macht, ist nicht klar. Die Kommentare reichen von Mitgefühl und Traurigkeit bis zum Verständnis dafür, allein wegzulaufen. Ein Bezug zum Grönlandkonflikt zwischen den USA und den europäischen Nato-Staaten mag das Gefühl herstellen, aber nicht die Örtlichkeit: Pinguine leben nicht auf der Nordhalbkugel.