Politik

Mitgliedschaft in Assad-Regime BKA nimmt mutmaßlichen Folter-Arzt fest

2020-02-12T100229Z_608053321_RC2YYE9RQDDK_RTRMADP_3_MIDEAST-CRISIS-SYRIA-PRISONERS.JPG

Dem Syrer Alaa M. wird Folter in mindestens zwei Fällen vorgeworfen (Symbolbild).

(Foto: REUTERS)

Bevor er nach Deutschland kam, soll Alaa M. als Arzt in einem Gefängnis des syrischen militärischen Geheimdienstes gefoltert haben. Das ergeben Ermittlungen der Bundesanwaltschaft. Nun nimmt ihn das BKA in Hessen fest.

Die Bundesanwaltschaft hat einen mutmaßlichen Mitarbeiter des syrischen militärischen Geheimdienstes, der zuletzt in Deutschland als Arzt tätig war, festnehmen lassen. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Der Syrer Alaa M. wurde demnach am Freitagabend durch Beamte des Bundeskriminalamts in Hessen festgenommen.

Er soll als Arzt in einem Gefängnis des syrischen militärischen Geheimdienstes tätig gewesen sein und dort zumindest in zwei Fällen einen Inhaftierten gefoltert haben. Laut den Ermittlungen schlug er im November 2011 einen Gefangenen, der nach einer "Foltersitzung" einen epileptischen Anfall hatte. Der Mann, der wegen der Teilnahme an einer Demonstration festgehalten wurde, starb später. Die Todesursache sei unklar, erklärte die Bundesanwaltschaft.

Der festgenommene Arzt verließ Syrien Mitte 2015 und reiste nach Deutschland. Er war hier als Arzt tätig. Der Mann wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Bereits seit Mitte Mai muss sich im weltweit ersten Prozess um Mord und Folter durch den syrischen Staat ein Angeklagter vor dem Oberlandesgericht Koblenz wegen 58-fachen Mordes sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Er wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Quelle: ntv.de, cri/AFP/dpa