Politik

Damaskus fängt Raketen ab Auto rast in Jerusalem in Menschenmenge

imago96743823h.jpg

Israelische Attacke in Syrien? Flugabwehrraketen steigen über Damaskus auf.

(Foto: imago images/Xinhua)

Der Nahe Osten erlebt eine weitere unruhige Nacht: In Jerusalem werden 14 Menschen verletzt, als ein Auto in eine Menschenmenge fährt. Kurz darauf greifen israelische Kampfjets Ziele im Gazastreifen an. In Syrien schlagen Raketen ein.

Im Stadtzentrum von Jerusalem ist ein Auto mitten in eine Menschenmenge hineingefahren. Mindestens 14 Menschen wurden dabei verletzt, einer davon schwer, teilte der Ambulanzdienst Magen David in der Nacht mit. Der Vorfall ereignete sich etwa zwei Stunden nach Mitternacht (Ortszeit) in einer belebten Zone mit vielen Restaurants und Bars. Der Fahrer oder die Fahrerin flüchtete. Die Polizei ging davon aus, dass es sich möglicherweise um einen politisch motivierten Anschlag handelte. Der Vorfall werde als möglicher "Terrorangriff" untersucht, sagte ein Sprecher.

RTS2ZZ5E.jpg

Zentrum dreier Weltreligionen: Blick auf Jerusalem, die "heilige Stadt".

(Foto: REUTERS)

In der Nacht griffen israelische Kampfjets erneut Ziele im Gazastreifen an. Die Angriffe auf "mehrere terroristische Ziele" seien eine Reaktion auf Angriffe auf Israel aus dem Gazastreifen heraus, teilten die israelischen Streitkräfte IDF auf Twitter mit. Am Mittwochabend waren mindestens zwei Geschosse aus Granatwerfern aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert worden.

"Wir machen dafür die (islamistische) Hamas verantwortlich", twitterte die IDF. Schon in der Nacht zum Mittwoch hatten israelische Kampfjets Ziele im Gazastreifen beschossen und damit auf Angriffe mit Raketen und Brand-Ballons geantwortet.

19-Jähriger stirbt in Dschenin

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten war bereits am Donnerstag im nördlichen Westjordanland ein Palästinenser getötet worden. Nach palästinensischen Angaben waren Soldaten in die Palästinenserstadt Dschenin vorgedrungen, um dort das Haus eines palästinensischen Attentäters zu zerstören.

Bei Konfrontationen seien ein 19-Jähriger getötet und sieben weitere Palästinenser verletzt worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Die israelische Armee bestätigte, dass das Haus eines Attentäters zerstört wurde, der 2018 an einem Anschlag beteiligt gewesen war. Das Gebäude sei zum zweiten Mal demoliert worden, nach der ersten Zerstörung sei es wieder aufgebaut worden.

"Während des Einsatzes haben die Sicherheitskräfte mehrere bewaffnete Terroristen identifiziert, die Sprengsätze auf sie geworfen und auf sie geschossen haben", hieß es in der IDF-Mitteilung. Die Soldaten hätten unter anderem mit Schüssen reagiert. Man untersuche den Vorfall.

Die Lage in der Region ist seit Tagen extrem angespannt: Bei den Protesten der Palästinenser gegen die Israel-Politik der USA war es am Mittwoch erstmals seit der Vorstellung des Nahost-Plans von US-Präsident Donald Trump zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Israel sieht sich unterdessen nicht nur durch Angriffe aus den Palästinensergebieten bedroht.

Luftalarm in Damaskus

Berichte über gewaltsame Auseinandersetzungen gibt es auch aus dem im Nordosten Israels angrenzenden Syrien: Über der syrischen Hauptstadt Damaskus wurden in der Nacht auf Donnerstag staatlichen Medien zufolge mehrere israelische Raketen abgefangen.

Die Geschosse seien auf syrische Regierungstruppen und iranische Milizen in der Nähe der Hauptstadt abgefeuert worden, unter anderem in Al-Kiswa und auf dem Militärflughafen Mezze, ergänzte die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Der Angriff sei von hinter den Golanhöhen sowie durch den libanesischen Luftraum erfolgt, berichtet der Sender "Ikhbariyah TV".

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA schreibt, dass die Luftverteidigung die meisten Raketen abgeschossen habe, bevor diese ihre Ziele erreichten. Nach Berichten der Syrischen Beobachtungsstelle wurden jedoch auch Stellungen von den Raketen getroffen, es habe eine Reihe von Explosionen gegeben. Über Verletzte oder Schäden gibt es bislang keine Informationen.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/AFP/rts